Eine derartige Zerstörungswut ist für unsere Autorin nur schwer begreiflich. © Polizei Dortmund
Meinung

Noch mal nachtreten, wenn jemand am Boden ist – muss das sein?

Fassungslos und wütend ist unsere Autorin über die Verwüstung, die Unbekannte im Freibad Wellinghofen angerichtet haben. Sie ist überzeugt: Am Ende ist das auch Zerstörungswut gegen sich selbst.

Die Ereignisse nach dem Hochwasser haben mir gezeigt: Es gibt sie noch, die Solidarität unter Menschen. Fleißige Helfer, die so richtig anpacken, spenden, sich gemeinsam kümmern. Solch warme Solidarität schlug auch dem Wellinghofer Freibad entgegen. Gäste des Bads packten mit an, um ihren geliebten Schwimmort wieder auf Vordermann zu bringen.

So war das Bad bereit für den Neustart nach der Flut – in einer ohnehin schwierigen Saison. Bis Sonntagnacht bislang unbekannte Menschen entschieden, die Grundlage des Bads vollends zu zerstören. Vandalismus, wie ich ihn selten zuvor erlebt habe, und der selbst der Polizei die Sprache verschlug.

Und da sehe ich ihn wieder, den Abgrund unserer Gesellschaft. Wo große Hilfsbereitschaft – und auch das Privileg dazu – ist, da steht auf der anderen Seite grenzenlose Zerstörungswut und Geringschätzung. Und das Prinzip, noch mal nachzutreten, wenn jemand ohnehin schon am Boden ist.

Warum, Dortmund? Ich stelle diese Frage absichtlich in die Stadt hinein, aus der diese Menschen aller Wahrscheinlichkeit nach kommen. Was hat diese Personen bewegt? Es scheint, als müsse ein Teil unserer Gesellschaft einmal neu erlernen, dass jede Zerstörungswut im geteilten Lebensraum am Ende auch Zerstörungswut gegen sich selbst ist.

Über die Autorin
Volontärin
Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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