Mit 27 Jahren gehört Katharina Freese zu den jüngsten Bibliotheksleiterinnen. © Alexandra Wachelau
Stadtteilbibliothek Hombruch

Bibliotheksleiterin dank „Harry Potter“: Katharina Freese ist zurück in Hombruch

Katharina Freese leitet seit November die Stadtteilbibliothek. Die 27-Jährige setzt dabei nicht nur auf Bücher, sondern auch auf Gaming. Dabei ist sie in Hombruch keine Unbekannte.

„Mein eigentliches Steckenpferd sind Veranstaltungen“, sagt Katharina Freese. Ein bisschen Wehmut ist aus den Worten herauszuhören: Gerade, als Katharina Freese ihre neue Stelle als Bibliotheksleiterin für die Stadtteilbibliothek Hombruch antrat, begannen auch die neuen Beschränkungen der Corona-Pandemie.

Seit Anfang November fallen alle Veranstaltungen der Stadtteilbibliothek aus. Trotzdem schmiedet die 27-Jährige schon Pläne für die Zukunft. Dabei wird es nicht nur um Bücher gehen, wie sie verrät: „Ich denke zum Beispiel an Trickfilmworkshops oder an Gaming-Veranstaltungen“, sagt sie.

Die Bücherei nicht nur als Ort zum Lesen gestalten

Dabei soll zum Beispiel das Spiel „Mario Party“ als reales Brettspiel samt Spielwelt nachgestellt werden. Hat das denn noch etwas mit einer Bücherei zu tun? „Wir betreiben in Bibliotheken ja in erster Linie Medienbildung – und dazu gehören auch Spiele“, sagt Katharina Freese.

Die Vorstellung einer Bibliothek, in der nur in Stille gelesen werden darf, wandle sich immer mehr zu einem „dritten Ort“, der auch Treffpunkt, Kultur- und Lernort sein kann. Auch die Digitalisierung beeinflusse diesen Prozess, so Freese. Passend dazu hat die Bibliotheksleiterin im Dezember eine Weiterbildung als Medienpädagogin begonnen.

Katharina Freese hat ihren gesamten Lebenslauf auf die Bibliothek ausgerichtet. Dabei war sie früher alles andere als die typische Leseratte. „Als Kind habe ich mich gar nicht für Bücher interessiert“, sagt sie. Harry Potter habe das radikal geändert.

Schon ihr Schulpraktikum hat sie daraufhin in einer Stadtteilbibliothek verbracht: „Ich habe auf der Praktikumsliste in der Schule gezielt nach etwas gesucht, was mit Büchern zu tun hat“, sagt Katharina Freese. 2013, nach dem Abitur, arbeitete sie bereits ein Jahr in der Hombrucher Stadtteilbibliothek – damals noch im Rahmen eines Freiwilligen sozialen Jahrs (FSJ).

Nach sechs Jahren Pendelei wieder in Dortmund angekommen

Die jetzige Stelle ist für sie ein bisschen wie nach Hause kommen. Nicht nur, weil sie durch das FSJ „direkt im Team eingebunden“ und mit den Arbeitsabläufen vertraut war, sondern auch, weil Katharina Freese die letzten Jahre mit Pendeln verbrachte.

Für ein Studium der Bibliothekswissenschaft fuhr sie regelmäßig nach Köln – eine der wenigen Städte, in denen dieser Studiengang angeboten wird. Nach dem Bachelorabschluss im Jahr 2013 ergatterte eine Anstellung in der Bibliothek in Bocholt. „Ich wollte direkt mit der Arbeit anfangen“, sagt Freese.

In Bocholt leitete sie die Kinder- und Jugendabteilung. Diese Arbeit habe ihr viel beigebracht, wie Freese sagt: „Kinder haben einen ganz anderen Umgang mit Medien, da kann man auch viel lernen“, sagt sie.

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