Der kranke Fuchs in einer Berghofer Siedlung. Das Tier litt an einer für Haustiere gefährlichen Krankheit. © Jörg Bauerfeld
Gefährliche Krankheit

Erschossener Fuchs litt an gefährlicher Krankheit: Ergebnis liegt vor

In einer Siedlung im Dortmunder Süden wurde der junge Fuchs am 24. November von einem Jäger erschossen – auf offener Straße. Das Tier war augenscheinlich schwer krank. Jetzt ist der Grund bekannt.

Der Schuss aus dem Gewehr des Jägers war für das taumelnde Tier wohl eine Erlösung. Ende November tauchte ein junger Fuchs in einer Berghofer Siedlung auf. Völlig apathisch stand er am Straßenrand und wurde immer wieder von schweren Krämpfen geschüttelt.

Ein herbeigerufener Jäger erlöste das Tier schließlich. Die Vermutung zum damaligen Zeitpunkt: Der Fuchs litt an Staupe. Eine Krankheit, die auch für Haustiere gefährlich, wenn nicht sogar tödlich sein kann.

Das tote Tier wurde nach Arnsberg gebracht

Um dies genau abzuklären, wurde der tote Fuchs noch am selben Tag in die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung nach Arnsberg gebracht.

Hier werden unter anderem tote Wildtiere auf Krankheiten untersucht. Und jetzt, knapp vier Wochen nach seinem Tot steht fest, woran der junge Fuchs litt. Es war Staupe. Aber warum kommt das Ergebnis erst jetzt? Das liegt an einer Vorsichtsmaßnahme. Es geht dabei um den sogenannten Fuchsbandwurm.

Ein Parasit, der Wildtiere befällt und dessen Eier für den Menschen lebensgefährlich sein können. Infiziert sich ein Mensch mit Fuchsbandwurmeiern, kann sich Larvengewebe bilden, das sich tumorartig in Leber, Lunge und Gehirn ausbreiten kann.

Bei Minus 20 Grad mehrere Wochen eingefroren

Eine Methode, um sicherzugehen, dass eben diese Eier nicht mehr existieren ist, das tote Tier einzufrieren. Bei minus 20 Grad. Und zwar mehrere Wochen. Das ist auch mit dem jungen Fuchs aus Berghofen geschehen. „Es ist dann im Arnsberger Institut Staupe nachgewiesen worden“, sagt der städtische Veterinär Dr. Rüdiger Wurm. Es sei aber eine Krankheit, die nicht meldepflichtig sei.

Und er wiederholt seinen Aufruf an alle Hundebesitzer, ihre Tiere gegen die Staupe impfen zu lassen. Denn gerade für jünger Hunde ist diese Krankheit lebensbedrohend. „Es kann nämlich sein, dass noch mehr Wildtiere betroffen sind im Dortmunder Süden. Von Amtswegen sind aber keine weiteren Vorkehrungen nötig“, sagt Dr. Wurm.

Aber was geschieht jetzt mit dem toten Fuchs? Er werde, so Dr. Wurm, wieder in den „Materialkreislauf“ der Welt gebracht. Der Kadaver kommt in eine Tierbeseitigungsanlage. Am Ende wird aus dem Tier Bio-Diesel hergestellt.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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