Frisch gebrannte Cashewkerne: Auch die gibt es in der Zuckerbäckerei im Dortmunder Süden. © Jörg Bauerfeld
Gebrannte Mandeln bei Anruf

Dortmunder Zuckerbäckerei liefert weihnachtliche Genüsse nach Hause

Auf dem Weihnachtsmarkt ist der Stand mit Leckereien über Dortmunds Grenzen hinaus bekannt. Erkennungsmerkmal: großer Schneemann. Aber ohne Markt, kein Stand. Also müssen Ideen her.

Schausteller zu sein, ist im Moment nicht leicht. Keine Volksfeste im Sommer und nun brechen auch noch die Weihnachtsmärkte weg. Einnahmen, auf die viele gesetzt haben. Einnahmen, die manchen über den Winter hätten bringen können.

Also, was tun, wenn nichts funktioniert in Sachen Außenverkauf? Aribert Carsten Schmitz hatte da eine Idee. Wenn die Kunden nicht zum Weihnachtsmarktstand kommen, dann kommt der Weihnachtsmarktstand eben zu den Kunden. Also, nicht der Stand selbst, sondern die Leckereien, die dort angeboten werden.

Ein Bild aus den 1920er-Jahren zeigt Familie Schmitz und ihren Bonbon-Stand.
Ein Bild aus den 1920er-Jahren zeigt Familie Schmitz und ihren Bonbon-Stand. © Schmitz © Schmitz

Xmas2Go heißt das Angebot, das ab sofort verfügbar ist. Mittwochs und samstags gibt es von 12 bis 18 Uhr eine kostenlose Auslieferung der Produkte. Der Mindestbestellwert liegt in Aplerbeck und fünf Kilometer drumherum bei 10 Euro. Je größer die Entfernung, umso höher liegt dann der Einkaufswert.

Bestellungen rund um die Uhr möglich

Bestellungen und Terminabsprachen sind bei der Aplerbecker Zuckerbäckerei rund um die Uhr möglich. Per WhatsApp oder SMS unter der Nummer (0177) 747 45 45 oder per Telefon unter (0231) 226 60 06.

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Zuckerbäckerei in Aplerbeck

Aber auch die Abholung ist möglich. Direktverkauf an der Gutjahrstraße 5 ist freitags und samstags von 12 bis 15 Uhr.

Und das Beste: Alles, was Zuckerbäcker Schmitz liefert, ist selbst hergestellt. Ob verschiedene Sorten an Mandeln, Cashewnüsse oder Kürbiskerne. Auch eine Auswahl an handwerklich gefertigten Bonbons gibt es.

Wie die Brotbonbons. Die haben mit einem Brot nun mal gar nichts zu tun. „Früher hat man gedacht, dass die Affen Kokosnüsse essen würden und hat die Affenbrot genannt“, sagt Aribert Schmitz.

Also heißen seine Karamellbonbons mit Kokosflocken auch heute noch Brotbonbons. So wie sie seine Vorfahren genannt haben. Die waren nämlich auch schon Zuckerbäcker und hinterließen die Rezepte für Mandeln und Co..

Die Herstellung der Bonbons ist Handarbeit. Hier werden die Brotbonbons geschnitten.
Die Herstellung der Bonbons ist Handarbeit. Hier werden die Brotbonbons geschnitten. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

„Eigentlich bereite ich die gebrannten Mandeln an dem Stand auf dem Weihnachtsmarkt zu“, sagt Aribert Carsten Schmitz. Es ist der Duft, der die Menschen anzieht, wie die Blumen die Bienen.

Metallkessel steht jetzt im Keller an der Gutjahrstraße

Zurzeit duftet es nur im Osten von Aplerbeck. Hier ist die Zuckerbäckerei zu Hause, hier stehen die Metallkessel im Keller und tun ihre Arbeit – wie schon in den Jahrzehnten zuvor. Ob der Lieferservice denn wirtschaftlich sei, darüber muss Schmitz nicht lange nachdenken. „Eigentlich nicht, aber man hat etwas zu tun“, so der Zuckerbäcker, der den Betrieb mit seinem Sohn führt.

Neben vielen kleinen Bestellungen gibt es auch schon mal größere. Dann werden Päckchen gepackt und verschickt. „Unsere Stammkunden vergessen uns nicht“, so Schmitz.

Auch in den 50er-Jahren stand man auf den Jahrmärkten und verkaufte Leckereien.
Auch in den 50er-Jahren stand man auf den Jahrmärkten und verkaufte Leckereien. © Schmitz © Schmitz

Die Zuckerbäckerei Schmidt gibt es schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Angefangen hat es in der Dortmunder City. Auf dem Brand hatte Urgroßvater Schmidt ein Häuschen und hat sich dann mit Zuckerwaren selbständig gemacht.

„Zusammen mit dem Mandelbrenner Arens ist er zum Küster der Reinoldikirche gegangen und die beiden haben gefragt, ob sie dort einen Stand aufstellen dürften“, sagt Aribert Schmitz. Damit fing alles an.

Den Betrieb der Eltern übernommen

„Ich sollte eigentlich studieren“, so Schmitz. Junge lern was Vernünftiges, haben ihm seine Eltern mit auf den Weg gegeben. Er hat dann aber doch den elterlichen Betrieb übernommen – und es nicht bereut. So etwas wie die Corona-Pandemie hat Schmitz auch noch nicht erlebt.

„Aber es muss ja weitergehen“, so der Zuckerbäcker. Und so gibt es jetzt gebrannte Mandeln oder auch Brotbonbons auf Bestellung.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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