Anke Ulke vor einem Holzunterstand, von dessen Boden sie mit einer Holzzange einige Kippen einsammelt. © Britta Linnhoff
Müllproblem

Müll im Rombergpark: „Sich ärgern bringt ja nichts, also sammle ich“

Neue Geländer, neue Schilder – und immer wieder jede Menge Müll. Der Rombergpark ist ein Idyll, leider auch für verantwortungslose Umweltsünder. Eine Frau stemmt sich jeden Sonntag dagegen.

„Der Rombergpark hat ein offenbar zunehmendes Müllproblem“, findet Anke Ulke, die hier regelmäßig nicht nur läuft und spazieren geht, sondern auch regelmäßig Müll aufsammelt, den andere in die Gegend schmeißen. „Ich sammle seit etwa fünf Jahren bei meiner sonntäglichen Joggingrunde Müll im Rombergpark. Dabei bin ich nicht die Einzige. Es gibt hier und da einige (wenige) Menschen, die – meist bei ihren Hunderunden – das Gleiche tun,“ berichtet Anke Ulke.

Sie habe mit dem Müllsammeln angefangen, „weil ich die Empfindung hatte, dass der Park mehr und mehr vermüllt. Sich ärgern bringt ja nichts, also sammle ich. Wobei ich mir wünschen würde, dass es nicht nötig wäre. Aber ich kann nicht weggucken“, sagt die 58-Jährige. Also zieht sie sonntags immer mit Müllbeutel und Zange los.

Anke Ulke bei der „Arbeit
Anke Ulke bei der „Arbeit“: Sie sagt, sie könne nicht weggucken. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Als „Gipfel der Unverschämtheit“ bezeichnet die Dortmunderin das, was sie vor einigen Tagen am Bienenhaus vorfand: auf den Tischen leere Glasflaschen, ringsherum Müll. So etwas habe sie in all den Jahren noch nie gesehen. Sie findet: Ordnungsamt und Polizei müssten öfter mal in Zivil abends die neuralgischen Orte im Park aufsuchen.

Dieses Bild bot sich Anke Ulke bei einem ihrer Läufe durch den Rombergpark vor dem Bienenhaus.
Dieses Bild bot sich Anke Ulke bei einem ihrer Läufe durch den Rombergpark vor dem Bienenhaus. © Anke Ulke © Anke Ulke

Bei schlechtem Wetter gibt es weniger Müll

An diesem grauen, eher verregneten Montagmorgen um 8.30 Uhr am 30. August ist es leer im Park. Und vergleichsweise leer war es wohl auch am vorausgegangenen Wochenende. Auch da war das Wetter schlecht. Lust sich im Freien aufzuhalten hatte deshalb wohl niemand.

Und so finden sich zwar an den Müll-Hotspots auch dieses Mal Tüten, Flaschen und vor allem Kippen, aber sonst sei es noch viel mehr, sagt Anke Ulke. Bänke seien „neuralgische Punkte“, so die 58-Jährige. Die Rücksichtslosigkeit anderer Menschen ärgert die Dortmunderin. Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit tue allen gut – besonders der Natur.

Der Plastikbeutel füllt sich schnell - vor allem mit achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen wie hier am Eingang zur Dünenlandschaft.
Der Plastikbeutel füllt sich schnell – vor allem mit achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen wie hier am Eingang zur Dünenlandschaft. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Am Rande der Dünenlandschaft an Tischen und Bänken findet die 58-Jährige auch an diesem Morgen eine ganze Reihe Kippen. Achtlos in den Sand hinein getreten. Auch gekifft werde hier öfter, sagt die 58-Jährige. Die Dünenlandschaft selbst diene immer wieder als Kulisse für Hochzeitsfotos. Nachher finde man dann zum Beispiel Unmengen von Plastikrosen auf dem Boden.

Ein Kronkorken vor der Moorkate - außerdem finden sich auch hier jede Menge Zigarettenstummel
Auch Kronkorken liegen vor der Moorkate – außerdem finden sich auch hier jede Menge Zigarettenstummel. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Neu ist das Müllproblem nicht. Zwischenzeitlich hat die Parkleitung einen Wachdienst eingesetzt. Seitdem hätten Vermüllung und Vandalismus im Park deutlich abgenommen, resümierte Parkleiter Dr. Patrick Knopf Anfang des Jahres.

Sicherheitsdienst ist auch weiterhin im Park unterwegs

Der Sicherheitsdienst kontrolliert noch immer im Rombergpark, bestätigt die Stadt Dortmund auf Anfrage – allerdings nicht primär wegen des Mülls. Details über Abstände und Rhythmus solcher Kontrollen will man nicht öffentlich machen, „damit sich potentielle Übeltäter nicht darauf einstellen können“.

Plastikbeutel, Becher und anderer Müll liegen an einem Unterstand in dem Bereich nordamerikanischer Hölzer.
Plastikbeutel, Becher und anderer Müll liegen an einem Unterstand in dem Bereich nordamerikanischer Hölzer. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Dr. Patrick Knopf, der Direktor des Botanischen Gartens Rombergpark, sieht – anders als Anke Ulke – aktuell keine besondere Müll-Problematik für den Park. Das Thema sei allerdings ein Dauerbrenner seit Beginn der Pandemie. Was zuvor „nur“ ein Ferien-Phänomen gewesen sei, sei durch Pandemie und Lockdown sowie mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten in der Freizeit zum ganzjährigen Problem geworden.

Parkleitung: Ausreichend Mülleimer auf dem Gelände

Im gesamten Park gebe es 80 und damit eigentlich ausreichend Abfalleimer. Daran, diese Zahl aufzustocken, sei nicht gedacht: Allen Untersuchungen zufolge, so Patrick Knopf, führen mehr Mülleimer als erforderlich eher zu mehr Vermüllung.

Beschwerden über eine aktuell zunehmende Vermüllung des Parks sind bei ihm bislang nicht gelandet. Vielleicht auch, weil Menschen wie Anke Ulke zupacken.

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