An der Kreuzung Aplerbecker Straße / Leni-Rommel-Straße stand einmal eine ganz besondere Verkehrsinsel. © Jörg Bauerfeld
Baustellen in Dortmund

Die wohl „teuerste“ Verkehrsinsel Dortmunds ist verschwunden

Ob es Generationen von Politikern gedauert hat, bis die Stadt Dortmund ein Einsehen hatte, ist nicht überliefert. Aber eine Verkehrsinsel im Dortmunder Süden hat viele graue Haare beschert.

Einer, der sich viele Jahre um einen Umbau der Kreuzung Leni-Rommel-Straße / Aplerbecker Straße eingesetzt hat, war Henning Müller-Späth. Das Mitglied der Bürgerliste und der Bezirksvertretung Aplerbeck kämpfte einen Kampf gegen Windmühlen.

Im Februar 2020 verstarb Müller-Späth. Die Entscheidung, die Kreuzung umzubauen und damit endlich die wohl am schlechtesten platzierte Verkehrsinsel in Dortmund verschwinden zu lassen, bekam er nicht mehr mit.

An der Form des Teerfleckes lässt sich noch gut erkennen, wo die Verkehrsinsel stand.
An der Form des Teerfleckes lässt sich noch gut erkennen, wo die Verkehrsinsel stand. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Denn im Juli 2020 verkündetet das Tiefbauamt der Stadt Dortmund folgendes: „Am Montag, 13. Juli, beginnt der Umbau der Kreuzung Aplerbecker Straße / Leni-Rommel-Straße. Geplant sind der Neubau der Verkehrsinseln sowie der barrierefreie Ausbau.“

Nur noch ein Teerfleck deutet auf die Verkehrsinsel hin

Mitte Februar 2021 sollen die Arbeiten beendet sein. Die Verkehrsinsel ist jetzt schon verschwunden, aber ein großer Teerfleck auf der „Baustellenkreuzung“ zeigt noch genau, wo sie einmal gestanden hat.

Aber was war an dieser Verkehrsinsel denn so besonders? Optisch erst einmal gar nichts. Außer vielleicht, dass das auf ihr montierte Verkehrsschild in schöner Regelmäßigkeit umgefahren wurde.

Anwohner und auch Politiker schüttelten jedes Mal den Kopf, wenn Mitarbeiter der Stadt Dortmund in geradezu stoischer Ruhe die Verkehrsinsel nach jedem Überfahren wieder erneut aufstellten.

Das Verkehrsschild wurde immer wieder um und der Unterbau zu klump gefahren.
Das Verkehrsschild wurde immer wieder um und der Unterbau zu klump gefahren. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Was im Übrigen eine Menge Arbeit und Kosten bedeutete, denn immer wieder wurde das Verkehrszeichen mitten auf der Kreuzung einbetoniert. Und immer wurde es in Grund und Boden gefahren.

Immer wieder fuhren LKW das Verkehrsschild um

Das lag an den LKW, die von der B1 aus Richtung Brackel kommend, links in die Aplerbecker Straße abgebogen sind. Hatten diese keine Überlänge funktionierte das meistens. Bei den größeren Fahrzeugen wurde es eng.

Im Sommer 2019 hatte die Stadt ein Einsehen und stellte ein transportables Verkehrszeichen auf die Verkehrsinsel an der Kreuzung Aplerbecker Straße / Leni-Rommel-Straße. Das wurde zwar auch umgefahren, konnte aber kostengünstiger wieder aufgestellt werden.

Kosten für den Umbau der Kreuzung stiegen immer mehr

Ein Umbau der Kreuzung war der Stadt Dortmund lange zu teuer. Sollte der Umbau 2017 noch 100.000 Euro kosten, standen 2019 schon 360.000 Euro in den entsprechenden Unterlagen.

Erst mit der Erneuerung des Kanals in diesem Bereich war auch ein Umbau der Kreuzung möglich. Und nun ist sie weg, die wohl „teuerste“ und am meisten zerstörte Verkehrsinsel in Dortmund.

Ach ja, es soll eine neue Verkehrsinsel auf die Kreuzung kommen. Wie oft wird die wohl umgefahren?

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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