Eine Premiere in Dortmund: Hildegard Alvarez war die erste Person, die kurz nach 14 Uhr eine Corona-Impfung in einem Restaurant bekam. © Jörg Bauerfeld
Corona-Impfung

Biontech-Impfstoff auf der Speisekarte: Haus Overkamp wird Impfzentrum

Warum nicht einmal ein Restaurant als Impfzentrum nutzen? Ärzte aus dem Dortmunder Süden haben sich zusammengetan und impfen gemeinsam gegen Corona – neben fein eingedeckten Tischen.

In der Orangerie im Haus Overkamp im Dortmunder Ortsteil Höchsten finden sonst rauschende Feste statt – Hochzeiten oder Geburtstage. Gefeiert hat hier aber schon lange niemand mehr. Die Corona-Pandemie hat keine Feierlichkeiten zugelassen. „Ich glaube, im Januar 2020 hatten wir hier die letzte Feier“, sagt Günther Overkamp.

Seitdem ist im Innenbereich des traditionsreichen Hauses Ebbe angesagt, was die Gäste angeht. Also warum nicht nutzen, was ohnehin leer steht? Diese Frage stellte sich Dr. Oliver Heine, der im ersten Stock des Hotels und Restaurants, genau über der Küche, schon ein Testzentrum etabliert hat. Seit dem 24. März 2021 wird hier von mittwochs bis sonntags auf Corona getestet.

Der Empfang: Hier wurden die Namen noch einmal überprüft.
Der Empfang: Hier wurden die Namen noch einmal überprüft. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Jetzt wird an der Ecke Am Ellberg / Wittbräucker Straße auch geimpft. Zunächst gilt das Angebot aber nur für Patienten, die bei ihrem Hausarzt ohnehin mit einer Corona-Impfung an der Reihe gewesen wären.

Gemeinsame Impf-Aktion war erfolgreich

„Wir haben jetzt mit mehreren Ärzten eine gewisse Anzahl von Impfstoff bekommen und können hier heute eine gemeinsame Aktion mit verschiedenen Arztpraxen durchführen“, sagte Dr. Oliver Heine, der Mit Dr. Carsten Späth in Aplerbeck eine Gemeinschaftspraxis führt, am Mittwoch (27.4.). Mit dabei waren auch die Neurologin Karin Schierenberg und drei weitere Praxen.

Spritzen aufziehen im Akkord: Dr. Oliver Heine bei der Arbeit.
Spritzen aufziehen im Akkord: Dr. Oliver Heine bei der Arbeit. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

So sei es gelungen, an einem Tag 391 Menschen eine Impfung anzubieten. Natürlich alle nach Priorisierung und mit Termin, den sie über ihren Hausarzt bekommen haben. Ein richtiges Impfzentrum ist so im Haus Overkamp aufgebaut worden. Am Empfang werden die zu „Impfenden“ überprüft, dann geht es zu den Plätzen an denen Ärzte sitzen und die Aufklärungsgespräche führen.

Aufklärungsgespräch vor der Impfung: Ärztin Christina Cicek (links) im Gespräch mit einer Patientin.
Aufklärungsgespräch vor der Impfung: Ärztin Christina Cicek (links) im Gespräch mit einer Patientin. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Anschließend einmal quer durch die Orangerie, an einem festlich gedeckten Tisch vorbei an eine der vier Impfstationen. Nach der Spritze ist noch ein kurzer Aufenthalt im Winter- oder Biergarten nötig. Dann geht es wieder ab nach Hause.

Bereit für den Ansturm der Patienten.
Bereit für den Ansturm der Patienten. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Es soll weitere Termine geben

Impfen in einem Restaurant – für Dortmund eine nie dagewesene Premiere, die aber ihre Fortsetzung finden soll. Denn Dr. Oliver Heine hat schon ein „Weiterimpfen“ angekündigt und auch Günther Overkamp hat schon seine Zustimmung gegeben.

„Wir werden natürlich auch anderen Ärzten oder auch Betrieben das Angebot machen, ihre Patienten oder Mitarbeiter hier bei Overkamp impfen zu lassen“, sagt Dr. Oliver Heine.

Er war im Übrigen am Mittwoch von 14 bis 19 Uhr auch selbst dabei, um Spritzen aufzuziehen. Knapp 400 an der Zahl – alle mit dem Biontech-Impfstoff. Denn nur der stand an dem Nachmittag im Haus Overkamp auf der Speisekarte.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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