Auf dieser Lagerfläche an der Ostseite des Rombergparks soll die neue Anlage entstehen. © Susanne Riese
Am Rombergpark

Neuer Riesen-Schredder soll Abfälle aus Dortmunder Parks zu Holzchips zermalmen

Der Botanische Garten Rombergpark wird fit für die Zukunft. Dazu gehört eine neue Recyclinganlage, wo Holzabfälle aus Dortmunder Parks zu Chips für die Energiegewinnung verarbeitet werden.

Bis zum Jahr 2022 soll im Botanischen Garten Rombergpark ein neuer Recyclingplatz entstehen. Auf einer Fläche am Ende der Hacheneyer Straße hinter dem Gisbert-von-Romberg-Berufskolleg sollen Holzabfälle aus Rombergpark, Westfalenpark, Zoo, Hoeschpark und Wischlingen zu Holz-Chips verarbeitet und angetrocknet werden.

Dafür wird eine mobile Zerkleinerungsanlage aufgebaut, „wie ein Gartenschredder, nur größer“, erklärt Dr. Patrick Knopf, Direktor des Botanischen Gartens Rombergpark. Das etwa sechs Meter lange Gerät kann alles Mögliche kleinhäckseln, Krautiges ebenso wie dicke Äste und Stämme.

Wooden-Chips liefern Energie für die Pflanzenschauhäuser

Voraussichtlich Ende 2023 soll dann ein geplantes Blockheizkraftwerk für Holz und Gasnutzung fertiggestellt sein. Es ist zur Wärme- und Stromherstellung für die energieintensiven Pflanzenschauhäuser gedacht und soll eventuell auch den Eingangsbereichs des Zoos versorgen. Baum- und Strauchschnittabfälle könnten auf diese Weise sinnvoll und umweltgerecht genutzt werden.

Bislang wird der Grünschnitt im Kompostierwerk Wambel verwertet, stärkeres Stammholz wird so weit wie möglich mit den Fremdfirmen, die Fällarbeiten durchführen, verrechnet oder vor Ort zurückgelassen, etwa als Sitzgelegenheit.

Auch jetzt schon dient die Fläche zur Lagerung von Grünschnitt und Material.
Auch jetzt schon dient die Fläche zur Lagerung von Grünschnitt und Material. © Susanne Rieser © Susanne Rieser

Durch die neue Anlage würden Transportwege vermieden. „Wir könnten das Material selbst vor Ort recyceln“, erklärt Patrick Knopf. Die neue Schredderanlage wäre sogar in der Lage, Steine zu Schotter zu zermahlen, der dann als Baustoff zur Verfügung stünde. Das Ganze liefe aber relativ geräuscharm, wie Patrick Knopf versichert. „Die Walzen arbeiten ganz langsam und leise.“

Derzeit laufen die Planungen und Machbarkeitsstudien zu diesen vom Bund geförderten Vorhaben, teilt die Stadt Dortmund auf Anfrage mit. Nötig ist zunächst die Aufbereitung einer teils geschotterten Fläche an der Ostseite des Rombergparks, die für die Lagerung von Bio-Abfällen, Erden und Weiterem genutzt wird.

Diese 700.000 Quadratmeter große Fläche stammt aus den 30er- bis 60er-Jahren und muss dringend erneuert werden. Sonst besteht die Gefahr, dass das nährstoffreiche Kompostwasser in die Schondelle läuft.

Auf der neuen Lagerfläche bekommt alles seinen eigenen Platz

Für die neue Versiegelung muss die Gesamtfläche geräumt werden. Bei der Gelegenheit sollen dann eine Regenwassersammlung, Schüttgutboxen und ein Streugutsilo errichtet sowie die auf dem Gelände bewegliche Häckselanlage aufgestellt werden.

„Das Regenwasser wird in einer ökologisch abgedichteten Teichsenke aufgefangen“, erklärt Patrick Knopf. Dort freuen sich grasartige Pflanzen mit großem Nährstoffbedarf über die sumpfartigen Verhältnisse. „Wir gewinnen Fläche dazu.“ Auf einem stark verdichteter Teil der ursprünglichen Recyclingfläche könnten Pflanzen aus den Rocky Mountains angesiedelt werden. „Das ist eine tolle Chance für diese besonderen Nadelgehölze.“

Der Lagerflächen/Recyclingplatz soll gemeinsam mit dem Zoo finanziert und zukünftig genutzt werden. Fördermittel vom Bund stehen dafür bereit. Die Neugestaltung verbessert nicht nur Arbeitssicherheit, Infrastruktur und Logistik, sondern dient auch dem Umwelt- und Naturschutz.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
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Susanne Riese

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