Mit Zustimmung der Eltern konnten sich auch minderjährige Dortmunder an der Moschee in Hörde impfen lassen. © Felix Mühlbauer
Impfaktion

Impfaktion an der Hörder Moschee: „Wir müssen den Menschen die Angst nehmen“

Erfolgreicher als geplant verlief die Sonderimpfaktion am Freitag (23.7.) an der Moschee der DITIB-Gemeinde in Hörde. Die zuständige Ärztin ist begeistert von der Annahme des Angebots.

Um mehr Menschen in Dortmund zu einer Impfung zu überzeugen, kommen immer mehr Sonderimpfaktionen der Stadt. Am Freitag (23.7.) gab es eine gemeinsame Aktion der Kassenärztlichen Vereinigung und des Dortmunder Impfzentrums an der Moschee der DITIB-Gemeinde in Hörde.

Von 11 bis 16 Uhr konnte jeder, der sich zuvor telefonisch angemeldet hatte und mindestens 16 Jahre alt ist, zur Moschee am Friedensweg kommen. Zur Auswahl standen die Impfstoffe von Moderna, Biontech und Johnson & Johnson.

Aktion erfolgreicher als geplant

„Es sind nicht nur Menschen aus der Gemeinde, sondern verschiedene Menschen aus der Umgebung gekommen“, berichtet Kadir Bülkür, Vorsitzender der Gemeinde. Eigentlich seien nur 50 Termine geplant gewesen, die alle zuvor telefonisch abgesprochen worden sind. „Es kamen auch viele einfach so. Die haben natürlich auch ihre Impfung bekommen.“

Auch die Auswahl des Impfstoffs wurde vor Ort freier gestaltet als geplant. Ursprünglich sollten nur Minderjährige den Impfstoff von Biontech erhalten. Alle über 18 Jahre sollten den Pieks vom Hersteller Johnson & Johnson bekommen. Schlussendlich konnte jeder sich vor der Moschee für einen Hersteller selbst entscheiden.

Wer seinen Informationsbogen ausgefüllt hatte, konnte dann vom Eingang der Moschee in das obere Stockwerk des Gotteshauses. Geimpft wurde direkt über dem Gebetsraum im Büro des Gemeinde-Vorstandes. Die zuständige Ärztin Dr. Dilek Sahin zeigte sich begeistert von der Annahme des Angebotes. „Wir haben heute schon Menschen aller Länder und aller Altersklassen geimpft“, erzählte Dr. Sahin. „Es ist einfach schön zu sehen, wie gut eine so multikulturelle Aktion läuft.“

Für einen Tag wurde die Moschee der DITIB-Gemeinde am Friedensweg in Hörde zum Impfzentrum.
Für einen Tag wurde die Moschee der DITIB-Gemeinde am Friedensweg in Hörde zum Impfzentrum. © Felix Mühlbauer © Felix Mühlbauer

„Nicht alle als Querdenker abstempeln“

Die Idee an der Hörder Moschee zu impfen, sei auch von Dr. Sahin gekommen. „Die Impfzentren werden immer leerer, deshalb müssen wir auf die Menschen zugehen“, erklärt die leitende Ärztin. „Wir dürfen nicht immer alle besorgten als Querdenker abstempeln, sondern müssen den Menschen mit Informationen und Fürsorge ihre Ängste vor Nebenwirkungen nehmen.“

Dass Dilek Sahins Ansatz auf die Menschen zuzugehen funktioniert, sah man an der Bereitschaft der Menschen in und um die Moschee am Friedensweg.

Die Aktion in der Hörder Moschee war nicht der erste mobile Einsatz von Dilek Sahin und ihrem Team. Eine Woche zuvor impfte sie mit ihrem mobilen Team in einer Huckarder Moschee. Auch in der Hauptschule am Hafen wurden 300 Impfdosen verteilt.

Direkt am Abend nach der Aktion in Hörde ging es weiter zu FreDolino am Ebertplatz, um den Besuchern der Kirmes vor ihrem Eintritt ein Impfangebot zu machen. „Unser Team ist immer mobil und unterwegs. In der nächsten Zeit wird es bestimmt noch einige Sonderimpfaktionen in Dortmund geben.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Student für Sozialwissenschaft und Philosophie – gebürtiger Schwerter und Wahl-Dortmunder. Immer interessiert an Menschen aus dem Ruhrgebiet und ihren Geschichten.
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Felix Mühlbauer

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