Maskenpflicht herrscht nicht nur in der Dortmunder Innenstadt, sondern auch in den Stadtteilzentren. © Jörg Bauerfeld
Corona in Dortmund

Coronalage im Dortmunder Süden: Hohe Zahlen – doch es geht noch schlimmer

Die Infektionszahlen steigen in Deutschland. Immer mehr Menschen infizieren sich mit Covid-19. Auch in Dortmund. Doch es gibt in der Stadt ein starkes Nord-Süd-Gefälle. So ist der Stand.

Es scheint fast so, als ob die B1 eine natürliche Grenze für das Coronavirus darstellt. Südlich von der Bundesstraße sind die Zahlen zwar ebenfalls hoch, aber nicht so dramatisch, wie in weiten Teilen von Dortmund. Eine Ausnahme macht da nur der Stadtbezirk Brackel, in dem die Corona-Fallzahlen denen der drei südlichen Stadtbezirke gleichen.

So ist es zumindest aus der aktuellen Statistik der Stadt Dortmund (Stand 14.12.2020) abzulesen. Jetzt ist es aber nicht so, dass man sich in Aplerbeck, Hörde oder Hombruch bequem zurücklehnen kann.

Im Süden sind die Zahlen am niedrigsten

Auch hier haben die Zahlen einen Inzidenzwert erreicht, der zu höchster Vorsicht mahnt. Nicht umsonst gelten auch hier an größeren öffentlichen Plätzen und Fußgängerzonen die Maskenpflicht. Auch hier muss strikt auf die Abstandregelung geachtet werden. Denn im Dortmunder Süden leben mit Abstand die meisten Senioren – und das ist eine Hochrisikogruppe, wenn es um die Infektion mit Covid 19 geht.

Aber wie sieht es in den drei südlichen Stadtbezirken genau aus? Wie haben sich die Zahlen entwickelt? Wir haben einmal einen Blick auf die Werte seit dem 17. Juli 2020 geworfen.

Aplerbeck:

Aplerbeck ist der Stadtbezirk mit den bisher niedrigsten Fallzahlen. Der von der Einwohnerzahl kleinste südliche Stadtbezirk weist seit dem Ausbruch der Pandemie statistisch die wenigsten positiven Fälle auf; hochgerechnet auf 100.000 Einwohner liegt der Wert bei 1167. Bei einer tatsächlichen Einwohnerzahl von 55.744 sind das rund 650 Infizierte insgesamt.

In den letzten vier Wochen (16.11.-14.12.) hat es in Aplerbeck 262 Neuinfektionen gegeben. Geht man davon aus, dass die Zahl pro Woche gleichbleibend ist, kommt dabei ein ungefährer Sieben-Tage-Inzidenzwert von 117 heraus.

Hörde:

Hörde ist ebenfalls, was die Zahlen der Corona-Infizierten angeht, noch gut dabei. Und das trotz des einen oder anderen sozialen Brennpunktes, den es an dem ehemaligen Stahlstandort gibt. Hörde ist ein gutes Beispiel dafür, dass dies nicht immer ein Grund für explodierende Infektionszahlen ist. Die zweitniedrigste Zahl an positiven Fällen gesehen auf 100.000 Einwohner kann Hörde aufweisen – nämlich 1337,8

Auf die Einwohnerzahl von 56.512 übertragen, liegt der Wert bei rund 750. In den letzten vier Wochen (16.11.-14.12.) hat es in Hörde 317 neu Infizierte gegeben. Der nur ungefähre Sieben-Tage-Inzidenzwert würde hier bei 140 liegen.

Hombruch:

Hombruch ist im Dortmunder Süden der einwohnerstärkste Stadtbezirk – und einer mit den meisten Senioren. Unter den drei südlichen Stadtbezirken kommt Hombruch bei den Positivfällen pro 100.000 Einwohnern am schlechtesten weg. 1390,7 weist die Statistik der Stadt Dortmund aus.

Hier liegt Hombruch sogar noch hinter dem Stadtbezirk Brackel. 295 Menschen haben sich in den letzten vier Wochen (16.11.-14.12.) mit dem Coronavirus infiziert. In der nicht repräsentativen Berechnung der Zahlen der letzten vier Wochen liegt der Sieben-Tage-Inzidenzwert bei 129.

Da bei den Berechnungen davon ausgegangen wird, dass die Zahl der Infizierten in den letzten vier Wochen in jeder Woche gleich war, ist das Ergebnis nicht aussagekräftig. Aber es lässt doch einen Vergleich zum am meisten betroffenen Stadtbezirk in Dortmund zu. In der Innenstadt-Nord würde der Sieben-Tage-Inzidenz Wert bei 263 liegen (nicht repräsentativ).

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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