Am St. Marien Hospital wird sich bald einiges verändern. Von links: Christoph Rzisnik (Kaufmännischer Direktor), Gabriele Koch (Pflegedirektorin), Katja Wiedemann (Kaufmännische Leitung vor Ort) und Dr. Harald Krauß (Chefarzt der Klinik für seelische Gesundheit). © Alexandra Wachelau
St. Paulus Gesellschaft

Marien Hospital fokussiert sich ab 2022 auf seelische Gesundheit

Das Marien Hospital verstärkt seinen Fokus auf die Behandlung seelischer Krankheiten. Die Innere Medizin des Hospitals wird ab dem 1. Januar 2022 umziehen. In Hombruch wird dann gebaut.

Das Personal im St. Marien Hospital an der Gablonzstraße hat jahrelang in zwei Fachabteilungen gearbeitet. Zum einen gibt es vor Ort eine Klinik für Seelische Gesundheit, zum Anderen eine Klinik für Innere Medizin – Schwerpunkt Diabetologie und Qualifizierter Entzug. Letztere wird jedoch ab dem 1. Januar 2022 ins Johannes Hospital übersiedeln, zumindest mit einem Großteil des Angebots der Klinik.

Klinik für Seelische Gesundheit wird neuer Fokus des Hospitals

Dadurch fällt auf der einen Seite auch die Notaufnahme im Marien Hospital weg, die Klinik für Seelische Gesundheit wird dagegen vergrößert und konzentriert sich zusätzlich auf die Fachdisziplin der Psychosomatik. Dafür wird sich auch das Äußere der Klinik ändern: Anfang 2022 soll ein Gebäude vergrößert, eins dagegen abgerissen werden.

„Wir bilden Schwerpunkte und erhöhen auf diese Weise auch noch einmal die Qualität der Versorgung“, sagt Christoph Rzisnik. Er ist Kaufmännischer Direktor der St. Johannes-Gesellschaft und begründet die Veränderungen vor allem mit den veränderten gesetzlichen Vorgaben der vergangenen Jahre.

„Vor allem in der Pandemie wurde klar, dass wir die Klinik neu ausrichten müssen“, sagt Rzisnik. Die alten Räumlichkeiten am Marien Hospital seien den neuen hygienischen Bedingungen nicht mehr angepasst. Doch auch die vorgeschriebene Mindestbesetzung sowie die Personaluntergrenze sei für kleinere Kliniken nicht mehr dauerhaft umsetzbar.

„Wir werden mit diesen Schritten auch den Ansprüchen, die von den Sozialleistungsträgern vorgegeben werden, weiterhin gerecht werden“, sagt Christoph Rzisnik.

Mitarbeiter erhalten „zufriedenstellende Angebote“

Bis zum 1. Januar bleibt im Marien Hospital noch alles beim Alten – zumindest für die Besucher und Gäste. Intern wurden die Mitarbeiter bereits mit der Veränderung in der Klinik vertraut gemacht. Möglichkeiten für die Mitarbeiter gebe es dabei viele, betont Pflegedirektorin Gabriele Koch: „Wir werden unser bestes geben, alle Mitarbeiter zu behalten und auf die Wünsche der Kollegen einzugehen“, sagt sie.

Dabei werde nicht nur zwischen den Standorten – St. Marien oder St. Johannes Hospital – entschieden. Die Mitarbeiter, beschreibt Gabriele Koch, erhalten dabei vielfältige Möglichkeiten zur Aus- Fort- und Weiterbildung, um bei der jeweiligen Fachabteilung in den zwei Krankenhäusern in Zukunft mit höherer Qualifikation arbeiten zu können.

Dr. Harald Krauß, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und seelische Gesundheit, sieht dabei positiv in die Zukunft: „Längerfristig werden wir in unserer Klinik auch ein Magnet werden für Mitarbeiter, die ebenfalls in dem Bereich arbeiten wollen oder bereits eine Expertise in dem Bereich aufweisen“, sagt er.

Die Baumaßnahmen des Marien Hospitals betreffen im ersten Bauabschnitt den Bauabschnitt C am Gebäude. Dieses liegt hinter dem Eingang an der Gablonzstraße.
Die Baumaßnahmen des Marien Hospitals betreffen im ersten Bauabschnitt den Bauabschnitt C am Gebäude. Dieses liegt hinter dem Eingang an der Gablonzstraße neben der Kapelle. © weicken architekten © weicken architekten

Erster Bauabschnitt startet ebenfalls am 1. Januar 2022

Wie viele neue Arbeitsstellen in der Klinik für Seelische Gesundheit durch den Ausbau entstehen, könne allerdings erst nach dem Ende der zwei Bauphasen gesagt werden.

Der erste Bauabschnitt erfolgt an dem Gebäude neben der Kapelle, das direkt neben der Behringstraße liegt – „Bauteil C“ heißt dieser im Gebäudeplan des Hospitals.

Hier wird zunächst das Dachgeschoss abgerissen, bevor bis Ende des Jahres 2022 ein weiteres Geschoss hinzugefügt wird. In dieser neuen Etage entstehen dadurch neue Räume für die Klinik für Seelische Gesundheit. Der Kapellentrakt wird parallel saniert.

Im zweiten Bauabschnitt wird der so genannte „Straßentrakt“, ebenfalls an der Behringstraße, abgerissen. Dieser ist laut Christoph Rzisnik nicht mehr sanierungsfähig. Die entstandene Freifläche soll für einen Erweiterungsbau der Klinik herhalten.

Therapie der Alkoholkrankheit bleibt in Hombruch

Eine weitere Baustelle wird wahrscheinlich schon im März 2022 fertig: Die Rettungswache der Feuerwehr, die am Krankenhaus aktuell gebaut wird, soll für die Bürger vor Ort die Notfallversorgung gewährleisten, so Christoph Rzisnik. Im Krankenhaus selber wird ab Anfang 2022 keine Notaufnahme mehr sein.

Der stattdessen aufgebaute Fokus auf die Klinik für Seelische Gesundheit wird dabei unter anderem auch der steigenden Anfrage im Bereich gerecht, wie Dr. Harald Krauß betont. Dieser ist – auch durch die Corona-Krise – gestiegen.

„Wir haben es dabei mit einer Krankheit zu tun, die durch die Wartelisten, auf die die Patienten gesetzt werden, nicht besser wird“, sagt Krauß.

Der Therapiezweig der Alkoholerkrankung, bisher jahrelang in der Inneren Medizin des Marien Hospitals verortet, bleibt auch nach dem 1. Januar 2022 mit insgesamt 30 Betten in Hombruch. „Entgiftungsbehandlungen gehören zum fachlichen Spektrum der Psychiatrie. Die Übernahme der etablierten Strukturen ist darum kein Problem“, sagt Dr. Krauß.

Auch die Behandlung psychosomatischer Erkrankungen wird in der Klinik dann wieder aufgenommen. Diesen Behandlungszweig gab es am Marien Hospital seit 2005 nicht mehr, wie Dr. Krauß sagt. Eine Alternative bat bis dahin beispielsweise das Knappschaftskrankenhaus in Lütgendortmund. Psychosomatische Krankheiten sind beispielsweise Essstörungen.

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