In dieser Kita musste die Polizei am Freitag einschreiten. © Jörg Bauerfeld
Feier in der Pandemie

Kita-Mitarbeiter feierten Party: Jetzt reagiert die Stadt Dortmund

Die feucht-fröhliche Feier am Freitagabend (11.12.) in einer städtischen Kita fand ein jähes Ende – durch das Einschreiten der Polizei. Nun drohen Konsequenzen für die feiernden Mitarbeiter.

Die Erklärung der Stadt Dortmund zur vorgezogenen Weihnachtsfeier ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Kita Am Rüggen in Menglinghausen beginnt recht nüchtern.

„Am vergangenen Freitag haben bedauerlicherweise Mitglieder des Teams der Fabido-Kita Am Rüggen gegen die Regeln der Corona-Schutzverordnung verstoßen. Die Polizei nahm die Daten der Beteiligten auf und stellte Ordnungswidrigkeitsanzeigen“, ist dort zu lesen.

So weit der Ablauf des abrupten Endes einer innerbetrieblichen Feier. Nur, wie geht es jetzt weiter? Erst einmal mit einem Corona-Test, der zumindest dafür sorgte, dass die Kita am Montag (14.12.) wieder öffnen konnte.

Alle mussten zum Corona-Test

„Die Einrichtung hat heute, nachdem sich alle Betroffenen sofort einer Corona-Testung mit negativem Testergebnis unterzogen haben, geöffnet. Zur Sicherheit wird diese Testung nach einigen Tagen wiederholt werden“, sagt Anke Widow, Pressesprecherin der Stadt Dortmund, am Montag.

Erst eine Dienstbesprechung, dann wurde es gemütlich

Aber was war überhaupt am Freitag passiert? Zuerst einmal passierte das Ganze nach Dienstschluss. Weder Eltern noch Kinder waren zu dem Zeitpunkt in den Räumen der Kita an der Straße Am Rüggen. Auf dem Plan stand vielmehr eine Dienstbesprechung der Mitarbeiter.

Die muss sich dann etwas länger hingezogen haben und ging, so die Mitteilung der Stadt Dortmund, dann in einen privaten Teil über. Das soll alles spontan passiert sein und war wohl nicht vorher abgesprochen. „Entgegen der geltenden Regeln wurden bei dem Zusammensein die AHA-L-Regeln missachtet. Das Team setzte den Abend bei einem gemeinsamen Essen und einer geringen Menge Alkohol fort“, so Anke Widow.

Große Diskussion in den öffentlichen Netzwerken

In den öffentlichen Netzwerken gingen die Meinungen nach bekannt werden der „privaten“ Feier der Kita-Beschäftigen ziemlich auseinander. So gab es zahlreiche User, die Verständnis zeigten:

„Es ist doch ein Witz, oder? Arbeiten zusammen geht aber nicht feiern? Was ist das denn bitte für eine Logik??? Es wird alles immer verrückter!!!“ , ist da zu lesen, oder: „Ganz ehrlich: die arbeiten täglich zusammen und haben keine Möglichkeit, da irgendwie Abstand zu halten. An deren Stelle würde ich wirklich mit einem Anwalt dagegen angehen.“

Aber es gibt eben auch die andere Seite: „in der heutigen Zeit, auch ein unmögliches Verhalten. Denn genau so ein Verhalten ist die Antwort auf steigenden Zahlen, wenn jeder 2. sich nicht an Regeln hält.“ Oder: „An etlichen Ecken und Kanten kriegen es Leute nicht geregelt, sich an gewisse Regeln zu halten.“

Fabido prüft arbeitsrechtliche Schritte

Und wie sehen Arbeitgeber und Mitarbeiter die Situation? Beim Arbeitgeber, der Fabido, will man nun zunächst arbeitsrechtliche Schritte prüfen.

„Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bereuen ihr unbedachtes Verhalten zutiefst. Nichtsdestotrotz steht deren Verhalten im klaren Widerspruch zu den geltenden Regeln zur Eindämmung der Pandemie und zu dem, was Fabido von seinen Beschäftigen erwartet“, sagt Fabido-Geschäftsführer Daniel Kunstleben. „Gerade die Pädagogen und Pädagoginnen haben eine besondere Vorbildfunktion. Wir prüfen jetzt die arbeitsrechtlichen Schritte.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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