An die Baustelle an der Stockumer Straße haben sich die meisten Anwohner schon gewöhnt. Am Donnerstag musste diese teilweise gesperrt werden - Grund dafür war ein Bombenfund an der Gesamtschule Brünninghausen. © Alexandra Wachelau
Bombenentschärfung

Blindgänger in Brünninghausen: Großer Aufwand für 30 Minuten Entschärfung

Am Mittwoch (21.7.) wurde ein Blindgänger in Brünninghausen gefunden, bereits am Donnerstag folgte die Evakuierung der Anwohner – und die Bombe wurde entschärft.

Und schon wieder eine Bombe: Mitten in den Ferien wurde an der Gesamtschule Brünninghausen – dem ehemaligen Abendgymnasium – bei Bauarbeiten ein Blindgänger entdeckt. Die Entschärfung erfolgte am Donnerstagvormittag (22.7.) um circa 11.30 Uhr.

Die Evakuierung der Anwohner wurde bereits gegen 10 Uhr von Ordnungsamt und Polizei Dortmund gestartet. Um kurz nach 12 Uhr wurde dann schon bekannt gegeben, dass die Entschärfung durch den Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Arnsberg erfolgreich war.

Der 250-Meter-Radius zeigt, welche Haushalte von der Evakuierung betroffen waren.
Der 250-Meter-Radius zeigt, welche Haushalte von der Evakuierung betroffen waren. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund

Betroffen von dieser Maßnahme war nicht nur ein großer Teil der Bolmke. Auch das nahe gelegene Siedlungsgebiet in Brünninghausen und ein Abschnitt der Stockumer Straße mussten teilweise evakuiert und gesperrt werden.

Der festgelegte Sicherheitsradius betrug 250 Meter, der Blindgänger lag zwischen der Gesamtschule und der Bolmke. Laut Informationen der Stadt Dortmund handelte es sich dabei um einen amerikanischen 250-Kilogramm-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg.

„Insgesamt ist die Lage entspannt“

Rund 250 Anwohner mussten für dessen Entschärfung ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Bekannt war das bereits am Mittwochnachmittag (21.7.). Die von der Evakuierung betroffenen und die benachbarten Haushalte erhielten Handzettel im Briefkasten.

In östlicher Richtung war die Stockumer Straße kurz hinter dem DSW21 Betriebshof Brünninghausen gesperrt.
In östlicher Richtung war die Stockumer Straße kurz hinter dem DSW21-Betriebshof Brünninghausen gesperrt. © Alexandra Wachelau © Alexandra Wachelau

Die Evakuierung wurde unter anderem durch Michael Brinkmann vom Ordnungsamt der Stadt Dortmund beaufsichtigt. Bereits wenige Minuten vor der Evakuierung um 10 Uhr zeigte er sich optimistisch: „Es sind nur wenige Haushalte betroffen, die meisten Leute sind aktuell auch auf der Arbeit oder im Urlaub“, sagte er. Viele der Anwohner, bei denen das nicht der Fall war, hätten sich auch selbständig eine vorübergehende Unterkunft gesucht.

Auch die Gesamtschule Brünninghausen war durch die Sommerferien menschenleer. Lediglich vereinzelte Spaziergänger in der Bolmke, die von der Evakuierung noch nichts mitbekommen hatten, könnten noch unterwegs sein, so Brinkmann.

„Doch insgesamt ist die Lage sehr entspannt. Da möchten wir uns auch bei den Bürgern bedanken, bisher haben sich alle sehr kooperativ gezeigt“, betont er.

Auch die Evakuierungsstelle im Max-Planck-Gymnasium an der Ardeystraße bestätigt diesen Eindruck.

Am Max-Planck-Gymnasium wurde die Evakuierungsstelle eingerichtet.
Am Max-Planck-Gymnasium wurde die Evakuierungsstelle eingerichtet. © Alexandra Wachelau © Alexandra Wachelau

Stockumer Straße stellenweise gesperrt

„Meistens sind es rund zehn Prozent der betroffenen Einwohner, die das Evakuierungszentrum benutzen“, erklärt ein Mitarbeiter der Johanniter. Letztendlich waren es fünf Haushalte, die in der Aula des Gymnasiums Schutz suchten.

Die Stockumer Straße wurde zwischen der Kreuzung zur Ardeystraße und, in östlicher Richtung, kurz hinter der Einfahrt zur Grüntalstraße hinter dem DSW21 Betriebshof gesperrt. Zu Verkehrsbehinderungen kam es dabei nicht.

Julia Stern lebt nur wenige Häuser außerhalb des Evakuierungsradius nahe der Gesamtschule. Sie wollte eigentlich mit ihrer Tochter Sarah (4) zum Schultenhof fahren, hatte aber den Evakuierungsradius auf dem Handzettel unterschätzt.

Julia Stern und Sarah (4) wollten eigentlich gerade zum Schultenhof. Durch die Sperrung der Stockumer Straße blieben sie dann doch vorerst Zuhause.
Julia Stern und Sarah (4) wollten eigentlich gerade zum Schultenhof. Durch die Sperrung der Stockumer Straße blieben sie dann doch vorerst Zuhause. © Alexandra Wachelau © Alexandra Wachelau

„Wir haben gestern erst einen ziemlichen Schreck bekommen und waren dann ziemlich erleichtert, dass wir doch nicht betroffen waren“, sagt Julia Stern. Für sie wäre es die vierte Bomben-Evakuierung gewesen, erzählt sie – vor einigen Jahren wohnte sie noch im Stadtteil Hombruch und hat sowohl dort als auch in Brünninghausen schon drei Bomben-Entschärfungen miterlebt.

„Mein Mann ist auch gerade im Homeoffice, das wäre mit der Evakuierung ziemlich schwierig geworden“, sagt sie.

Kurz nach 12 Uhr wurden die Sperrungen in Brünninghausen aufgehoben. Insgesamt waren rund 50 Mitarbeiter der Stadt Dortmund, fünf Polizeikräfte und zehn Mitarbeiter des Tiefbauamts vor Ort.

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.