Eltern dieser Grundschule im Dortmunder Süden fordern von der Stadt endlich Luftfilteranlagen in den Grundschulen aufzustellen. © Jörg Bauerfeld
Düsseldorf contra Dortmund

Angst vor dem Schul-Winter: Eltern fordern endlich Luftfilter in Klassenräumen

Neben einem Schulranzen gehören in der kühleren Jahreszeit auch wieder Decken zur Schulausstattung. Zumindest bei einigen Grundschülern. Fenster auf und lüften heißt der Dortmunder Weg. Der stößt auf Widerstand.

Warum geht etwas in Dortmund nicht, was in Düsseldorf geht? Hier werden an allen Grundschulen der Stadt Luftfilter eingebaut, um eine zusätzliche Sicherheit gegen das Coronavirus zu haben.

An 90 Prozent der Schulen sind die Systeme schon aufgestellt. In Dortmund ist das verpönt, was Eltern auf die Palme bringt. „Ich habe bei der Schulleitung der Berghofer Grundschule einmal angefragt, was denn mit den Lüftungsgeräten sei“, sagt Kai Kalthoff.

Der ist Elternsprecher in einer 2. Klasse, die auch seine Tochter besucht. Als Antwort kam dann von der Schulleitung, dass es in Dortmund nur Geräte für Klassenräume gebe, die ihre Fenster nicht öffnen können.

Kai Kalthoff ist Elternsprecher in der Klasse seiner Tochter. Er erwartet einen „heißen“ Winter durch das Corona-Virus. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

In Düsseldorf hingegen würden die Grundschulen schon damit ausgerüstet. Auch in Bayern sollen sie in den Grundschulen aufgestellt werden, so Kalthoff. Der und weitere Eltern haben die Nase voll. „Was steht uns denn in diesem Winter bevor. Die Situation wie im letzten Jahr?“, fragt sich der engagierte Vater. „Meine Tochter saß mit dicker Fleecejacke in der Klasse und hatte noch eine Decke dabei. Dazu die Maske auf“, so Kalthoff.

In den Pausen würden die Fenster voll aufgerissen, die Klasse kühlt aus und während des Unterrichts werde dann auch noch einmal stoß gelüftet. „Da hört es bei mir langsam auf“, sagt Kalthoff. Der ist nicht gegen das Lüften in den Pausen. Im Gegenteil.

„Aber wenn man es mit so einem Lüftungsgerät zumindest hinbekommt, dass man 45 Minuten am Stück Unterricht machen kann, ohne immer wieder die Fenster aufzureißen. Das wäre doch schon ein gewaltiger Fortschritt“, sagt Kai Kalthoff.

Eltern würden sich sicher beteiligen

„Ich bin mir sicher, dass sich Eltern beteiligen würden, wenn die Stadt Dortmund es genauso angehen würde, wie Düsseldorf“, sagt der Vater. In Dortmund werden die Eltern dabei wohl auf Granit beißen.

„Mobile Luftreinigungsgeräte existieren an den Schulen dort, wo regelmäßiges und ausreichendes Lüften nicht möglich ist – als zusätzliche Möglichkeit zur Senkung der Virenbelastung. Sie dürfen das regelmäßige Durchlüften des Raumes aber nicht ersetzen. Aus diesem Grund hat das Land NRW auf einen flächendeckenden Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten in Klassenzimmern ausdrücklich verzichtet und keine Förderung von Geräten in diesen Räumen ermöglicht“, heißt es in einem Statement der Stadt Dortmund.

Die Stadt Dortmund bleibt bei ihrem Nein

Und weiter heißt es: „Ein Lüftungsgerät könnte nach Auffassung der Gesundheitsbehörden eher dazu führen, dass auf das regelmäßige Lüften eines Klassenraumes verzichtet wird, weil man sich in falscher Sicherheit wiegt. Dies wäre kontraproduktiv.“ Nun stellt sich natürlich die Frage, die sich auch viele Eltern stellen.

Wer hat nun recht, die Stadt Düsseldorf oder die Stadt Dortmund? Eine von beiden muss wohl völlig daneben liegen. Anders ist die Situation nicht zu erklären, dass in der einen Stadt zu 100 Prozent, in der anderen zu 0 Prozent auf Filter gesetzt wird.

Ach ja, in Düsseldorf werden die rund 4000 Luftfilter, die für die Grundschulen gebraucht werden, im Übrigen von der Stadt bezahlt und gewartet.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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