Ein Wildschwein (hier ein Symbolbild) lief am späten Samstagabend über eine Straße in der Nähe von Hullern. © picture alliance/dpa
Wildunfall

Nach Wildschwein-Unfall: „Man darf die Tiere hier nicht vertreiben“

Das Auto der Dortmunderin Katja Körner wurde von einem Wildschwein gerammt. Die Tiere fallen in letzter Zeit generell oft negativ auf. Kein Grund, sie zu vertreiben, findet Katja Körner.

Dass sich Wildschweine im Dortmunder Süden wohl fühlen, wird schon seit einiger Zeit immer offensichtlicher: Wildschwein-Sichtungen von Spaziergängern und Autofahrern, die in den Waldgebieten von Syburg, im Wannebachtal und der Bittermark unterwegs sind, häufen sich immer mehr.

Diese Begegnungen zwischen Mensch und Tier verlaufen dabei nicht immer harmonisch. Der Golfclub in Dortmund-Syburg musste aufgrund der Tiere einen Zaun anschaffen, zuletzt wurde Ende Juli ein Golden Retriever am Ebberg bei Schwerte verletzt.

Auch Katja Körner hat eine Begegnung mit einem Wildschwein hinter sich. Obwohl diese schon länger her ist – das Zusammentreffen war am 2. Dezember 2020 – kann sie sich noch genau an den Wildunfall erinnern.

Zahnrückstände des Wildschweins bleiben im Wagen hängen

„Ich bin die Olpketalstraße in Richtung Bittermark heruntergefahren“, erzählt sie. Kurz hinter der Grundschule kam dann, so berichtet Katja Körner weiter, ein Wildschwein von rechts auf das Auto der Dortmunderin zu und knallte gegen die Beifahrertür des Pkw.

Verletzt hat sich Katja Körner dabei zum Glück nicht. Aber der Schreck war im ersten Moment groß, sagt sie: „Ich war ja mitten in einem Wohngebiet, da hätte ich damit nie gerechnet.“

Obwohl ihr Auto einen erheblichen Blechschaden davontrug – nicht nur die Beifahrertür, sondern fast die gesamte rechte Seite des Wagens wurde durch den Aufprall zerkratzt – hatte sich offenbar auch das Wildschwein nicht verletzt und ist sofort wieder im Wald verschwunden.

Die rechte Seite des Autos hat durch den Aufprall des Wildschweins einen Blechschaden erlitten.
Die rechte Seite des Autos hat durch den Aufprall des Wildschweins einen Blechschaden erlitten. © Oliver Körner © Oliver Körner

Dabei hinterließ das Tier sogar Zahnrückstände in der Tür des Wagens, wie Polizei und Versicherung später feststellen. „Ich habe, nachdem mich meine Frau angerufen hat, auch vor Ort im Wald nachgesehen, aber keine Spuren gefunden“, sagt Ehemann Oliver Körner. Offensichtlich ist das Wildschwein lediglich mit dem Schrecken davongekommen.

Eigentlich scheuen Wildschweine den Menschen

Katja Körner, die zusammen mit ihrem Ehemann in Benninghofen wohnt, ist direkt nach dem Unfall die Strecke erneut gefahren. „Sonst wäre die Angst vor diesem Weg vielleicht nachher zu groß geworden“, sagt sie.

Vor dieser Begegnung hätte Katja Körner nicht gedacht, dass die Wildschweine so nah in die Wohngebiete herankommen können. Dennoch, sagt sie, dürfe man die wilden Tiere nicht aus den südlichen Wäldern vertreiben: „Meiner Meinung nach gehören die Tiere hierhin“, erklärt sie.

Auch Revierförster Torsten Wack betonte in einem vergangenen Gespräch mit dieser Redaktion, dass Wildschweine grundsätzlich eher scheue Tiere sind und meist die Flucht ergreifen, wenn sich Menschen nähern.

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