Wassih Massey traf auch schon für den SC Paderborn. © picture alliance / Friso Gentsch/dpa
Fußball-Westfalenliga

Zwei Ex-Nationalspieler im Westfalenliga-Duell – früher waren sie sogar Kumpels

Es ist eines der ersten Freundschaftsspiele in Westfalen nach der langen Coronapause und zugleich das Wiedersehen zweier ehemaliger Nationalspieler, die sogar mal Mannschaftskameraden waren.

Am 13. Juni kommt es in Münster zum Westfalenliga-Duell. In einem der ersten Freundschaftsspiele nach der Corona-Pause erwartet Westfalia Kinderhaus aus der Staffel 1 den TuS Bövinghausen aus der Staffel 2.

„Was für ein Wiedersehen“, das ist die erste Reaktion von Massih Wassey, als er erfährt, dass er mit seinem neuen Klub Westfalia Kinderhaus am 13. Juni gegen den TuS Bövinghausen spielen wird.

„Ich hab das ja auch verfolgt, dass Kevin Großkreutz in die Westfalenliga gewechselt ist. Und dann höre ich, dass wir unser erstes Freundschaftsspiel genau gegen seine neue Truppe machen – gegen Bösinghofen.“ Bösinghofen? Bövinghausen. „Oh, pardon, Bövinghausen. Es wird auf jeden Fall ein Riesenspaß.“

Denn Wassey und Großkreutz kennen sich und zwar aus gemeinsamen B-Jugend-Zeiten bei der LR Ahlen. „Zwei Jahre haben wir da zusammengespielt, U16 und U17. Kevin ist dann noch geblieben und ich bin 2005 in die A-Jugend zum VfL Wolfsburg gewechselt.“

Das ist lange her. Was ist in Erinnerung geblieben? „Ich kam aus Münster, Kevin aus Dortmund, in Hamm haben wir uns immer im Zug nach Ahlen getroffen. Nur auf dem Rückweg war Kevin dann meist schon in Eile, war total heiß, um es ja noch rechtzeitig zurück zum BVB ins Stadion zu schaffen. Und auch wenn wir uns die Jahre danach nur noch ganz selten gesehen haben – Kevin ist für mich immer der Typ gewesen, mit dem man einfach nicht nicht klarkommen kann.“

Aber auch abseits der Aussicht auf ein Wiedersehen freut sich Wassey einfach darauf, wieder auf dem Platz stehen zu können. „Von der Kreisliga bis zu Oberliga hat da doch allen was extrem gefehlt. Und man spürt einfach so eine gewisse Aufbruchstimmung – überall und im Fußball nochmal besonders.“

Kevin Großkreutz würde sich freuen, seinen alten Teamkollegen Patrick Owomoyela als Trainer zu haben. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

Und die Anspannung sei obendrein da. „Denn wir werden am Dienstag zum ersten Mal wieder trainieren. Nach sechs Monaten das erste Mal für mich mit Ball – das ist schon eine lange Strecke. Klar werden wir alle vorsichtig anfangen. Sonst gibt es ein böses Erwachen. Die Verletzungsgefahr ist einfach zu groß.“

Dass der 13. Juni in Münster deshalb nur ein freundschaftlicher Aufgalopp wird, glaubt Wassey indessen nicht. „Wenn wir erstmal das Trikot anhaben, dann ist jeder motiviert. Wir gehen an diesem Tag mit der Mannschaft nicht ins Freibad, um uns auf der Wiese den Ball zuzuschieben. So wird es nicht sein.“

Massih Wassey selbst ist noch ganz neu im Team von Westfalia Kinderhaus. Der 32-jährige gebürtige Münsteraner, der Dank seines Könnens und seines kanadischen Vaters sogar schon zwei Spiele im Trikot der kanadischen Nationalmannschaft absolviert hat, zog es zurück in seine Heimatstadt. „14 Jahre lang habe ich jetzt vom Fußball gelebt. Jetzt ist es Zeit für was Neues. 3. Liga, Regionalliga, DFB-Pokal zu spielen, bei Schalke, dem BVB oder dem SC Paderborn zu zocken, all das vermiss ich im Moment keine Sekunde. Ich gucke gerne zurück, keine Frage. Aber ich bin vor allem froh, dass ich auch mit Unterstützung meines neuen Vereins etwas Neues beginnen kann.“

Sportlich gilt der Blick jetzt der Westfalenliga und als Nahziel dem 13. Juni. „Da wollen wir auf jeden Fall was reißen“, lacht Wassey. Und man hört ihm die Freude auf das Wiedersehen an.

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Sportredaktion Dortmund
61er-Jahrgang aus Bochum, seit über 35 Jahren im Journalismus zu Hause - dem Sport und dem blau-weißen VfL schon ewig von Herzen verbunden - als Sportredakteur aber ein Spätberufener.
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