Das „El Paradiso am Rüpingsbach 1“: Ob genau von diesem gepachteten Grundstück oder vom Nachbargrundstück der Lärm kam, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Nach Ansicht des Stadtverbandes werden aber beide Grundstücke nicht so genutzt, wie es der Pachtvertrag vorsieht. © Britta Linnhoff
Ärger am Beisterweg

Grabeland-Parzelle wurde zur Partyzone mit Getränkekarte und DJ

Der Lärm war immer abends und an den Wochenenden zu hören. Anwohner des Beisterwegs in Dortmund waren genervt. Jetzt ist klar, was sich hier abgespielt haben muss.

Anlieger des Beisterwegs in Schönau, einer ruhigen Wohnstraße, waren zunehmend genervt: Vor allem an den Wochenenden und abends dröhnten Lärm und laute Musik in Richtung ihrer Balkone und Gärten. Versuche, der Sache auf die Spur zu kommen, blieben zunächst erfolglos.

Nun ist klar, woher der Lärm kam. Eine Gruppe vor allem junger Leute hat sich ganz offenbar auf einem Stück Grabeland neben den Gleisen und in unmittelbarer Nachbarschaft des Rüpingsbaches häuslich eingerichtet. Entstanden ist eine kleine Freiluft-Partyzone mit Holzhäuschen, Feuerstelle, Getränkekarte und manchmal offenbar auch mit DJ.

So stellt es sich jedenfalls nach diversen Aktivitäten von Polizei, Stadt und dem Stadtverband Dortmunder Kleingärtner dar. Lange war unklar, wem das Gelände dort überhaupt gehört. Es liegt abseits aller Straßen, von der Palmweide gelangt man über einen Fuß- und Radweg Richtung renaturierter Emscher dorthin.

Es gibt eine ganze Reihe von Gärten. Sie entsprechen hier nicht dem Bild klassischer Kleingärten: Sie sind größer und – man könnte sagen – individueller. Manches Grabeland sieht auch so aus, als sei schon länger keiner mehr da gewesen.

Der „Rüpingsbachweg“: Er führt entlang der renaturierten Emscher. Zwischen dem Bach und der Bahnlinie liegt das Grabeland.
Der „Rüpingsbachweg“: Er führt entlang der renaturierten Emscher. Zwischen dem Bach und der Bahnlinie liegt das Grabeland. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Eine dieser Gartenflächen ist in den letzten Monaten offenbar zu einem kleinen Freiluft-Partyraum mutiert: Es gibt einen Holzunterstand, eine Feuerstelle, sogar eine Getränkekarte. Bier, Mate mit Schuss oder Sangria waren hier wohl schon im Angebot. Aber nun, so scheint es, ist die Party hier erst einmal vorbei.

Grundstücksnutzung verstößt gegen den Pachtvertrag

Allerdings: Noch immer ist nicht ganz klar, von welcher Parzelle genau der Lärm kam. Das jedenfalls sagt Heribert Werner vom Stadtverband der Dortmunder Kleingärtner. Während die Polizei das „El Paradiso“ als Ort der „Party-Location“ bezeichnet, hält Werner es eher mit einem Nachbargrundstück.

Denn im „El Paradiso“ wachse schon „das Unkraut durch den Stuhl“. Hier sei offenbar schon länger keiner mehr gewesen. Daher hat er eher das Nachbargrundstück in Verdacht.

So oder so: Beide Grundstücke werden offenbar so genutzt – oder eben nicht –, wie es der Pachtvertrag keinesfalls vorsieht. In einem der Gärten sei eine Art Hochseilgarten entstanden, und eine Nutzung als „Party-Lounge“ sehe der Pachtvertrag nun keinesfalls vor.

Der Stadtverband habe, so versichert Werner, inzwischen mit den Pächtern Kontakt aufgenommen. Die aber versicherten, es nicht gewesen zu sein, die den Lärm verursacht hätten. Aber man bleibe hier sicher am Ball, so Werner, „wir werden Maßnahmen ergreifen“.

Etwa 1700 Verträge über Grabeland gibt es in Dortmund

Der Stadtverband Dortmunder Gartenvereine verwaltet das Grabeland im Auftrag der Stadt, der das Gelände gehört. Das ist in ganz Dortmund Praxis. Werner spricht von insgesamt rund 1700 solcher Verträge in Dortmund. Etwa 30 seien es hier zwischen Rüpingsbach und Beisterweg.

Bei der Vielzahl der Kleingärten in der Stadt könne man nicht jeden im Blick behalten. Anders als in einem Kleingartenverein sei bei dem Grabeland ja auch jeder für sich. Am Rüpingsbach aber haben sie das Grabeland inzwischen im Blick, nachdem sich die Polizei bei ihnen gemeldet hat.

Die Anlieger des Beisterwegs wird es freuen. Denn sie sind es, die vor Monaten massiv – vor allem an Abenden des Wochenendes und vor und an Feiertagen – über ordentlich Lärm auf Balkonen und Terrassen klagten.

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Britta Linnhoff

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