Eine sehr gefährliche Situation für Radfahrer, die im Moment häufiger an der Marsbruchstraße vorkommt. Das Hydrantenstandrohr ragt fast nicht gesichert aus dem Radweg. © Jörg Bauerfeld
Radverkehr

Böse Falle für Radfahrer: Wasseranschluss mitten auf einem Radweg

Erst seit 2017 existiert der Teil der Marsbruchstraße, der von der B1 über den Knotenpunkt Gottesacker nach Aplerbeck führt. Und genau dort hat man Radfahrern einen bösen Streich gespielt.

Es wird viel gesprochen über eine vernünftige Verkehrspolitik und das Mobilitätsverhalten der Menschen. Unter anderem auf dem Rad soll die Zukunft liegen. Bei relativ neu gebauten Straßen sieht das auf den ersten Blick auch ganz gut aus. Auf der neuen Anbindung der Marsbruchstraße an die B1 zum Beispiel.

Die wurde 2017 vom damaligen Oberbürgermeister Ullrich Sierau freigegeben. Ein kleines Prestige-Objekt, war es doch mit der Umlegung der Straße möglich geworden, den Neubau der Bundesbank auf dem Gelände der ehemaligen Kasernen der britischen Rheinarmee zu erreichen.

Der Hydrant wird, so die Vermutung der Stadt, wohl zum Gießen der Pflanzen auf dem Bundesbank-Gelände genutzt.
Der Hydrant wird, so die Vermutung der Stadt, wohl zum Gießen der Pflanzen auf dem Bundesbank-Gelände genutzt. © privat © privat

Und bei relativ neuen Straßen setzt man auch eine ausgezeichnete Einbindung des Radverkehrs voraus. Das ist im Großen und Ganzen auch geschehen auf dem rund 700 Meter langen Teilstück, das die alte Marsbruchstraße mit dem Verkehrsknotenpunkt Gottesacker (ADAC-Gebäude) verbindet.

Einen bösen Streich haben die Planer den Radfahrern dann aber doch gespielt. Mitten auf dem Radweg in Richtung Osten, kurz vor dem Tunnelausgang der Stadtbahn, gibt es seit mehreren Wochen ein Problem. Ein Problem, das durch die Hitze erst aufgekommen ist. Mitten in dem Radweg ist hier nämlich ein sogenannter Unterflurhydrant eingebaut.

Eine Zapfstelle für Löschwasser

Hier bedient sich beispielsweise die Feuerwehr mit Löschwasser, falls es einmal brennt. Ein Ort, an dem aber auch das Gießwasser für Pflanzen und Bäume während einer Trockenperiode entnommen werden kann. Dafür braucht man lediglich die Anmeldung der Wasserentnahme bei der Stadt und ein Hydrantenstandrohr.

Und dieses Hydrantenstandrohr kann zu einer bösen Falle für die Radfahrer werden. Denn wer rechnet schon damit, dass aus der Fahrbahn plötzlich so ein komischer Pin auftaucht. Gesichert lediglich durch einen kleinen roten Kegel. Ein noch größeres Hindernis kommt dann ins Spiel, wenn der Bewässerungswagen Nachschub zum Gießen holt. Denn trotz eines längeren Wasserschlauches steht das Fahrzeug nicht auf der Fahrbahn, sondern auf dem Radweg. Und das bei den jetzigen Temperaturen mehrmals in der Woche.

Tiefbauamt hat nur geringen Einfluss auf die Versorgungsleitungen

Aber wie kommt so ein Wasseranschluss überhaupt mitten auf einen Radweg? „Natürlich versucht das Tiefbauamt immer mögliche Hemmnisse zu vermeiden oder in den Randbereichen des Verkehrsraumes unterzubringen. In der Straßenplanung hat das Tiefbauamt aber nur einen sehr geringen Einfluss auf die Lage der Versorgungsleitungen“, sagt Stadt-Pressesprecher Christian Schön.

Die Versorgungsunternehmen würden ihre Anlagen zwar in Kooperation mit dem Tiefbauamt planen, wären aber eigenständig.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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