Keineswegs barrierefrei: Der Bahnhof sollte schon seit einer gefühlten Ewigkeit verlegt werden. © Jörg Bauerfeld
Bahnhöfe in Dortmund

Neuer Bahnhof im Dortmunder Süden: Deutsche Bahn macht Angaben zur Planung

Die Idee hat schon einen Bart. Die Umsetzung aber scheiterte bisher – wie so oft, am lieben Geld. Jetzt nehmen die Planungen für einen neuen Bahnhof im Dortmunder Süden Formen an.

Den Zustand des Bahnhofs Barop kann man schlecht in Worte fassen. Die Anlage, die sich seit 2006 nur noch DB-Haltepunkt nennen darf, ist kein Ort zum Wohlfühlen. Der Bahnhofs-Vorplatz ist eine unebene Schotterfläche, der Zugang zu den Gleisen nicht barrierefrei und der Weg dorthin führt durch einen verdreckten Tunnel.

Ein Neubau sollte schon lange her. Jetzt informiert die Deutsche Bahn AG, wie ein mögliches Zeitfenster für einen Neubau des Bahnhofs Barop aussehen kann.

Der Bahnhof Barop liegt ungünstig, was den Anschluss an weitere öffentliche Verkehrsmittel angeht. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Schon 2007 gab es die ersten Anstrengungen seitens der Politik, den Bahnhof zu verlegen. Nämlich einige Hundert Meter weiter in Richtung Norden. Im Bereich der Stockumer Straße sollte ein neuer Haltepunkt entstehen. Einmal wegen der baulichen Situation des jetzigen Bahnhofs, aber auch wegen der besseren Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel.

Früher eine wichtige Verbindung für angrenzende Firmen

Bei der Lage des jetzigen Bahnhofs Barop hatte man das nicht berücksichtigen müssen. Der Grund war die Industrie, die den Haltepunkt damals noch brauchte. Das ehemalige Rohr-Walzwerk und auch das Weichenwerk der Firma Mieves nutzten die Bahnanbindung durch den Bahnhof Barop.

Beide Firmen gibt es schon lange nicht, einer Umlegung des Bahnhofs stand also nichts mehr im Weg. Dennoch entschied sich die Deutsche Bahn AG im Jahr 2007 gegen eine Verlegung – aus Kostengründen. Nun scheint sich aber doch etwas zu tun.

Ein kleiner Tunnel führt zu den Gleisen. Er ist in keinem guten Zustand. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Nachdem die Deutsche Bahn Anfang 2020 bereits bekannt gegeben hatte, dass sich in Richtung Bahnhofsverlegung und demzufolge auch in Richtung Neubau in Barop etwas tut, gibt es jetzt weitere Informationen.

Laut Deutscher Bahn AG ist der Bahnhof Barop Teil der „Kapazitätsoffensive – Bahnhöfe“. Elf Stationen in ganz NRW hat die Bahn dafür ausgewählt – und Barop ist mit im Boot.

Pläne sollen im ersten Halbjahr 2021 konkretisiert werden

„Die DB Station&Service beginnt nun mit der grundlegenden Planung der elf Vorhaben. Die Planungen der ersten Stationen – der sogenannten Tranche 1 – werden im ersten Halbjahr 2021 konkretisiert. Die Planungen der weiteren Stationen – Tranche 2 – starten ein Jahr später“, so ein Bahnsprecher.

Danach könne eine Ausschreibung der Bauleistungen erfolgen. Aufgrund der aktuellen, frühen Programmphase ließe sich noch keine Aussage zu einem möglichen Realisierungszeitraum treffen, so der Bahnsprecher.

Anwohner befürchten Lärmbelästigung durch die Verlegung

Was bedeutet das jetzt für den Bahnhof Barop? Der gehört mit vier weiteren Bahnhöfen in NRW zu der sogenannten ersten Tranche. Hier werden die Planungen also in den nächsten Monaten anlaufen. Dann wird man auch sehen, wie ein Neubau am Ende aussehen wird – und wie und wann dann endgültig gebaut wird.

Denn es gibt nicht nur positive Stimmen für eine Verlegung in Richtung Stockumer Straße. So befürchten Anwohner eine höhere Lärmbelastung – durch das Anfahren und das Bremsen der Züge.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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