Das Wasser sammelte sich auf dem Außengelände und flutete nach und nach die Kita. © Märker Kinderstube
Kita überflutet

Jahrhundert-Flut überrollt Kita in Aplerbeck – Georgsgemeinde hilft

Auch in der „Märker Kinderstube“ an der Schweizer Allee schlug das Unwetter der vergangenen Woche gnadenlos zu. Die Georgsgemeinde half sofort aus. Doch die Zukunft der Kita ist ungewiss.

Seit mehr als 17 Jahren liegt die Märker Kinderstube bereits an der Schweizer Allee 10, direkt neben der Emscher – mitten in einer kleinen Senke. Nicht der idealste Standort, könnte man denken, doch Simone Ginsberg, Vorsitzende der Elterninitiative, betont: „Wir hatten noch nie Probleme mit Überschwemmungen.“

Zumindest bis zur vergangenen Woche. Bis auf die Küche und den Eingangsbereich standen am Mittwoch (14.7.) alle Räume der Märker Kinderstube in Aplerbeck unter Wasser. Der Schaden ist immens und laut Simone Ginsberg „noch nicht im vollen Ausmaß absehbar“. Komplett überflutet waren die Sanitäranlagen, der Hauptgruppenraum, die Mehrzweckhalle und der Lagerraum – einige davon mit Teppich ausgelegt.

Das Wasser floss durch Türen und Fenster der Kita.
Das Wasser floss durch Türen und Fenster der Kita. © Märker Kinderstube © Märker Kinderstube

Emscher war nicht Schuld – der Regen konnte nicht abfließen

Als der Starkregen am Mittwochnachmittag (14.7.) über Dortmund hereinbrach, war die Kita in „Kindergartenferien“, so Simone Ginsberg. Dennoch war in dem Moment eine Familie der Elterninitiative vor Ort, um bei der Kita nach dem Rechten zu schauen.

„Zu dem Zeitpunkt hatte sich bereits eine Wasserlache im Eingangsbereich gebildet“, berichtet Simone Ginsberg. „Die Emscher wurde uns dabei nicht zum Verhängnis, es war das Niederschlagswasser, das sich bei uns gesammelt hat“, sagt sie.

Sofort wurde die gesamte Elterninitiative zusammengetrommelt, um den Kindergarten zu retten. Bald stand das Wasser knöcheltief. Es wurden Pumpen organisiert, Sandsäcke – aus dem kitaeigenen Sandkasten – gefüllt und Spielsachen, Bücher und Kleidung aus den Regalen gerettet.

Dieser Gemeinderaum wurde von der evangelischen Georgsgemeinde Aplerbeck zur Verfügung gestellt – zumindest bis zum Ende der Sommerferien.
Dieser Gemeinderaum wurde von der evangelischen Georgsgemeinde Aplerbeck zur Verfügung gestellt – zumindest bis zum Ende der Sommerferien. © Märker Kinderstube © Märker Kinderstube

Rund ein Dutzend Eltern war dabei im Einsatz, so Simone Ginsberg, auch die Vermieter waren vor Ort. „Dabei hatten einige Familien sogar selbst Zuhause den Keller voll“, sagt sie. Sie ist dankbar für den Einsatz ihres Teams: „Jeder hat mit Leibeskräften mit angepackt“, sagt sie.

Dennoch: Mit steigendem Wasserpegel wurde es eng in der Kita und die Frage, wo die geretteten Gegenstände untergebracht werden könnten, drängender. Henrike Nowak, auch im Elternrat der Kita, griff schließlich zum Telefon und bat die gegenüberliegende evangelische Georgsgemeinde um Hilfe.

„Spontane und unbürokratische Hilfe“

Diese erfolgte sofort. „Das war wirklich ein Glücksfall, die Gemeindemitglieder haben sich direkt gekümmert und einen Gruppenraum aufgeschlossen. Da sind wir wirklich dankbar für“, sagt Henrike Nowak.

„Das war eine Nachtaktion“, sagt Pfarrer Johannes Majoros-Danowski von der Georgsgemeinde Aplerbeck, der an dem Abend selbst vor Ort war. „Es wurden Bullis und private Pkw bis obenhin mit Kinderspielzeug gefüllt und zu uns gebracht.“ Bis nach Mitternacht wurde die Kita, dank der vielen Helfer, geräumt.

Bis zum Ende der Sommerferien (17.8.) hat die Gemeinde den Gruppenraum für die Märker Kinderstube zur Verfügung gestellt. Dort werden vorerst nicht nur die unversehrten Materialien gelagert: Auch der Kita-Betrieb kann hier bis zum 17. August wieder aufgenommen werden.

„Wir bedanken uns bei der Gemeinde für dieses großzügige Hilfsangebot“, betont Vorsitzende Simone Ginsberg. „Ohne diese Unterstützung hätten wir nicht mehr ein und aus gewusst. Diese Solidarität und Nachbarschaftshilfe ist nicht selbstverständlich.“

Wie geht es weiter?

Dennoch steht die Kita jetzt vor gleich mehreren Problemen. Möbel, Sitzsäcke und Sportmatten standen unter Wasser. Der Teppichboden muss ausgetauscht werden, das Wasser wird gerade mit Bautrocknern aus den Wänden geholt. Am 29. Juli (Dienstag) startet die Kita normalerweise wieder in den regulären Betrieb.

Zwar hat die Kita bis zum 17. August (Dienstag) eine Alternative, aber „wir müssen schauen, dass wir in dem Zeitraum alles, was wir vorher in fünf Räumen gemacht haben, in einem Raum unterbekommen“, sagt Simone Ginsberg.

Dass die Kita nach den Sommerferien, wenn der Gemeinderaum wieder für die Kirche genutzt wird, wieder zurück in die alte Einrichtung kann, ist mehr als ungewiss. Eine Alternative hat die Kita bisher nicht.

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