Der Innenraum des Autos sieht nicht gerade danach aus, als würde der Besitzer es bald wieder bewegen. © Alexandra Wachelau
Abgestelltes Auto

Nur falsch geparkt? Schrottauto aus Polen bleibt an Ort und Stelle

In einer Anliegerstraße ist seit Monaten ein Audi der Stein des Anstoßes. Es sieht nicht aus, als würde der Besitzer ihn bald wieder bewegen. Doch das sei noch kein Vergehen, so die Stadt.

Ein zerbeulter Audi A3 mit polnischem Kennzeichen sorgt inzwischen seit knapp drei Monaten für Ärger bei den Anwohnern der Köperstraße (Stand 8.1.). Das Auto mit zerkratztem Lack und verdrecktem Innenraum ist laut Anwohnern einfach in der Anliegerstraße abgestellt und nie wieder bewegt worden.

Seitdem blockiert es einen Parkplatz, den die Anwohner, Besucher des angrenzenden Friedhofs und – außerhalb der Lockdown-Zeiten – auch die evangelische Gemeinde in Wellinghofen gut gebrauchen können.

Immer wieder kommt es dazu, dass schrottreife Autos geparkt und nicht mehr abgeholt werden. Jetzt äußert sich die Stadt Dortmund zu dem Fall in Wellinghofen. „Das Fahrzeug in der Köperstraße wurde durch die Verkehrsüberwachung des Ordnungsamtes erstmalig am 15. Dezember 2020 festgestellt und überprüft“, sagt Stadt-Pressesprecher Christian Schön.

Fahrzeug dürfte ein Jahr in Deutschland genutzt werden

Das Ergebnis: Es handele sich bei dem Audi A3 um ein in Polen ordnungsgemäß zugelassenes Fahrzeug. „Im Ausland zugelassene Fahrzeuge dürfen bis zu ein Jahr in Deutschland genutzt werden“, erklärt der Stadt-Pressesprecher.

Bei nicht zugelassenen Fahrzeugen gebe es indes ein klares Verfahren, so Christian Schön. Diese würden im Normalfall mit einem roten Aufkleber – einem Hinweis mit der Vorgabe, das Fahrzeug innerhalb einer Frist von zehn Tagen zu entfernen – versehen.

Immerhin: Das Auto mit polnischem Kennzeichen sei so abgestellt worden, dass keine Engstelle entstehe, so die Stadt.
Immerhin: Das Auto mit polnischem Kennzeichen sei so abgestellt worden, dass keine Engstelle entstehe, so die Stadt. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund

„Sollte das Fahrzeug dann nicht entfernt sein, wird der Halter angehört und es wird erneut eine Frist von zehn Tagen gesetzt“, erklärt der Stadt-Pressesprecher weiter. Sollte das Fahrzeug weiterhin nicht entfernt werden, werde eine Ordnungsverfügung mit einer Frist von drei Tagen verhängt.

Danach werde die Ordnungsverfügung festgesetzt und das Fahrzeug, je nach Zustand, sichergestellt oder verwertet. „Sollte das Fahrzeug innerhalb der gesetzten Fristen entfernt worden sein, beträgt das Regelbußgeld 60 Euro“, sagt Christian Schön. „Dabei spielt es keine Rolle, wie lange das Fahrzeug dort abgestellt war.“

Audi steht nicht im Weg

Sollte das Fahrzeug sichergestellt oder verwertet werden, entstehen Kosten von circa 500 Euro. Der polnische Audi sei jedoch ordnungsgemäß angemeldet worden, die einjährige Nutzungsfrist in Deutschland offenbar noch nicht verstrichen.

„Unabhängig davon ist es am rechten Fahrbahnrand abgestellt“, sagt Christian Schön. „Die erforderliche Restbreite beträgt gemessene 3,20 Meter.“ Eine Engstelle auf der Köperstraße entstehe durch das Auto demnach also nicht.

Die Verkehrsüberwachung könne lediglich ein Verwarngeld wegen nicht ordnungsgemäßen Parkens am rechten Fahrbahnrand entgegen der Fahrtrichtung aussprechen, so der Stadt-Pressesprecher. Andere Möglichkeiten des Einschreitens gebe es nicht.

Über die Autorin
Redakteurin für Schwerte und den Dortmunder Süden
Redakteurin, davor Studium der angewandten Sprachwissenschaften in Dortmund und Bochum. Sportbegeistert und vor allem tänzerisch unterwegs.
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Carolin West

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