9 Müllsäcke, also insgesamt 450 Liter, hat Sebastian Otten allein in einer zweistündigen Müll-Sammelaktion zusammengetragen. Dabei waren auch kuriose Gegenstände. © Sebastian Otten
Littering

Buggy, Vogelkäfig und Schaukelpferd: Anwohner räumt am Rombergpark auf

Immer mehr Menschen engagieren sich privat, um den Müll an öffentlichen Plätzen zu bewältigen. Im Rombergpark finden sich dabei die kuriosesten Objekte. Der Finder sagt: Das Problem wächst.

Die EDG stellt schon länger fest: Die Vermüllung an öffentlichen Plätzen nimmt zu. Davon ist auch der idyllische Rombergpark nicht ausgenommen. Erst kürzlich hatte sich eine Dortmunderin an diese Redaktion gewandt, die dem Müllproblem mit privaten Sammelaktionen die Stirn bietet.

Auch ein Anwohner, der schon seit 1999 am Rombergpark wohnt, kann bestätigen, dass sich die Situation an manchen Stellen verschlechtert habe – und hat deshalb in diesem Jahr ebenfalls dem Abfall den Kampf angesagt.

„Ich bin schon seit Jahren fast jede Woche im Rombergpark unterwegs – erst als Kind, inzwischen mit meinen eigenen Kindern“, sagt Sebastian Otten (30). Er setzt sich als Mitglied der SPD schon länger für Umweltschutz ein, betont aber, dass seine Müllsammel-Aktionen im Rombergpark privater Natur sind: „Für mich als Anwohner ist diese Naherholungsfläche Gold wert.“

Sebastian Otten sammelt schon seit Juli im Rombergpark Müll.
Sebastian Otten sammelt schon seit Juli im Rombergpark Müll. © Sebastian Otten © Sebastian Otten

Appell: Jeder Besucher könnte etwas „mitdenken“

Er stimmt dabei Anke Ulke, die schon seit fünf Jahren Müll im Rombergpark sammelt, zu: Vor allem die Bänke, aber auch die Wege des Parks seien von Verschmutzungen betroffen.

„Ich habe dieses Jahr im Juli und August gesammelt, vor allem an der Stoffregenallee, der Aussichtplattform ‚Pilz‘ und der Haltestelle Tierpark“, sagt Sebastian Otten. Dabei trug sich einiges zusammen, berichtet der 30-Jährige.

„Schaukelpferd, Buggy, Vogelkäfig, Altkleider und mehr“, sagt Sebastian Otten, seien dabei aufgetaucht. Doch auch eine Unmenge an Verpackungsmüll und jede Menge Glasflaschen. Allein an einem Tag habe er einmal zwei große Säcke damit gefüllt.

„Eigentlich müsste man an den Eingängen des Parks Müll- und Glascontainer aufstellen“, überlegt er laut. Generell sei es aber, so sagt er, die beste Lösung, wenn jeder Besucher ein bisschen mitdenkt: „Wenn alle Besucher versuchen würden, ihren Müll nicht auf den Boden zu werfen, sondern zum nächsten Mülleimer zu befördern, dann wäre der Sache schon sehr geholfen“, appelliert Sebastian Otten.

Einmal begonnen, finden sich viele weitere Helfer

Die Bereitschaft scheint bei den meisten Menschen sogar da zu sein: Sebastian Otten berichtet, dass er seine Sammelaktionen zwar alleine beginnt, aber selten ohne Gesellschaft beende.

„Der Zuspruch ist insgesamt sehr positiv. An guten Tagen finden sich vier bis fünf Leute, die helfen möchten und dann mitsammeln, das kann auch nur für die Dauer eines Spaziergangs sein, bei dem man zufällig den gleichen Weg geht“, sagt er.

Im Gegensatz zu Dr. Patrick Knopf, dem Direktor des Botanischen Gartens Rombergpark, findet Sebastian Otten jedoch schon, dass das Problem in den letzten Jahrzehnten gewachsen sei.

„Vielleicht würden Bodenzeitungen helfen, oder Hinweisschilder, die den Besucher positiv bestärken“, meint er.

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