Der Vorstand des Heimatvereins - Helmut Broich, Bernhard Finkeldei und Willi Garth - präsentierte den neuen Kalender zusammen mit Birgit Lange-Grieving und Leah Schrei von der Buchhandlung Transfer. © Susanne Riese
Foto-Kalender

Historische Fotos vom alten Hörde: Heimatverein präsentiert Kalender

Der Heimatverein Hörde hat seinen Kalender mit historischen Fotos für 2022 vorgestellt. Zum neunten Mal zeigt der Fotokalender neue vergessene Ansichten des alten Hörde.

Ein Glücksfall machte es möglich, dass auch der 2022er-Kalender des Hörder Heimatvereins wieder einen Schatz an alten Fotos zeigen kann. „Ein Vorstandsmitglied konnte auf den Nachlass seiner Tante, Maria Finkeldei, zurückgreifen“, berichtete Willi Garth, Vorsitzender des Heimatvereins, bei der Vorstellung des Kalenders.

So stammt ein Großteil der neuen Abbildungen aus der Postkarten-Sammlung der historisch interessierten Tante. Die Kalendermanufaktur Viersen hat die Bilder auf ein ansehnliches Din A3-Format gebracht (Garth: „Es ist unwahrscheinlich, was die aus den Bildern herausholen“).

Das Kalender-Deckblatt zeigt den Platz an der Schlanken Mathilde im Jahr 1913, noch ohne die hohe Standuhr.
Das Kalender-Deckblatt zeigt den Platz an der Schlanken Mathilde im Jahr 1913, allerdings noch ohne die hohe Standuhr. © Nachlass Finkeldei © Nachlass Finkeldei

Schon das Titelbild zeigt einen beeindruckenden Überblick aus der Mitte des alten Hördes und einen lebendigen Ausschnitt des Lebens anno dazumal. Zu sehen ist die Chausseestraße, heute Hermannstraße, im Jahr 1913.

Zentraler Platz mit aufwendigen Häuserfassaden

Die Schlanke Mathilde steht noch nicht, dafür das bekannte Café Hennekemper. Einige der schmucken Häuser gibt es noch heute, andere fielen dem Bau der Brücke zum Opfer. Eine alte Straßenbahn ist zu sehen und eine Menge Bürger und spielende Kinder sind auf dem Kopfsteinpflaster unterwegs.

Der vordere Hof der Stiftsbrauerei von der Hermannstraße aus gesehen.
Der vordere Hof der Stiftsbrauerei von der Hermannstraße aus gesehen. © Hörder Heimatmuseum © Hörder Heimatmuseum

Weitere Kalenderblätter sind dem Hengsteysee mit Hohensyburg gewidmet, dem Bethanien-Krankenhaus und der Stifts-Brauerei. Eine Ansichtskarte von 1911 zeigt einen Sonntagsausflug zum Brunnenkamp. Das angeblich heilende Wasser des dortigen Pfingstbrunnens sollte Dortmund einst zum Kurort machen.

Auch das schlossähnliche Kreishaus, das 1944 schwer von Bomben getroffen und 1950 wieder aufgebaut wurde, ist zu sehen. „Es war eine Augenweide“, sagt Heimatforscher Garth. 1995 wurde es gegen heftige Widerstände abgerissen.

Die Postkarte von 1911 zeigt die Lange Straße, heute Alfred-Trappen-Straße. Rechts liegt das Hörder Amtsgericht, dahinter das Gefängnis. Auf der linken Seite steht die Gaststätte Lathe, wo später das Odeon-Kino einzog.
Die Postkarte von 1911 zeigt die Lange Straße, heute Alfred-Trappen-Straße. rechts liegt das Hörder Amtsgericht, dahinter das Gefängnis. Auf der linken Seite steht die Gaststätte Lathe, wo später das Odeon-Kino einzog. © Nachlass Maria Finkeldei © Nachlass Maria Finkeldei

Ein Bild aus der Sammlung der Apothekerfamilie Hermfisse zeigt mit dem Alten Clarenberg eine der ersten Arbeitersiedlungen im Ruhrgebiet, errichtet in den 1840er Jahren. Auf dem Foto ist eine Reihe schmuckloser zweigeschossiger Häuser zu sehen, ohne jedes Grün und durch Steinpfosten zur Benninghofer Straße hin abgegrenzt.

Blick auf den Hengsteysee mit Hohensyburg 1928.
Blick auf den Hengsteysee mit Hohensyburg 1928. © Nachlass Maria Finkeldei © Nachlass Maria Finkeldei

Willi Garth steuert aus seinem Archiv eine Ansicht des alten „Stadtgarten“ von 1913 bei. Das ehemals weitläufigere Parkgelände an der Stiftskirche war ursprünglich der erste Hörder Kommunalfriedhof, wovon laut Willi Garth noch einige Grabsteine zeugen.

Durch die Viktoriastraße, heute Hörder Semerteichstraße, fuhr eine Straßenbahn nach Dortmund.
Durch die Viktoriastraße, heute Hörder Semerteichstraße, fuhr eine Straßenbahn nach Dortmund. Es kam vor, dass Fahrgäste aussteigen und den Anstieg zu Fuß gehen mussten, weil die Bahn die Steigung nicht schaffte. Auf dieser Ansicht (um 1917) ist rechts die Viktoriaschule zu sehen, später Semerteichschule. © Nachlass Maria Finkeldei © Nachlass Maria Finkeldei

Viel zu entdecken ist auch auf dem Dezember-Bild: Der Blick von der Kluse aus auf das Hochofengelände von 1912 aus dem Nachlass Finkeldei. Neben Halde und Hochofen ist eine Seilbahn zu sehen, die die Öfen mit Erz und Koks belieferte sowie der Wasser-Hochbehälter, der noch heute steht.

Hier gibt es den Kalender

Den Bildkalender „Historische Ansichten aus Hörde“ für 2022 gibt es nur bei Transfer Bücher und Medien, An der Schlanken Mathilde 3. Preis: 22 Euro; 1 Euro davon geht als Spende an den Heimatverein.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
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Susanne Riese

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