Nicholas Bauhaus, Lars Biermann (Pressesprecher Basketball) und Achim Wirth (Förderverein Basketball, v.l.) stehen vor dem Impfzentrum. © Jörg Bauerfeld

Impfzentrum statt Sporthalle: Ein Sportverein geht einen besonderen Weg

Eigentlich sollte Nicholas Bauhaus vom ASC 09 den Sportunterricht an Schulen unterstützen. Die Pandemie machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Er hilft nun stattdessen an der Impfstraße.

Soziales Engagement nach dem Abitur: Zahlreiche junge Menschen wollen sich nach bestandenen Prüfungen erst einmal in die Gesellschaft einbringen. Dort, wo sie gebraucht werden. Eine Möglichkeit ist da der Bundesfreiwilligendienst. Das hatte sich auch ein langjähriges Mitglied des Sportvereines ASC 09 Dortmund gedacht. Und wo kann man besser arbeiten, als beim eigenen Verein?

Durch Corona sollte es aber anders kommen als gedacht. Anstatt in Sporthallen mit Schülerinnen und Schülern zu arbeiten, hilft Nicholas Bauhaus (20) jetzt älteren Menschen – zumindest im Februar und im März. Als einziger Bundesfreiwilligendienstler im Dortmunder Impfzentrum auf Phoenix-West.

Zwei Bundesfreiwilligendienstler beim ASC 09

Nach der Handballabteilung hatten sich auch die Basketballer dazu entschieden, ein freiwilliges soziales Jahr anzubieten. „Die Idee hatten wir schon vor gut anderthalb Jahren“, sagt Achim Wirth, Fördervereinsvorsitzender der ASC 09-Basketballabteilung.

Machbar wurde das Projekt dann über eine Finanzierung des Fördervereins und einer Refinanzierung durch die Arbeit von Nicholas Bauhaus an den Dortmunder Schulen. „Nicholas ist schon seit Jahrzehnten im Verein“, sagt Achim Wirth. An den Schulen hätte der 20-Jährige die Sportlehrer unterstützt.

An sechs Schulen schon Basketball unterrichtet

Eine Art Talentförderung. Mit sechs Dortmunder Schulen hatte der ASC Verträge ausgehandelt. Seit Sommer 2020 war Nicholas Bauhaus also als Bundesfreiwilligendienstler an Schulen tätig – dann kam die zweite Corona-Welle. Die Schulen fuhren den Sportunterricht wieder zurück und damit kam die Frage auf? „Was machen wir mit Nicholas?“, so Achim Wirth.

Eine Anfrage der Stadt Dortmund brachte dann die Lösung: Nicholas Bauhaus wurde am Impfzentrum Dortmund gebraucht. „Seit dem 8. Februar bin ich hier. Ich helfe an den Impfstraßen den älteren Besuchern, ihre Unterlagen zusammenzuhalten und begleite sie in Richtung Impfung“, erzählt Nicholas.

16 Helfer sind es insgesamt, die am Impfzentrum Dienst tun. Los geht es gegen 13.30 Uhr, „dann geht jeder auf seine Position und um 14 Uhr ist dann Einlass für die, die eine Impfung bekommen“.

Die älteren Menschen würden ganz locker mit der Impfung umgehen. Es herrsche eine positive Stimmung. Die Helfer im Impfzentrum sind im Übrigen auch schon geimpft worden. Aber nur, wenn einmal Impfstoff übrig geblieben ist. „Man hat uns das angeboten und die meisten haben sich auch impfen lassen“, sagt Nicholas.

Im März bekommt Nicholas die zweite Impfung

Er selbst bekommt im März seine zweite Impfung. „Ich weiß jetzt, wenn ich Corona bekommen sollte, ist es dann nicht so schlimm.“ Wann und ob es in seinem Bundesfreiwilligendienst noch einmal in die Schulsporthallen geht? Keiner weiß es. Zumindest im März hat Nicholas Bauhaus noch im Impfzentrum zu tun. Das steht schon erst einmal fest.

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Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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