Markus Schimmel leitet den Biomarkt seit 2013. Bei Obst und Gemüse setzt er auf regionale Anbieter. © Susanne Riese
„Treffpunkt Bio“

Dortmunds wohl ältester Bio-Markt hofft auf Eis-Saison: „Der Renner“

Der Dortmunder „Treffpunkt Bio“ ist Naturkostladen, Bistro, Café und Buchhandlung in einem. Treffpunkt ist der Laden derzeit Corona-bedingt eher weniger. Alle hoffen jetzt auf den Sommer.

Bücher, Stifte, Lebensmittel, Kosmetik: Im Treffpunkt Bio in Dortmund-Brünninghausen gibt es fast alles, was zum täglichen Bedarf gehört. Gleichzeitig ist der Laden Café und Bistro und seit Neuestem auch DHL-Shop.

Das Herz des erstaunlich großen und versteckt liegenden Marktes bilden aber der Frischebereich und das Bistro. Nur regionale Ware und Bio-Qualität schafft es in die Körbe und Kühlschränke, so Geschäftsführer Markus Schimmel: Das Obst und Gemüse kommt aus der Demeter-Gärtnerei und von der Firma Grünkäppchen aus Dortmund, viele Sorten Käse und andere Milchprodukte aus einer Bio-Molkerei in Gronau, und die Eier werden aus Bad Sassendorf geliefert.

Nach reiflicher Überlegung hat Markus Schimmel seit einiger Zeit auch echte Frikadellen in der warmen Theke, direkt neben der Karaffe mit dem durch Kristalle energetisierten Wasser.

Grillfleisch kommt ins Angebot

„Ich war erst skeptisch, aber die Frikadellen laufen sehr gut.“ So gut, dass der 51-Jährige demnächst auch Grillfleisch ins Angebot aufnehmen will. Lieferant dafür ist Biofleisch NRW in Bergkamen.

An der warmen Theke gibt es täglich wechselnde, frisch gekochte Mittagsgerichte - derzeit nur zum Mitnehmen.
An der warmen Theke gibt es täglich wechselnde, frisch gekochte Mittagsgerichte – derzeit nur zum Mitnehmen. © Susanne Riese © Susanne Riese

Das weit gefächerte Trockensortiment – Nährmittel, Konserven, Gewürze – bezieht Markus Schimmel von verschiedenen Naturkostanbietern. Hinzu kommt Brot von der Vollkornbäckerei Niemand aus Hagen. Sie liefert auch den Kuchen, der bei den Kunden ganz besonders beliebt sei. Viele nehmen gern ein Stück Kirschquarkkuchen, ein Dinkelschiffchen oder eine Stachelbeerschnitte mit, wenn Besuch kommt.

Matthias Steckermeier, Sophia Rotermund und Nils Lohse (v.l.) stehen im Treffpunkt Bio hinter der Theke.
Matthias Steckermeier, Sophia Rotermund und Nils Lohse (v.l.) stehen im Treffpunkt Bio hinter der Theke. © Susanne Riese © Susanne Riese

Gekocht wird im Treffpunkt vegan-vegetarisch und ausschließlich mit Bio-Ware. Jeden Tag wechseln die Gerichte im kleinen Bistro im hinteren Teil des Ladens. Lehrer und Schüler der umliegenden Schulen, Menschen aus den benachbarten Seniorenheimen und Beschäftigte nutzen normalerweise das Angebot für eine entspannte Mittagszeit auf der Terrasse hinter dem Markt oder in der Bistroecke.

Info

der Treffpunkt Bio

  • Der Treffpunkt Bio geht zurück auf das 1978 gegründet Bio-Lädchen. Die Gründer des wahrscheinlich ältesten Bio-Markts Dortmunds verkauften ihre Ware zunächst an einem Obst- und Gemüsestand in der Mergelteichstraße. Später eröffneten sie den Markt im Pädagogisch Sozialen Zentrum Dortmund (PSZD) und weiteten das sein Sortiment immer weiter aus.
  • Mitte der 80er-Jahre, als zahlreiche Hof- und Bioläden eröffneten und dem Markt Konkurrenz machten, kamen ein Bio-Restaurant und Café hinzu. In den 90er-Jahren wurde beides zum „Treffpunkt Bio“ zusammengelegt.
  • Der Treffpunkt Bio in der Mergelteichstraße 47 ist von Montag bis Freitag von 9.30 bis 16 Uhr geöffnet.

Auch Eltern, die ihre Kinder an der Georg- oder der Rudolf-Steiner-Schule abholen, greifen gern auf das gesunde Mittagsangebot zurück, so Markus Schimmel.

In den letzten Wochen waren die Sitzbereiche mit 25 Plätzen innen und 50 bis 60 im Außenbereich jedoch wegen der Pandemie abgesperrt. Kunden mussten Möhreneintopf, Curry-Reis-Pfanne mit Tofu oder Reibekuchen mitnehmen und zuhause essen.

Schließung von Café und Bistro reißt ein großes Loch

Auf nur etwa 20 Prozent des normalen Bistro-Umsatzes schätzt Markus Schimmel die Verkaufszahlen im Lockdown. Ewig dürfe das nicht so weitergehen. „Die Kunden fragen jeden Tag, wann wir wieder öffnen.“ Inzwischen gibt es gute Nachrichten: Am 27. Mai hat die Außengastronomie in Dortmund Grünes Licht erhalten, nun will Markus Schimmel auch seine Terrasse wieder öffnen.

Der Bio-Markt liegt ziemlich versteckt an der Mergelteichstraße in einem Gebäudekomplex.
Der Bio-Markt liegt ziemlich versteckt an der Mergelteichstraße in einem Gebäudekomplex. © Susanne Riese © Susanne Riese

Demnächst spielt vielleicht auch das Wetter mit und begünstigt einen besonderen Verkaufsschlager des Bio-Ladens: Demeter-Eis. „Das ist hier im Sommer der Renner.“ Die Stammkunden warten schon darauf.

Auf Laufkundschaft kann der Bio-Laden dagegen nicht setzen, denn den versteckt im Pädagogisch Sozialen Zentrum Dortmund (PSZD) liegende Markt findet nur der, der danach sucht. „Hierhin verirrt sich niemand zufällig“, sagt Markus Schimmel, der den Laden Ende 2013 übernommen hat.

Das Sortiment wächst auch heute noch weiter. Das neueste Warenangebot richtet sich an einen ganz neuen Kundenzweig: Es ist ein besonderes Hundefutter.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
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Susanne Riese

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