Rund 200 solcher Stahl-Bungalows wurden in den 60er-Jahren von Hoesch produziert. © Gorecki / Dortmund Agentur
Historisches Fertighaus

Kompletter Stahl-Bungalow aus dem Dortmunder Süden zieht ins Museum

Der Umzug des historischen Stahl-Bungalows aus dem Dortmunder Süden zum Hoesch-Museum rückt näher: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat finanzielle Unterstützung zugesagt.

Die Idee existiert schon lange, jetzt rückt der Umzug eines Stahl-Bungalows aus Dortmund-Hombruch ins Hoesch-Museum in greifbare Nähe. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat zusätzlich zu den bereits zusammengetragenen Mitteln eine Unterstützung in Höhe von 140.000 Euro zugesagt.

Das stählerne Haus soll an seinem bisherigen Standort in Löttringhausen im Stadtbezirk Hombruch zurückgebaut und dann zerlegt in einzelne Teile zum Museumsgelände transportiert werden. Am neuen Standort an der Westfalenhütte wird das stählerne Fertighaus dann wieder zusammengebaut.

Der Bungalow vom Typ L141 war zu seiner Entstehungszeit ein hochinnovatives Eigenheim. Jetzt wird es im Hoesch-Museum zu einem bedeutenden und zum größten Exponat der Sammlung – mit 141 Quadratmetern Grundfläche.

Blick in einen Wohnraum im Inneren des Stahl-Bungalows. © Gerecki / Dortmund Agentur © Gerecki / Dortmund Agentur

Der Bungalow ist eines von rund 200 in den 1960er-Jahren produzierten Stahl-Fertighäusern und gehört zur dritten und letzten Generation. Im Stadtbezirk Hombruch errichtete Hoesch ab 1962 eine kleine Siedlung aus Stahlfertighäusern, in denen vor allem leitende Angestellte von Hoesch wohnten; einer der Bungalows steht aber auch auf Mallorca.

Eröffnung zum Jahrestag geplant

Der Zeitplan sieht vor, das im Originalzustand erhaltene Stahlhaus am Hoesch-Museum im Herbst zu eröffnen, teilt die Stadt Dortmund mit. Wunschtermin ist der 2. Oktober 2022, der 17. Jahrestag der Eröffnung des Hoesch-Museums. Der Bungalow wird auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte stehen und vorerst nur über das Hoesch-Museum zugänglich sein.

„Wir sind sehr froh über die zugesagte Unterstützung des LWL. Damit kehrt der Stahl-Bungalow an den Ort seiner Entstehung zurück. Das Hoesch-Museum erhält nicht nur ein großartiges Ausstellungsstück, sondern neue Ausstellungsfläche gleich mit dazu“, sagt Dr. Stefan Mühlhofer, Geschäftsführender Direktor der Kulturbetriebe Dortmund.

Das Gebäude beheimatete früher die Familie eines Hoesch-Ingenieurs. An seinem neuen Standort entsteht auf dem angrenzenden Gelände in den nächsten Jahren ein Wohnquartier. Der Stahl-Bungalow soll dann laut Stadt-Sprecherin Katrin Pinetzki den Anwohnerinnen und Anwohnern als begehbares Großobjekt dienen: Das ehemalige Wohnzimmer wird zum Veranstaltungs- und Begegnungsraum, die früheren Schlafzimmer sollen als Ausstellungsflächen des Museums fungieren.

Bereits im März 2021 hatte die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung eine Förderung des Projekts von 50.000 Euro zugesagt. Im Mai 2021 bewilligte die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege 250.000 Euro Unterstützung. Der Trägerverein „Freunde des Hoesch-Museums“ beteiligt sich mit 135.000 Euro.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
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Susanne Riese

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