Schon bei der Einfahrt wird auf die Parkscheiben-Pflicht hingewiesen. Im Hintergrund sind - ein wenig versteckt - noch zwei weitere Schilder zu sehen. © Alexandra Wachelau
„fair parken“

Parkscheibe vergessen: Knöllchen auf dem Rewe-Parkplatz sorgt für Ärger

Wer auf dem Parkplatz von Rewe „Schulenburg“ keine Parkscheibe ins Auto legt, muss seit vier Jahren 24,90 Euro bezahlen. Eine Kundin des Supermarktes ärgert das. Zu recht?

Renate Haardt (66) ist nicht mehr oft im Rewe an der Hörder Bahnhofsstraße. Im vergangenem Jahr war sie nur einmal dort. Prompt erhielt sie ein Knöllchen: 34.90 Euro muss Renate Haardt inzwischen bezahlen.

„Ich war maximal 20 Minuten im Geschäft“, sagt die 66-Jährige. Den Zettel, der nach getanem Einkauf auf der Windschutzscheibe lag, hielt sie für Werbung und warf ihn weg.

Das war im November 2020. Jetzt, im Januar, erhielt Renate Haardt einen Brief: Das zu zahlende Bußgeld wurde auf 34.90 Euro angehoben.

Renate Haardt kann dieses Bußgeld nicht nachvollziehen. „Früher war ich hier sehr oft einkaufen, aber eine Parkscheibe habe ich nicht gebraucht“, sagt sie. Bis 2015 hatte sie einen Kombi, danach sorgten ein Wechsel des Autos sowie gesundheitliche Probleme dafür, dass Renate Haardt nur noch wenige Male im Rewe an der Bahnhofsstraße 48 war, wie sie sagt: „Da konnte ich mir den großen Wagen von meinem Sohn ausleihen.“

„fair parken“ stellt Zusammenhänge klar

Das Unternehmen „fair parken“ ist für den Knöllchen-Ärger bei Renate Haardt verantwortlich. Pressesprecherin Sabine Klaas bestätigt, dass die Regelung noch nicht einmal fünf Jahre in Kraft ist: Seit April 2017 müssen Besucher des Rewe-Marktes eine Parkscheibe ins Auto legen.

Die Rückseiten der Hinweisschilder sind aus dem Auto heraus nicht mehr so gut zu erkennen. Hier werden die Richtlinien von
Die Rückseiten der Hinweisschilder sind aus dem Auto heraus nicht mehr so gut zu erkennen. Hier werden die Richtlinien von “fair parken” aufgelistet. © Alexandra Wachelau © Alexandra Wachelau

Ein Besuch vor Ort zeigt, dass dies auch durchaus kommuniziert wird. Insgesamt zehn Schilder wurden von „fair parken“ aufgestellt, auch der Supermarkt weist mit hauseigenen Plakaten auf die Parkscheiben-Pflicht hin.

Renate Haardt habe jedoch, so sagt sie, gar nicht auf solche Schilder geachtet – weil sie nicht mit solchen Regeländerungen gerechnet hat. Den Preis findet sie zudem sehr ungerechtfertigt. „Ich bin schon jahrelang Kundin bei Rewe. Ich finde es unverschämt, dass ich für so eine Kleinigkeit 35 Euro bezahlen muss“, sagt sie.

Renate Haardt (66) ärgert sich darüber, dass sie 34.90 Euro zahlen muss – sie hatte Ihre Parkscheibe vergessen.
Renate Haardt (66) ärgert sich darüber, dass sie 34.90 Euro zahlen muss – sie hatte Ihre Parkscheibe vergessen. © Alexandra Wachelau © Alexandra Wachelau

Fremdnutzung soll verhindert werden

„fair parken“ stellt indes klar: „Ziel von fair parken ist es, dass Kundenparkplätze wieder für Kunden zur Verfügung stehen, um ihnen einen schnellen und bequemen Einkauf zu ermöglichen“, so Sabine Klaas von „fair parken“. Heißt: Am Parkplatz vom Rewe Schulenburg parken oftmals keine Rewe-Kunden, sondern andere Auto-Besitzer – höchstwahrscheinlich Besucher des Phoenix-Sees.

Im Falle von Renate Haardt kommt „fair parken“ Rewe-Kunden entgegen, die nachweisen können, dass sie nur vor der Einkaufen die Parkscheibe vergessen haben: „Wenn der betroffene Fahrer nachweisen kann, dass sie oder er zum entsprechenden Zeitpunkt einkaufen war, gibt es klare Kulanzregelungen. Als Nachweis gilt zum Beispiel ein Kassenbeleg des Einkaufs“, so Pressesprecherin Sabine Klaas.

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