Unwetter und Starkregen mit Überschwemmung haben an der Naturbühne wie schon 2008 große Schäden angerichtet. © Naturbühne Hohensyburg
Crowd-Projekt startet

Naturbühne Hohensyburg ist durch Katastrophen schwer getroffen

An der Naturbühne Hohensyburg folgt ein Unglück aufs nächste. Ein Baumsturz, Frost und Hochwasser haben in Corona-Zeiten so schwer zugeschlagen, dass es ohne Hilfe nicht mehr weitergeht.

Ein Unglück jagt das andere seit März 2020 an der Dortmunder Naturbühne. „Mittlerweile hat sich so viel angestaut – und das ohne regulären Spielbetrieb und damit verbundene Einnahmen – dass die Naturbühne Hohensyburg um Hilfe bitten muss“, schreibt der Verein.

Auf der Homepage und in den sozialen Medien starten sie mit einem verzweifelten Aufruf ein Crowd-Projekt: ein neues Dach, ein neues Tor, ein schier unfassbarer Bereich an zu rodendem Wald, Arbeiten an den Wasserleitungen, Aufräumarbeiten, zu ersetzendes Material für Bühnenbild und Requisite und eine komplett neue Technik – und all das mit einem fast vollständigen Verlust der Einnahmen aus zwei Jahren.

Crowd-Projekt ist gestartet

„Es ist viel zusammen gekommen bei uns.“ Bis zum Jahresende sollen nun 50.000 Euro zusammenkommen, damit die Naturbühne alle Schäden reparieren und auch im nächsten Jahr weitermachen kann. Kurz nach dem Start waren am Donnerstag (29.7.) 2655 Euro erreicht.

Ein umgestürzter Baum richtete schwere Verwüstung an und hat ein teures Nachspiel.
Ein umgestürzter Baum richtete schwere Verwüstung an und hat ein teures Nachspiel. © Naturbühne Hohensyburg © Naturbühne Hohensyburg

Im vergangenen Corona-Jahr war eine normale Sommersaison an der Dortmunder Freilichtbühne nicht möglich. „Damals sahen wir die Situation noch recht gelassen“, sagt Elke Eitner, Erste Vorsitzende des Vereins. „Wir wussten, dass wir eine Saison ohne zu spielen schaffen können – auch, wenn es schade wäre.“

Gespielt hat man am Ende sogar doch: ein paar Aufführungen eines Zwei-Personen Kinderstücks und eine Musical-Gala. Dann kam es zur ersten Katastrophe: Ein Baum fiel auf das Dach des Requisitenlagers und zerstörte es samt einer Mauer und Tor.

„Wir haben dann in der restlichen Saison keine Einnahmen mehr gehabt, sondern nur Ausgaben“, berichtet Elke Eitner. „Im Winter kamen ein großer Frostschaden und dadurch entstandene Wasserschäden hinzu. Das konnten wir so gerade eben noch bezahlen, dank der vielen Eigenleistungen unserer Mitglieder.“

„Für 2021 planten wir optimistisch eine Sommersaison“, sagt Kirstin Cramer, Regisseurin an der Naturbühne. Doch alles kam anders: Schnell stiegen die Corona-Fallzahlen und es wurde klar: Auch 2021 könnte die Bühne nicht das gewohnte Programm bieten.

Material, Requisiten und Werkzeug versanken in Schlamm, Wasser und Kies.
Material, Requisiten und Werkzeug versanken in Schlamm, Wasser und Kies. © Naturbühne Hohensyburg © Naturbühne Hohensyburg

Im Frühsommer kam das nächste Problem: „Da wurde ein schrecklicher Domino-Effekt bemerkt.“ Der umgestürzte Baum hatte eine Sonnenschneise hinterlassen, wodurch die am Hang dahinterliegenden Bäume von Sonnenbrand und Bruchgefahr bedroht waren.

Gesamter Hang muss aufgeforstet werden

Fachleute bestätigten: Der ganze Hang zwischen Zuschauerraum und Bühnenheim muss gerodet und neu aufgeforstet werden. Ein schwerer Schlag. „Diese Bäume standen hier schon, als ich als kleines Kind auf der Naturbühne stand“, erzählt Kirstin Cramer. „Sie prägen das Bild der Naturbühne als Waldbühne und es macht mich sehr traurig, dass sie fallen müssen.“

Trotz aller Tiefschläge wollen die Mitglieder der Naturbühne in diesem Jahr ihre erfolgreiche Musical-Gala wieder aufführen.
Trotz aller Tiefschläge wollen die Mitglieder der Naturbühne in diesem Jahr ihre erfolgreiche Musical-Gala wieder aufführen. © Naturbühne Hohensyburg © Naturbühne Hohensyburg

Doch daran führt kein Weg vorbei, damit niemand gefährdet ist. „Eine Schneise am Hang zu roden, neu aufzuforsten: Das allein würde uns schon in den finanziellen Ruin treiben“, erklärt Elke Eitner.

Doch die Rodung hat auch wieder kostspielige Konsequenzen: Der Hang führt zu den Bewohnern des Syburger Berges, die nun jeglichen Schallschutz verlieren würden. Die veraltete Technikanlage würde die Nachbarn ungeschützt beschallen. Die Technik muss also auf moderne Anlagen umgerüstet werden, die zielgerichteter in den Zuschauerraum übertragen. „Ein weiterer notwendiger Schritt aus einer Reihe von Unglücken, welchen die Naturbühne sehr gerne gehen würde, es aber aus eigenen Mitteln heraus nicht schaffen kann.“

Zu guter Letzt traf das Unwetter die Syburger Freilichtbühne. Der kleine Bach, der das Bühnengelände quert, schwoll an und richtete einigen Schaden an. Nachdem die Wassermassen abgeflossen waren, wurde das Ausmaß der Zerstörung deutlich.

Info

Tickets Musical-Gala

  • Aufführungstermine: 27./28. August und 4. / 10. / 11. September, 20 Uhr; Dauer 1,45 Stunden;
  • Einlass eine Stunde vor Vorstellungsbeginn
  • Hygienekonzept: 220 von 800 Plätzen besetzt, jede Gruppe mit 2 Metern Abstand zur nächsten, Mund- und Nasenschutz-Pflicht auf dem Weg zum Platz, Kontaktdaten-Erfassung, weitere Maßnahmen wie GGG-Nachweis je nach geltenden Bestimmungen
  • Tickets müssen vorab erworben werden: https://naturbuehne.de/tickets

Das gesamte Holzlager war voll Schlamm und Kies gelaufen, an anderen Stellen auf dem Gelände prangten enorme Löcher. Viel Holz, Requisiten und Werkzeug musste entsorgt werden. Steine und Großrequisiten lagen hunderte Meter weiter im Bachlauf. Viel Handarbeit lag und liegt jetzt an für das Naturbühnen-Team. Doch das ist etwas, was der Verein gerne stemmen will. Denn eines sei klar: „Wir wollen spielen!“, sagt Kirstin Cramer.

Naturbühnen-Team hat Mut und Optimismus nicht verloren

Die erfolgreiche Musical-Gala aus dem vergangenen Jahr wird wieder aufgenommen. An fünf Abenden entführt die Naturbühne ihr Publikum unter dem Titel „September Nights – das große Wiedersingen“ in die bunte Welt der Musicals.

Die Broadway-Musicalshow enthält Tanz, Musik und Live-Gesang.
Die Broadway-Musicalshow enthält Tanz, Musik und Live-Gesang. © Naturbühne Hohensyburg © Naturbühne Hohensyburg

Finanziell wird diese Produktion wie der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein, aber man will dem treuen Publikum auch 2021 ein Freilichtbühnen-Erlebnis bieten. Unter der Regie und Anleitung von Kirstin Cramer haben die Darstellerinnen und Darsteller eine Broadway-Musicalshow auf die Beine gestellt.

Mit viel Tanz, Live-Gesang und mitreißender Musik präsentieren die Spieler Titel aus ihrem Repertoire. Die Songs erzählen vom Träumen, von Veränderungen, von Vielfalt und vom Mut, für sich selbst einzutreten.

Und auch die Naturbühne will mutig vorangehen und startet die groß angelegte Spendenaktion. Bis zum 31. Dezember soll gesammelt werden. „Dann wissen wir, ob wir genug Geld zusammen bekommen haben, um die nötigen Arbeiten zu finanzieren und ob wir als Verein in gewohnter Form bestehen bleiben können“, erklärt Elke Eitner.

Auf ihrer Homepage informiert die Naturbühne Hohensyburg über die Möglichkeiten der Spenden.

So können Sie Spenden

Spenden gehen per Paypal oder Überweisung an:

Naturbuehne Hohensyburg e.V., DE93 4405 0199 0021 0031 23, Sparkasse Dortmund. Verwendungszweck: Spende Bühnen Crowd;

Spendenquittung möglich per E-Mail mit Name, Adresse und Summe an kruscha@naturbuehne.de

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
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Susanne Riese

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