Die Sportanlagen bleiben weiter verwaist. © Ronny von Wangenheim
Amateursport

„Wir müssen uns einreihen“ – Amateursportler finden keine Erwähnung in Corona-Beschluss

Bund und Länder haben am Mittwoch eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen beschlossen. Sportler hatten wenigstens auf eine Lockerung beim Training gehofft, sie werden aber nicht mal erwähnt.

Schon im Vorfeld zeichnete sich ab, worauf sich Bund und Länder am Mittwoch in einer mehrstündigen Konferenz geeinigt haben. Die Corona-Maßnahmen werden bis zum 20. Dezember verlängert und teilweise verschärft. Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat zwar schon vor der Runde den Spielbetrieb für dieses Jahr abgesagt. Auffällig ist, dass Böller ein Thema waren, der Sport in dem von Bund und Ländern vorgestellten Beschluss aber überhaupt nicht erwähnt wird.

Immerhin sind in Deutschland fast 24 Millionen Menschen Mitglied in einem Sportverein. Obwohl viele die Corona-Maßnahmen verstehen, hatten sich einige auch Lockerungen gewünscht. Der FLVW hatte etwa den Wunsch geäußert, den Trainingsbetrieb für Kinder und Jugendliche wieder zu ermöglichen.

Angesichts weiterhin hoher Infektionszahlen scheint eine dahingehende Lockerung in der Diskussion zwischen den Ministerpräsidenten und -präsidentinnen und der Bundeskanzlerin aber kein Thema gewesen zu sein.

Gesundheitspolitik ist Ländersache

„Ich gehe davon aus, dass alles so bleibt, wie es jetzt ist“, sagt Manfred Schnieders, Vize-Präsident des FLVW. Er habe allerdings noch keine Rückmeldung von Land erhalten. Die erwarte er am Donnerstag. Gesundheitspolitik ist wie die Bildungspolitik Ländersache in Deutschland.

Das heißt, die Landesregierung entscheidet, ob sie die im Beschluss gefassten Maßnahmen auch so umsetzt. Dass sie davon abweichen könnte, ist gerade mit Blick auf eine Lockerung im Sport, unwahrscheinlich. Manfred Schnieders möchte dahingehend auch keine Prognosen abgeben. „Vielleicht kommt etwas genaueres vom Land, bis dahin stelle ich keine Vermutungen an“, sagt Schnieders.

Er glaube auch nicht, dass eine Nichterwähnung mit einer fehlenden Lobby des Amateursports zu tun habe. „Der Freizeitsport wird in gleicher Weise gesehen wie etwa Fitnessstudios, nur das dort noch ein Geschäfts-Interesse dranhängt“, sagt der FLVW-Vize. Was den Vereinssport ausmache, seine Begegnungen und gesellschaftlichen Verbindungen seien das, was gerade nun mal Probleme bereite. „Wir müssen uns einreihen“, resümiert Schnieders.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland

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