Die Nachfrage in der Stadtteil-Bibliothek Aplerbeck ist ungebrochen groß. © Foto: Felix Guth
Stadtteilbibliothek

Corona-Auflagen hemmen die Leselust der Aplerbecker nicht

Medien-Boom dank Corona: Der Lockdown und die nach der Wiedereröffnung eingeführte Terminvergabe für Ausleihen halten die Aplerbecker nicht davon ab, die Stadtteilbibliothek aufzusuchen.

Die mehrwöchige Schließung und eine Wiedereröffnung unter Auflagen der Corona-Schutzverordnung haben der Stadtteil-Bibliothek Aplerbeck keinen Nutzerschwund beschert. Eher das Gegenteil ist der Fall, wie Bibliotheksleiterin Birgit Stenert zu berichten weiß.

„Gerade während der Schließungszeit ist die Nachfrage nach digitalen Angeboten stark angestiegen. Das gilt für eBooks genauso wie für Hörbücher“, sagt Stenert.

Seit dem 28. April wurde die Stadtteil-Bibliothek wieder schrittweise für den regulären Besucherverkehr geöffnet, Seither müssen vor dem Besuch Termine gemacht werden. Nur so sei laut Stenert umsetzbar, dass die Abstandsregeln eingehalten werden könnten und die Infektionskette bei einem Fall von Covid19 nachverfolgbar sei.

Nutzer nicht abgeschreckt

Wer nur ausgeliehene Medien zurückbringen wolle, der brauche keinen Termin, aber werde namentlich und mit Kontaktdaten erfasst.

Die corona-bedingten Neuerungen hätten jedoch dem Zulauf keinen Abbruch getan. „Das wurde alles gut angenommen. Wer davor schon zu uns kam, der kommt auch jetzt“, sagt Birgit Stenert.

Die vielen ältere Nutzer der Bibliothek schrecke das nicht ab, denn die legten nach wie vor großen Wert auf den persönlichen Kontakt bei der Ausleihe.

Gefragt wie nie

Das Ausleihverhalten der Bibliotheksnutzer in Aplerbeck entspricht damit dem Trend, den Dr. Johannes Borbach-Jaene, Direktor der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund (StLB), ausgemacht hat.

Während der corona-bedingten Schließung seien laut Borbach-Jaene die digitalen Angebote der Stadt- und Landesbibliothek insgesamt gefragt wie nie gewesen. So sei die „Onleihe“, die Nutzung von eBooks, im April um das 2,5-fache im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Die Kinderbuch-App „Tigerbooks“ wäre sogar zehnmal so oft genutzt worden wie im vergleichbaren Zeitraum des Jahres 2019. Nach der Wiedereröffnung der Bibliotheken Ende April wären auch eBooks noch doppelt so häufig genutzt wie im Vorjahr.

Wichtige Informationsquelle

Dabei hat die Ausleihe von (gedruckten) Büchern, Spielen, CDs und DVDs nicht gelitten: Trotz der durch die Hygieneauflagen bedingten Einschränkungen leihen sich die Besucher*innen in den Bibliotheken ebenso viele Medien aus wie im Vorjahr.

„Bibliotheken sind gerade in Zeiten der Corona-Pandemie eine wichtige Informationsquelle und unterstützen die Menschen mit ihren Medien nicht nur bei der schulischen und außerschulischen Bildung, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Freizeitgestaltung“, erklärt dazu Dr. Johannes Borbach-Jaene, Direktor der Stadt- und Landesbibliothek.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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