Eine Feier in der Fabido-Kita in Menglinghausen beschäftigt nun auch die Politik. © Jörg Bauerfeld
Corona in Dortmund

Feier zu Corona-Zeiten in einer Kita: Jetzt melden sich die Eltern zu Wort

Die von der Polizei aufgelöste Feier in einer Dortmunder Kita hat hohe Wellen geschlagen. Die Stadt prüft Konsequenzen, die öffentlichen Netzwerke brodeln – jetzt melden sich die Eltern.

Die Stadt Dortmund, genauer gesagt die Fabido (Familienergänzende Bildungseinrichtungen für Kinder in Dortmund), die Träger der Kita in Menglinghausen ist, will arbeitsrechtliche Schritte gegen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Einrichtung prüfen.

Die wurden von der Polizei bei einer etwas längeren und lauteren Dienstbesprechung erwischt. Die Stadt Dortmund hat sich zwar zu dem Vorfall geäußert, doch die Fraktion der FDP und Bürgerliste im Rat der Stadt Dortmund gibt sich damit nicht zufrieden und fordert weitere Untersuchungen.

Die Eltern der Kinder haben sich jetzt zu Wort gemeldet

Jetzt haben sich aber auch die Eltern der Kinder gemeldet, die die Kita „Am Rüggen“ besuchen. Und die stehen voll hinter den „erwischten“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Es war sicher eine dumme Aktion, aber man muss auch immer die ganzen Umstände betrachten“, sagt Ralf Hellwig, Mitglied des Elternrates der Fabido-Einrichtung in Menglinghausen.

So müsste man dort seit Monaten mit lediglich 70 Prozent des vorgeschriebenen Personals auskommen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden sehr gute Arbeit leisten. Man würde sich wünschen, das Geschehnis auch einmal richtig einzuordnen.

Und daher gab es auch eine offizielle Stellungnahme des Elternrates „Am Rüggen“. „Wir haben vorher mit fast allen Eltern gesprochen und kein böses Wort gegenüber den Kita-Mitarbeiterinnen gehört. Eher ein wenig Enttäuschung“, sagt Ralf Hellwig.

Volle Unterstützung für die Mitarbeiter der Einrichtung

So sind sich die Eltern einig, die Kita-Angestellten zu unterstützen: „Viele Jahre sehr gute, vertrauensvolle Arbeit, freiwilliges Engagement über das normale Maß hinaus und Offenherzigkeit im Umgang mit unseren Kindern werden durch die Elternschaft jetzt nicht durch einen Ausrutscher abgestraft“, heißt es in dem Schreiben.

Und weiter: „Im Gegenteil: es zeigt uns Eltern einmal mehr, unter welchem Druck unsere Erzieherinnen dieser Tage stehen und welche dunklen Wesensarten Corona zutage fördert, wenn der schwarze Peter so schnell weitergereicht wird und ein so ungenaues Bild gezeichnet wird.

Wir sprechen den ErzieherInnen zudem unser vollstes Vertrauen in ihr pädagogisches Tun aus und freuen uns auf viele weitere Aktionen, die mit uns und unseren Kindern geplant und durchgeführt werden.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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