Martina Rottmann hat in sieben Jahren die Kleingartenanlage komplett verwandelt. © Alexandra Wachelau
Gartenserie „Querbeet“

61-Jährige aus Schüren verwandelt Kleingartenanlage in Cottage-Traum

In die Kleingartenanlage von Martina Rottmann aus Schüren kommen nicht nur Spaziergänger, sondern auch tierische Besucher. Auch einen „Garten im Garten“ gibt es.

Martina Rottmann ist spontan. So spontan, wie sie eine Reporterin in ihren Garten einlädt, hat sie auch vor sieben Jahren ihren Garten angepachtet. „Ich wollte immer schon einen Garten, aber aktiv gesucht habe ich nie“, sagt die 61-Jährige aus Schüren und erinnert sich zurück.

Bei einem Spaziergang durch die Kleingartenanlage Franz Wergin e.V., die zwischen Hörde und der südlichen Gartenstadt liegt, fiel ihr die Fläche damals auf. Inzwischen ist hier ein Garten-Paradies entstanden.

Für Martina Rottmann gab es einiges zu tun. „Die ersten zwei bis drei Jahre habe ich hier kein Buch gelesen“, erinnert sie sich. Stattdessen hat sie Rasen abgesteckt, Beete gegraben, einen Teich angelegt.

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Kleingartenanlage mit vielen Besuchern

Richtig fertig ist der Garten für sie immer noch nicht. Doch was früher einer kleinen Baustelle glich, hat für Martina Rottmann inzwischen reinen Erholungswert.

Teich, Gemüsegarten und Rosenstöcke

„Wer seinen Garten liebt, macht die Arbeit gerne“, sagt sie. Neben dem Teich und den vielen Blumenbeeten hat die 61-Jährige auf ihrer Anlage einen Gemüsegarten angelegt.

Rottmann spritzt keine Schädlingsbekämpfungsmittel und achtet darauf, dass vor allem alte Gemüsesorten hier wachsen – an einer Stelle werden zum Beispiel blau-schwarze Tomaten sichtbar. Auch Exoten sind bei ihr willkommen, wie zum Beispiel Mini-Melonen.

„Ich bin ja noch Anfängerin“, sagt sie. Die Kleingartenanlage ist ihr erster richtiger Garten, abgesehen von einem kleinen Urwald auf dem Balkon, den sie in Schüren pflegt.

Obwohl eigentlich ihr Mann für’s Grobe zuständig ist, baut Martina Rottmann einiges selbst und beweist dabei handwerkliches Können. Einem alten Springbrunnen, der noch auf der Kleingartenanlage zu finden ist, töpferte sie kurzerhand einen neuen Aufsatz. Für eine Anbringung für den Wasserhahn baute sie einen Holzkasten im Asia-Stil, der den Betonklotz überdeckt.

Den Rückzugsort für Martina Rottmann hat ihr Mann noch einmal extra umzäunt. Hier wird das Cottage-Faible der 61-Jährigen besonders sichtbar.
Den Rückzugsort für Martina Rottmann hat ihr Mann noch einmal extra umzäunt. Hier wird das Cottage-Faible der 61-Jährigen besonders sichtbar. © Alexandra Wachelau © Alexandra Wachelau

Asien ist ein häufiges Urlaubsziel des Ehepaares. Der Teich ist entsprechend mit Bambus geschmückt, hier und da trifft man bei genauem Hinsehen auf einen Buddha.

Kleingartenanlage mit eigenem Cottage-Garten

Schöne Dinge sind bei ihr im Garten mehr als willkommen – das gilt nicht nur für Blumen. Ihre große Inspiration sind Cottage-Gärten mit verspielten Deko-Elementen. Rottmanns Mann hat ihr deswegen einen „Garten im Garten“ angelegt: In einer Ecke der Kleingartenanlage zog er einen zusätzlichen Zaun.

Dahinter ist Rottmanns „Lieblings-Ecke“, wie sie sagt: Unter dem Pflaumenbaum wurde eine Hängematte befestigt, daneben stehen ein kleiner Tisch und Stuhl. Um in diesen Bereich des Gartens zu kommen, muss ein Rosenbogen durchschritten werden.

Martina Rottmann hat eine immer blühende Kletterrose, die „Mini-Rambler“, hingepflanzt. „Irgendwann wird das alles umrankt“, schwärmt sie. Unter dem Pflaumenbaum liegt Rottmann nun sehr oft – wenn sie sich nicht an anderer Stelle im Garten herumtreibt.

Regelmäßige Besucher im Garten und am Zaun

Die Rottmanns und ihre Freunde und Bekannten sind nicht die einzigen, die sich in der Anlage wohlfühlen. Im Teich hat sich ein kleines Biotop entwickelt, darin schwimmen Molche, Wasserschnecken und Libellenlarven.

Seit drei Jahren bekommt das Ehepaar Besuch von einem Entenpärchen, das gerne am Teich verweilt. Sogar eine zutrauliche Meise hatte Martina Rottmann schon auf dem Arm. „Es ist hier wie im Urlaub“, sagt sie.

“Den Weg hinter dem Gartentor fand ich von Anfang an toll”, sagt Rottmann. © Alexandra Wachelau © Alexandra Wachelau

Dass der Garten dabei nicht ihr eigener ist, stört Rottmann nicht. „Ich hatte am Anfang schon Bedenken“, gibt sie zu. Doch das Klischee des spießigen Kleingartens, der an viele Regeln gebunden ist, erfüllte sich für sie nicht. Auch in der Gemeinschaft vor Ort fühlte sie sich schnell wohl.

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„Ich denke, bei einem eigenen Garten hätte ich auch nicht so viel Kommunikation wie hier“, sagt sie nachdenklich. Gespräche am Gartenzaun sind der 61-Jährigen mehr als willkommen – ebenso wie die tierischen Besucher der Kleingartenanlage.

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