Roland Helsper (r.) war als Geschäftsführer der „Nachsorge Dortmund“ nicht nur im Büro tätig, sondern auch an vorderster Front dabei. © Rüdiger Barz (A)
Hilfe für Suchtkranke

Führungswechsel bei der „Nachsorge Dortmund“: Roland Helsper geht

Roland Helsper ist seit 27 Jahren der „Macher“ bei der Nachsorge Dortmund, die sich um Suchtkranke kümmert. Nach fast 30 Jahren gibt er die Zügel in andere – aber nicht unbekannte – Hände.

Roland Helsper ist seit knapp 25 Jahren Geschäftsführer der „Nachsorge Dortmund“ (Nado) und der Mann der ersten Stunde dieser Organisation in Wellinghofen, die Menschen unterstützt und begleitet, die ohne Suchtmittel leben möchten.

Zum Ende dieses Jahres legt er die Geschäftsführung allerdings in die Hände dreier langjähriger Mitarbeiterinnen: Sandra Averdung, Marzena Kulla und Laura Wagner stehen dann an der Spitze der 1993 gegründeten Nado.

Sie werden das Ziel des damals 37-jährigen Roland Helsper weiterverfolgen, den Weg in eine berufliche und soziale Zukunft für cleane und rehabilitierte Drogenabhängige zu ebnen. Dabei war Roland Helspers Weg bis zur Gründung des Vereins vor 27 Jahren eher steinig.

Helsper verlor wegen seines Engagements seinen Job

Als studierter Sozialarbeiter war er damals in der Drogenberatung in Herne tätig. Doch wegen seines besonderen Engagements für den Nado e.V. in Dortmund verlor er seinen Job. Ab diesem Zeitpunkt gab es für ihn nur noch den Verein, der noch gar nicht soweit war.

Erst 1992 gelang es ihm und dem Verein, eine geeignete Immobilie zu erwerben und umzubauen. Die Adaption mit zunächst 12 und inzwischen 17 Behandlungsplätzen wurde 1996 eröffnet – zeitgleich übernahm Roland Helsper die Aufgabe als Geschäftsführer und die Therapeutische Leitung.

Roland Helsper wird dem Förderverein Nado erhalten bleiben und sich dort weiter engagieren.
Roland Helsper wird dem Förderverein Nado erhalten bleiben und sich dort weiter engagieren. © Nado © Nado

Die Adaptionsbehandlung ist eines der drei Tätigkeitsfelder der Nado. Im geschützten Umfeld eines dafür eingerichteten Hauses konnten jugendliche und erwachsene Patienten ursprünglich sechs, inzwischen drei bis vier Monate lang in der zweiten Phase ihrer Therapie leben und werden auf dem Weg in ein Suchtmittel-freies Leben unterstützt.

Rasch sei jedoch klar geworden, dass nach der Regeltherapiezeit weiterhin ein Betreuungsbedarf bei den Betroffenen bestand, so die Nado. Roland Helsper erweiterte daraufhin das Angebot um ein zweites Tätigkeitsfeld, das betreute Wohnen, das Personen, die Therapie und Adaption durchlaufen haben, weiter im Alltag unterstützt. Dafür stehen inzwischen vier Mehrfamilienhäuser zur Verfügung.

Ambulante Therapie wird angeboten

Das dritte Tätigkeitsfeld des Vereins richtet sich an Drogenabhängige, die noch in sozial stabilen Verhältnissen leben und nur eine ambulante Therapie benötigen. Die Anzahl der Mitarbeiter ist inzwischen auf 18 angewachsen. Ein Teil der Nado ist heute eine gemeinnützige GmbH.

Ohne Roland Helspers fortwährendes Engagement wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen, sind sich seine Mitarbeiter sicher. Die Nado sei sein Lebensprojekt. „Er war sowohl in therapeutischer, menschlicher als auch in betriebswirtschaftlicher Hinsicht ein vorbildlicher Geschäftsführer“, sagen die Mitarbeiter. „Wir schätzen ihn alle sehr und sind stolz, ein Teil des Ganzen zu sein.“

Und auch wenn ab dem 1. Januar 2021 andere die Strippen ziehen werden, bleibt Roland Helsper der Nado erhalten. „Es überrascht uns nicht“, sagen die Mitarbeiter mit einem Augenzwinkern. „Er bleibt uns allen ein Stück weit erhalten und setzt sich mit dem Förderverein Nado weiter für seine Prinzipien ein.“

Das sind die „Neuen“

Die Psychologin und angehende Psychotherapeutin Sandra Averdung (39), die Suchttherapeutin Marzena Kulla (35) sowie die Diplom-Sozialpädagogin und Suchttherapeutin Laura Wagner (39) werden sich indes um sein „Lebensprojekt“ kümmern.

Alle drei sind seit Jahren bei der Nado beschäftigt und freuen sich auf die Zusammenarbeit im neuen Führungsteam. Zeitgleich zu dem Wechsel an der Führungsspitze gibt es jedoch noch eine weitere Veränderung.

Dr. Rolf Schulz, Beiratsmitglied und Arzt für Psychiatrie und Neurologie, der die Nado seit 1996 begleitet, gibt seine Aufgabe als ärztliche Leitung an Dr. Rainer Lütze weiter, der wie früher Dr. Schulz seine Praxis in unmittelbarer Nachbarschaft zur Nado betreibt.

Über die Autorin
Redakteurin für Schwerte und den Dortmunder Süden
Redakteurin, davor Studium der angewandten Sprachwissenschaften in Dortmund und Bochum. Sportbegeistert und vor allem tänzerisch unterwegs.
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Carolin West

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