Ins Hansa-Theater kehrt wieder Leben ein, wenn auch noch nicht durch Publikum im Saal. © Archiv
Hansa Theater

Hansa Theater startet mit Schwierigkeiten: „Seit fünf Jahren Ausnahmezustand“

Bereits im Juni konnten endlich Karten für die neuen Shows des Hansa-Theaters gekauft werden. Seit rund drei Wochen wird wieder getanzt und gesungen. Allerdings: Der große Ansturm fehlt bisher.

Viele haben diesem Datum entgegengefiebert: Seit dem 28. August (Samstag) spielen im Hansa Theater an der Eckardtstraße wieder Musik- und Tanzshows. Bis zum Juni 2022 hat das Theater rund 120 Shows in der Reserve, darunter einige Premieren, die aufgrund der Pandemie jetzt erst nachgeholt werden können.

Trotz gutem Feedback: Viele Besucher gibt es noch nicht

Doch jetzt, nach rund drei Wochen, ist die erste Bilanz recht ernüchternd, wie Theaterleiterin Inga Strothmüller feststellt: „Wir haben leider damit zu kämpfen, dass die Menschen noch sehr verhalten damit sind, Karten zu kaufen“. Woran das liegt, könne sie nicht sagen.

Dabei war das Feedback bisher immer gut. Allein die drei Online-Konzerte, die das Theater vor einem halbe Jahr startete, waren ein „riesiger Erfolg“, sagt Inga Strothmüller. Von den Konzerten sollen nun DVDs erstellt werden.

Obwohl noch bis Ende Oktober vor allem die Shows gespielt werden, die seit März 2020 verlegt werden mussten, waren Inga Strothmüller und ihr Team bereits gezwungen, manche der neuen Shows bereits abzusagen – darunter auch das eigentlich recht beliebte „Inga on Stage“.

Inga Strothmüller leitet das Hansa Theater und wird auch am 2. Mai (Sonntag) wieder auf der Bühne stehen - allerdings nicht vor Publikum.
Inga Strothmüller leitet das Hansa Theater und wird auch am 2. Mai (Sonntag) wieder auf der Bühne stehen – allerdings nicht vor Publikum. © Picasa © Picasa

„Das sind momentan Ticket-Zahlen, über die ich vor einigen Jahren noch gelacht hätte“, sagt Strothmüller.

Vielleicht wissen viele einfach noch nicht, dass das Theater jetzt in die Saison gestartet ist? Dabei hätte sie viele ihrer Kunden, die kein Internet haben, sogar persönlich angerufen, erzählt Strothmüller. „Aber bei jedem unserer Besucher können wir das natürlich nicht machen“, sagt sie.

Am 8. Oktober startet „Whitney Houston meets Pink“

Deswegen muss jetzt noch einmal die Werbetrommel gerührt werden. Am 8. Oktober (Freitag), erzählt Inga Strothmüller, startet die erste Premiere der diesjährigen Saison. Hier spielen Deborah Lee (Whitney Houston) und Silke Cosmar (Pink) in einem gemeinsamen Konzert die größten Hits der beiden Gesangs-Ikonen.

Auch der Musical-Express, der aufgrund der Corona-Verordnungen im vergangenen Jahr nicht auftreten konnte, findet im Programm seinen Platz. Im März nächsten Jahres startet dann die „ABBA-Saga“ – passend zum Comeback der Truppe.

Auch für Schulklassen und Kinder wird wieder ein Programm angeboten, beispielsweise „Ella Eisbär“. Alle Veranstaltungen sind mit den gängigen 3-G-Regeln zugänglich, das komplette Programm steht auf www.hansa-theater-hoerde.de.

Bei „Whitney Houston meets Pink“ tritt Silke Cosmar als die Sängerin Pink auf.
Bei „Whitney Houston meets Pink“ tritt Silke Cosmar als die Sängerin Pink auf. © Julian Gebhardtwww.julian-gebha © Julian Gebhardtwww.julian-gebha

Ein bisschen Normalität vor Ort

An der Eckardtstraße ist dabei alles wie früher: Das Büro ist von montags bis freitags geöffnet, kann vor Ort besucht oder angerufen werden. Flyer und Flugblätter über die einzelnen Shows liegen in der Auslage bereit. Sogar das sonntägliche Waffelbacken, das eine Stunde vor dem Vorstellungsbeginn startet, wird wieder mit angeboten.

Ein bisschen Normalität, auf die sich Inga Strothmüller schon im vergangenen Gespräch gefreut hatte, ist daher schon ins Theater eingekehrt. Dennoch: „Eigentlich herrscht seit fast fünf Jahren im Hansa Theater Ausnahmezustand“, sagt sie.

Am 1. Mai 2018 hatte es in dem Gebäude an der Eckhardstraße gebrannt, im darauffolgenden Jahr musste das Theater umziehen. Nur wenige Monate, nachdem das renovierte Hansa Theater in Hörde wieder eingeweiht wurde, nahm die Corona-Krise in Deutschland ihren Lauf.

Jetzt gilt es, noch mehr Routine ins Showgeschäft zu bringen. Dabei ist das Hansa Theater mit den geschilderten Problemen nicht alleine, wie Strothmüller berichtet: „Das scheint in gewisser Weise normal zu sein, viele meiner Kollegen aus der Branche berichten von Startschwierigkeiten“.

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