Im Bereich des Aplerbecker Marsbruchplatz ereigneten sich zahlreiche Straftaten. © Jörg Bauerfeld
Raub und Überfälle

Kriminalstatistik 2020: Dieser südliche Stadtbezirk nimmt Sonderrolle ein

Aplerbeck ist eigentlich ein beschaulicher Ortsteil im Dortmunder Süden. Doch auch vor dem Stadtbezirk macht die Kriminalität nicht Halt - und bringt ihn sogar in die Kriminalstatistik.

Das letzte Vorkommnis im Stadtbezirk Aplerbeck ereignete sich am Dienstag (16.3.). Nach einem Raub auf einem Schulhof an der Schweizer Allee sucht die Polizei Zeugen.

Drei Jugendliche versuchten drei Kinder auszurauben. Was noch vor fünf Jahren einen Schrei der Empörung ausgelöst hätte, sorgte diesmal für eine halbwegs unaufgeregte Diskussion in den öffentlichen Netzwerken. Es scheint mittlerweile Normalität geworden zu sein, dass Aplerbeck nicht mehr die heile Welt ist.

Emschergasse und Strickerstraße, dazu der Weg zu den Schulen: Soziale Kontrolle ist hier Fehlanzeige.
Emschergasse und Strickerstraße, dazu der Weg zu den Schulen: Soziale Kontrolle ist hier Fehlanzeige. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Aber, was ist passiert? Es hat eine Art „Kriminalitätstourismus“ eingesetzt. Teilweise kriminelle Jugendliche aus Dortmund und den an Aplerbeck angrenzenden Nachbarstädten haben den südlichen Stadtbezirk für sich entdeckt.

Erst als die Sache im Sommer 2020 zu eskalieren drohte und vielfach die Fäuste flogen, schritt die Polizei energisch gegen die kriminellen Strukturen ein – und feierte durchaus Erfolge.

Ein beschaulicher Stadtbezirk in der Kriminalstatistik

Und so schaffte es der sonst so beschauliche Dortmunder Stadtbezirk unter die herausragenden Ermittlungsverfahren in der Dortmunder Kriminalstatistik für das Jahr 2020.

Unter Punkt 3.1: Serie verschiedener Straftaten jugendlicher Täter in Dortmund-Aplerbeck.

Und es sind erschreckende Zahlen, die sich hinter dem nüchternen Satz verstecken. Denn insgesamt traten 22 dieser Jugendlichen strafrechtlich in Erscheinung und begingen 50 Straftaten im Jahr 2020 – allesamt in Aplerbeck.

Die meisten Fälle im Frühjahr und Sommer

Zumeist handelte es sich um Raub-Delikte und Körperverletzung, wobei es immer andere Kinder oder Jugendliche traf. Vor allem im Frühjahr und Sommer 2020 (34 Fälle) sowie im Oktober kam es vermehrt zu Straftaten. So gab es im Oktober 2020 weitere 16 Fälle, in denen sich Jugendliche strafbar machten.

Knapp 50 Fälle gab es so in einem Jahr und in einem bestimmten Bereich. Und das sind nur die, die auch polizeibekannt wurden. Selbst vor einem 72-jährigen Senior wurde nicht Halt gemacht – er wurde einfach zusammengeschlagen. Zwei „Rädelsführer“ der teilweise über 40 Krawallmacher konnte die Polizei inzwischen festsetzen und in Untersuchungshaft stecken.

Ein dritter Drahtzieher, so steht es in der Kriminalstatistik 2020, wurde angesichts der gegen ihn geführten Ermittlungsverfahren und der drohenden Inhaftierung von seiner Familie ins Ausland zu Verwandten gebracht.

Aber trotz aller Erfolge der Polizei: Ruhe ist noch nicht eingekehrt im Stadtbezirk Aplerbeck. Wie sich die Situation am Ende entwickelt, wird dann wohl in der Kriminalstatistik 2021 zu lesen sein.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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