Dr. Annika Pohl (l.) und Dr. Mariya Iordanova vor dem Eingang ihrer neuen Praxis, die derzeit noch eine große Baustelle ist. © Britta Linnhoff
Umzug

Arztpraxis verlässt Wellinghofer Amtsstraße: Neuer Standort steht fest

Die Wellinghofer Amtsstraße 30 und das altehrwürdige Haus dort waren über Jahrzehnte Anlaufstelle für viele, die im Stadtteil ärztlichen Rat suchten. Das wird sich bald ändern.

Über Jahrzehnte war das Haus an der Wellinghofer Amtsstraße 30 Anlaufstelle für viele Patientinnen und Patienten aus Wellinghofen und Umgebung. Bald ist es damit vorbei.

Schon vor knapp zwei Jahren hatte sich Jörn Aßhoff, der die Praxis viele Jahre zusammen mit Dr. Herdis Scheidgen führte, von seinen Patienten verabschiedet, ging in den Ruhestand. Für ihn übernahm Dr. Annika Pohl.

Hier aus diesem Haus an der Wellinghofer Amtsstraße zieht die Praxis demnächst aus.
Hier aus diesem Haus an der Wellinghofer Amtsstraße zieht die Praxis demnächst aus. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Die Ärztinnen kennen sich aus dem Hörder Josefs-Hospital

Inzwischen führt sie die Praxis gemeinsam mit Dr. Mariya Iordanova. Die beiden Frauen, die sich seit ihrer Zeit als Assistenzärztinnen im Hörder Josefs-Hospital kennen, verbringen derzeit neben ihrer Zeit in der Praxis auch viele Stunden auf einer Baustelle: An der Preinstraße 66 haben sie neue Praxisräume gefunden, nur ein paar Meter von den alten Praxisräumen entfernt „um die Ecke“, direkt gegenüber des Ärztehauses an der Preinstraße 47.

„Es war von vornherein klar, dass wir die jetzigen Praxisräume würden verlassen müssen“, sagt Dr. Annika Pohl. Den Mietvertrag habe man für zwei Jahre geschlossen, der Besitzer habe andere Pläne mit dem Haus.

In dieses weiße Gebäude an der Preinstraße wird die Praxis auf 160 Quadratmetern einziehen.
In dieses weiße Gebäude an der Preinstraße wird die Praxis auf 160 Quadratmetern einziehen. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Der entscheidende Tipp kam von einer Patientin

Sie haben lange gesucht in Wellinghofen. Es sei nicht einfach gewesen, etwas zu finden. Erfahren hätten sie von den frei werdenden Räumen von einer Patientin. Jetzt sind sie froh, im Stadtteil bleiben zu können. Der Mietvertrag an der Wellinghofer Amtsstraße läuft am 31. März 2021 aus.

Mariya Iordanova und Annika Pohl hoffen, mit dem zweiten Quartal in den neuen Räumen starten zu können. Zu den neuen Räumen gesellt sich ein neues Angebot: ein Schulungsraum für Diabetespatienten.

Im Moment sind die insgesamt 160 Quadratmeter (die alte Praxis hat rund 100 Quadratmeter) noch eine große Baustelle, auch wenn schon viel geschafft ist. Nun soll noch ein neuer Boden die weißen Fliesen ersetzen, Vinyl in Holzoptik soll es werden, „eine schöne warme Farbe“, sagt Annika Pohl. So eine sterile komplett weiße Praxis, „das passt nicht zu uns“. Seit Januar haben sie die Schlüssel, nachdem das Kosmetikstudio Raffael, das hier viele Jahre lang zuhause war, kurz vor Weihnachten endgültig schloss.

Noch sieht es in den Räumen an der Preinstraße nicht nach Arztpraxis, sondern nach Baustelle aus.
Noch sieht es in den Räumen an der Preinstraße nicht nach Arztpraxis, sondern nach Baustelle aus. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Wenn also auf der Baustelle nichts Unvorhergesehenes passiert, dann wollen die beiden Ärztinnen hier am 1. April die ersten Patienten begrüßen. Sollte sich alles doch ein wenig verzögern, dann können sie solange an der Wellinghofer Amtsstraße bleiben.

Seit ihrer Zeit im „Josefs“ haben sich die beiden Frauen nicht mehr aus den Augen verloren. Dass sie nun wieder gemeinsam arbeiten, habe „einfach gepasst“: Meine Kinder sind jetzt groß, und ich wollte nochmal selbstständig in einer eigenen Praxis arbeiten“, sagt Mariya Iordanova, die Kollegin Pohl suchte parallel jemanden.

Die 41-Jährige, die in Münster studierte und zuletzt in einer Gemeinschaftspraxis in Iserlohn arbeitete, hat zwei Söhne, 17 und 13 Jahre alt. Annika Pohl (42), die sie seit inzwischen 15 Jahren kennt, studierte in Aachen und hat ebenfalls zwei Söhne, 8 und 11 Jahre alt.

Und obwohl sich die beiden Frauen schon so lange kennen, hatte Dr. Annika Pohl für ihre Kollegin beim Besuch auf der Baustelle noch eine kleine Überraschung parat: Hier auf der Preinstraße haben damals, als sie gerade mal ein paar Wochen alt war, ihre Eltern gewohnt.

Erinnerungen hat Annika Pohl an den Stadtteil, in dem sie die ersten Tage ihres Lebens verbracht hat, nicht mehr. Die Eltern zogen schließlich fort. Aber irgendwie, so sagen die beiden Frauen, fühle es sich so an, als schließe sich ein Kreis.

Jetzt müssen nur noch die Handwerker fertig werden.

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Britta Linnhoff

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