Ein Wickeder Spieler wurde mit dem Krankenwagen abgeholt. © Nils Foltynowicz
Fußball-Westfalenliga

Westfalia Wickede verliert spät einen Dreier – und einen wichtigen Spieler

Westfalia Wickede hat sich mit 1:1 von RW Deuten getrennt. Trotz der schwachen Leistung gibt es zwei positive Erkenntnisse. Aber es gibt auch eine extrem bittere Nachricht.

Mit den positiven Erkenntnissen aus Wickeder Sicht kann getrost begonnen werden. Die Mannschaft hat im vierten Spiel in Serie gepunktet und in der Zeit acht Zähler eingesammelt. Was die Partie auch gezeigt hat, ist dass das Team Zählbares einfahren kann, ohne zu überzeugen.

„Ich bin zufrieden mit dem Punkt“, analysierte Wickedes Trainer Marko Schott, „niemand darf vergessen, dass wir erst vor zwei Wochen unser erstes Spiel nach zwei Jahren gewonnen haben. Hier wachsen keine Bäume in den Himmel.“

Er haderte trotzdem ein bisschen damit, dass das Spiel nicht gewonnen wurde. Denn in der 85. Minute hätten die Wickeder das 2:0 erzielen müssen. Der eingewechselte Karim Lmcademali stand elf Meter vor dem Tor völlig frei. Anstatt selbst abzuschließen, legte er noch einmal quer zu auf Joao Filipe da Silva Macedo, dessen Schuss geblockt wurde.

Und genau im Gegenzug kassierte Wickede den Ausgleich durch Mel Gerner, Sohn des Mengede-Coaches Thomas Gerner. Der Gegentreffer war vermeidbar. Mohamed El Moudni hatte den Ball Höhe der Mittellinie schon sicher. Er ließ ihn sich abnehmen, weil keiner ihn lautstark warnte, dass er von hinten attackiert wird.

So nahm ihm ein Deutener den Ball ab und schickte Gerner auf die Reise. Der umkurvte Marlon Mönig und schoss aus 16 Metern flach ein. „Wir waren in der Schlussphase deutlich überlegen. Der Gegner war platt. Ich freu mich, den Ausgleich gemacht zu haben. Ich hätte aber lieber die drei Punkte gehabt.“

Es waren die letzten Minuten nach dem 1:1, in denen Deuten noch einmal richtig Druck ausgeübt hatte und dem Sieg näher war. Die Wickeder Abwehr ließ aber nichts mehr zu. So sah es auch von Beginn an aus. Deuten hatte viel mehr Ballbesitz, wirkte organisierter – war aber viel zu ungefährlich.

Was auch daran lag, dass die Defensive um Torhüter Frederic Westergerling, Innenverteidiger Lukas Homann und Sechser Muhammed Cakir einen guten Tag erwischte. Anders sah es in der Offensive aus, hier hatte Wickede immense Schwierigkeiten, sein Spiel aufzuziehen. Die Passschärfe fehlte, die Läufe in die Tiefen und der unbedingte Wille, ein Tor erzielen zu wollen.

Erst nach dem Wechsel wurde es besser. „Marko Schott hat da in der Pause die richtigen Worte gefunden“, sagte Cakir. Wickede näherte sich langsam dem Deutener Tor an. Cakir (49.), Overhoff (55.) und Marcel Pietryga (59.) hatten erste Möglichkeiten. Den 1:0-Führungstreffer erzielte Finn Heings in der 65. Minute mit einem überlegten Schlenzer aus 18 Metern. Kategorie: unhaltbar.

Vier Minuten später dann ein Schockmoment. Niels Overhoff blieb nach einem Zweikampf liegen und schrie vor Schmerzen. Er fasste sich an die Schulter und wurde vom Krankenwagen abgeholt. Er musste später dann vom späten Ausgleichstreffer erfahren.

Wickede: Westergerling – Jalouan, Mönig, Homann, El Moudni – Cakir – Pietryga (90. El Aallali), Macedo, Heinings (74. Langebruch), Fernandes – Overhoff (69. Lmcademali)

Tore: 1:0 Heinings (55.), 1:1 Gerner (87.)

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Lokalsport ist mehr als ein reines Ergebnis. Es ist ein Erlebnis.
Zur Autorenseite
Thomas Schulzke

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.