Marlies Holiet-Franken und Hans-Werner Roth können nun in ihrem Garten die Rente genießen und ihre jahrelange Erfahrung bei Gartenmessen anwenden. © Alexandra Wachelau
Gartenserie „Querbeet“

Bundesgartenschau könnte auch in diesem Garten veranstaltet werden

Auf einem alten Bauernhof hat sich der pensionierte Landschaftsgärtner und Florist Hans-Werner Roth ein kleines Paradies geschaffen. Bald können hier sogar exotische Tiere weiden.

Im Aplerbecker Osten, hinter einer hohen Hecke, verbirgt sich ein kleines Paradies. Schon von Weitem kündigt ein Froschkonzert einen Teich an, Wasser plätschert und Bienen summen.

Hinter dem Gartentor eröffnet sich das 8500 Quadratmeter große Grundstück von Hans-Werner Roth – eine Fläche so groß wie ein WM-Spielfeld.

Am Pavillion ranken sich Clematis. © Alexandra Wachelau © Alexandra Wachelau

Roth hat das Grundstück von seiner Tante, einer Landwirtin, übernommen. „Das war 1994“, sagt er und erinnert sich zurück. Damals war die Grünfläche eine Streuobstwiese. „Es gab nur Birnbäume – Birnbäume und Brennnesseln“, sagt Hans-Werner Roth.

Davon ist nun nichts mehr zu sehen. In der Mitte des Gartens steht eine große Trauerweide, drumherum liegt ein Blumenparadies. Im zentral angelegten Teich schwimmen Fische.

In jeder Nische gibt es etwas zu entdecken, zwischendrin laden kleine Pfade – oft unterschiedlich gepflastert – zum Flanieren ein.

Neben bekannten Blumen wie Alpenrosen, Veilchen oder Clematis haben Hans-Werner Roth und Marlies Holiet-Franken auch außergewöhnlichere Gewächse.

So finden sich im Garten eine Thalictrum, auch Riesenranken genannt, oder eine Vielzahl an verschiedenen Ahornbäumen. „Im Herbst sieht es hier aus wie in Kanada“, schwärmt Marlies Holiet-Franken.

Messebesuche versorgen den Garten mit Material

Sie und Roth haben offensichtlich in der Gärtnerei ihre Berufung gefunden. Obwohl sie lange als Gärtner und Floristen arbeiteten, bezeichnen die Rentner ihren Garten als Hobby.

Jahrelang begrünte Hans-Werner Roth Messestände, begleitete gärtnerische Ausstellungen und schmückte zeitweise auch Verkaufsräume und Veranstaltungen – oft zusammen mit seiner Lebenspartnerin.

Pavillion, Hütte und Sauna sind selbstgebaut. Hans-Werner Roth hat für dieses Gebäude zwei alte Tore als Dekorelement umfunktioniert. © Alexandra Wachelau © Alexandra Wachelau

Auf fast jeder Bundesgartenschau der vergangenen Jahre war Roth beruflich unterwegs. Eine Zeit, die er als sehr arbeitsintensiv wahrgenommen hat. Trotzdem – oder gerade deshalb – hat er die Freude am Gärtnern nicht verloren, im Gegenteil: „Ich arbeite sehr gerne im Garten. Ich sehe das auch nicht als Last, Gartenarbeit ist für mich Entspannung“, sagt er.

Die meisten Pflanzen, aber auch die Kübel, Deko und andere Garten-Utensilien stammen von Gartenschauen und Messeständen. Vieles ist Unikat. In einer alten Scheune stapelt sich dieser Messefundus bis unter die Decke.

„Es ist ja immer etwas anderes angesagt. Zum Beispiel ist Terrakotta gar nicht mehr gefragt, dafür waren jahrelang Plastikbehälter modern. Da kommt einiges zusammen“, sagt Marlies Holiet-Franken.

Fast alle Tiere sind im Garten willkommen

Auf den Messen mussten die angefertigten Blumengedecke, Deko und Pflanzen immer perfekt aussehen. Im eigenen Garten sind die Rentner inzwischen nicht mehr so streng: „Wenn Schnecken oder Läuse kommen, dann sind sie eben da“, sagt Marlies Holiet-Franken. Insektengift ist nicht willkommen.

Manche Teile des Grundstücks lassen beide auch wild wuchern, zum Beispiel die Regole, eine Art Regenauffangbecken. Hier haben sich von allein Molche und Frösche angesiedelt, auch im großen Teich sind Goldfische aufgetaucht – und geblieben.

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Das einzige Tier, das beide ärgert, ist die Wühlmaus: „Leider wurden den Rosen die Wurzeln weggefressen, sonst würde hier noch mehr blühen“, sagt Hans-Werner Roth. Nun werden alle Wurzelballen mit Draht umwickelt.

Die Pflanzen scheint das nicht zu stören. Für Hochzeitsfotos macht das Paar den Garten gerne der Öffentlichkeit zugänglich, auch eine Modeshow wurde hier bereits veranstaltet. „Eigentlich könnte man aus der kleinen Hütte sogar ein Café machen“, überlegt Roth laut.

Mit den Ausstellungsstücken von den Messen könne er noch mindestens fünf Pavillons bauen, schätzt er. Für die Zukunft wünscht sich seine Lebensgefährtin allerdings noch mehr Leben im Garten: „Ich träume schon seit Jahren von Alpakas“, sagt Holiet-Franken. Deswegen haben sie in diesem Sommer im hinteren Teil des Gartens Weidegras ausgestreut.

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