Türkspor Dortmund kann sich über sein neues Trainergespann freuen.
Fußball

Wie die U9 des BVB dafür sorgte, dass Türkspor Dortmund ein neues Trainergespann hat

Lange hat Fußball-Landesligist Türkspor Dortmund gesucht, nun hat der Klub in Sebastian Tyrala und Marcel Reichwein ein neues Trainergespann gefunden - auch dank der U9 von Borussia Dortmund.

Daniel Sekic, Salvatore Gambino, Peter Wongrowitz, Axel Schmeing – viele bekannte Namen wurden in den vergangenen Wochen mit der vakanten Position des Trainers beim Fußball-Landesligisten Türkspor Dortmund in Verbindung gebracht. Am Ende ist es ein anderer prominenter Name geworden: Ex-BVB-Spieler Sebastian Tyrala (32) tauscht seinen Platz als Spielertrainer bei seinem Heimatverein BV Bad Sassendorf gegen die Position als Trainer beim aufstrebenden Dortmunder Klub.

Reichwein stellte Kontakt zwischen Türkspor und Tyrala her

An seiner Seite wird in Zukunft Marcel Reichwein agieren. Der ehemalige Profi in Diensten Türkspors, der es auf 64 Spiele in der 2. Bundesliga sowie 193 Drittligaspiele bringt, steigt vom Spieler zum spielenden Co-Trainer auf. Und: Er ist maßgeblich mit dafür verantwortlich, dass der Trainer an Türkspors Seitenlinie ab sofort Sebastian Tyrala heißt. Denn er stellte den Kontakt zwischen beiden Seiten her. Aber woher kennt Reichwein Sebastian Tyrala überhaupt?

„Wir kennen uns ehrlich gesagt noch gar nicht so lange, ungefähr ein halbes Jahr“, sagt Reichwein im Gespräch mit dieser Redaktion. Reichwein und der ehemalige BVB-Profi seien sich deshalb über den Weg gelaufen, weil ihre beiden Söhne gemeinsam in der U9 der Dortmunder Borussia Fußball spielen. Und als er mitgekriegt habe, dass Türkspor „ein bisschen Probleme“ gehabt habe, einen neuen Trainer zu finden wie Reichwein es umschreibt, habe er Klubboss Dr. Akin Kara einfach mal die Nummer von Tyrala gegeben.

Erstes Intermezzo an der Seitenlinie

„Basti ist ein super Typ und ich wusste, dass er Ambitionen hat, auch einen ambitionierten Klub zu trainieren“, so Reichwein. Dann ging alles ganz schnell. Am vergangenen Sonntag setzten sich Türkspor-Boss Kara und der Sportliche Leiter Dimitrios Kalpakidis mit Tyrala in Verbindung, kurz darauf war der neue Coach auch schon gefunden. Ebenso wie Co-Trainer Reichwein, für den es das erste Intermezzo an der Seitenlinie im Seniorenbereich ist.

Marcel Reichwein, hier noch in Diensten des VfR Aalen, wird neuer Co-Trainer bei Türkspor. © picture alliance / dpa © picture alliance / dpa

„Ich wollte immer in die Richtung gehen. Dass es jetzt so früh dazu gekommen ist, ist den Umständen geschuldet“, erklärt Reichwein. Was er über Tyrala als Coach sagen könne? „Ehrlich gesagt noch nicht wirklich viel. Ich weiß aber, dass er sehr akribisch ist, durch seine Karriere sehr viel Input bekommen hat. Wir werden uns sicher gut ergänzen“, sagt der neue Co-Trainer – der, wenn es nach ihm gegangen wäre, jetzt vielleicht schon gar nicht mehr bei Türkspor wäre.

Klubboss schon Wechsel einen Riegel vor

„Das stimmt, ich habe mit anderen Klubs gesprochen“, sagt Reichwein offen – der auch deshalb zu Türkspor gewechselt war, weil sein Kumpel und Kollege aus gemeinsamen Zeiten beim KFC Uerdingen, Kevin Großkreutz, damals gemeinsam mit Trainer Reza Hassani die Geschicke bei Türkspor leitete. Nun spielt Großkreutz demnächst in der Westfalenliga für den TuS Bövinghausen. Gut denkbar, dass auch Reichwein gerne dorthin gegangen wäre.

Auf jeden Fall habe Reichwein daraufhin auch das Gespräch mit Türkspor-Boss Akin Kara gesucht. „Herr Kara hat mir dann deutlich gemacht, dass er mich nicht gehen lassen wird. Das habe ich akzeptiert. Ich bin nicht der Typ, der dann auf Streit aus ist“, erklärt Reichwein. Man müsse jetzt abwarten wie sich alles entwickele – und sich ansonsten im Sommer erneut zusammensetzen.

Doch bis dahin freut sich Reichwein erstmal auf die neue Aufgabe an der Seite von Sebastian Tyrala. Und sollte der Spielbetrieb in dieser Spielzeit noch einmal aufgenommen werden können, möchte Reichwein mit Türkspor in der Landesliga noch einmal oben angreifen. Der Klub rangiert mit 11 Zählern auf Rang 9. Allerdings liegt man bei zwei Spielen Rückstand auch nur sechs Zähler hinter Spitzenreiter Kirchhörder SC.

Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
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