Der You-Point liegt extra in einem geschützten Bereich etwas abseits unter der B236-Brücke. © Susanne Riese
Vandalismus

Phoenix-See: Anwohner klagt über Scherben und Müll am You Point

Er lebt in einem Erholungsgebiet und sieht sich dort nun mit Vandalismus und Lärm konfrontiert: Ein Anwohner des Phoenix-Sees fragt, warum die Stadt nichts unternimmt. Die sieht es anders.

Über Scherben, Alkoholflaschen und und Fast-Food-Müll auf Spiel- und Trainingsflächen beklagt sich ein Anwohner des Phoenix-Sees. Er hat eine Reihe von Vorschlägen, wie die Stadt dem Vandalismus dort begegnen sollte.

Immer wieder würde der Crossfit-Parcours über Nacht verwüstet, zuletzt Mitte September. „In der Nacht von Freitag auf Samstag scheint eine größere Gruppe sich dort aufgehalten und größere Mengen an Alkohol getrunken zu haben“, schreibt der Anwohner, der nicht namentlich genannt werden möchte.

Der gesamte Bereich einschließlich der Sandkästen sei unter Alkoholeinfluss verwüstet worden. „Unzählige leere Alkoholflaschen sowie Glasscherben bedecken das Gelände, auf dem sich vor allem an den Wochenenden Kinder – auch kleine -, Jugendliche und Erwachsene aufhalten.“

Nach einem Wochenende stieß ein Anwohner auf jede Menge Müll rund um die Spiel- und Sportflächen. © privat © privat

Mit dieser Beschreibung und Beschwerde wendet sich der Mann an die Stadt Dortmund. Mit Fotos hat er den Zustand dokumentiert und fordert Maßnahmen gegen den Vandalismus. Dafür schlägt er unter anderem Videoüberwachung und hohe Bußgelder vor sowie fest installierte QR-Codes, über die „Vergehen“ zügig an die Behörden gemeldet werden könnten.

„Unabhängig der Ethnie, des Alters oder Geschlechts (…) gehört es doch zum common sense, dass das physische Ausleben von Gewalt gegen Person oder Objekt nicht zur Norm werden darf. Es ist eine Frechheit, dass man sich auf das Wochenende freut und sowas dann vorfinden darf.“

Das Jugendamt sei diesem Bürgerhinweis direkt nachgegangen, teilt Stadt-Sprecher Christian Schön auf Anfrage mit. Es habe sich vor Ort umgeschaut, aber an den Geräten keinerlei Spuren von Vandalismus finden können. „Bislang sind dort nach Auskunft des Jugendamtes auch sehr selten Treffen von Jugendlichen ausgeartet.“

Zurzeit ist der gesamte Bereich sehr aufgeräumt und sauber.
Zurzeit ist der gesamte Bereich sehr aufgeräumt und sauber. © Susanne Riese © Susanne Riese

Der You Point sei als Aufenthaltsort speziell für Jugendliche konzipiert. Er bietet neben verschiedenen Sportmöglichkeiten beispielsweise auch ein Outdoor DJ Pult, über das Jugendliche ihre Musik abspielen können. „Der You Point wurde bewusst mit einigem Abstand zur Wohnbebauung unterhalb der Brücke der B236 angelegt, damit die Gefahr von Ruhestörungen gering bleibt.“

Das Jugendamt betreut den You Point und sucht ihn regelmäßig im Rahmen der mobilen Jugendarbeit zum Beispiel über das Projekt „Rampe“ und der Kinder- und Jugendförderung auf.

Die Stadt wertet Vermüllung und Belästigung eher als Einzelfall. „Die beschriebenen Vorkommnisse mit starkem Müllanfall traten an genau dem angegebenen Wochenende auf“, so der Sprecher. „In den Sommermonaten, so auch am Wochenende des 10./11. September, ist die EDG nunmehr seit mehreren Jahren samstags und sonntags jeweils für rund sechs Stunden vor Ort am See und unterzieht dabei auch den You Point einer gründlichen Reinigung.“ Die beschriebenen Verunreinigungen seien also direkt am Folgetag wieder beseitigt worden.

Die Stadt weist darauf hin, dass der Kommunale Ordnungsdienst ebenfalls am Phoenix-See einschließlich des You Points unterwegs ist. In den Sommermonaten erfolgt der Einsatz freitags und samstags bis 23.30 Uhr, häufig auch sonntags. Christian Schön: „Auch der am See eingesetzte Sicherheitsdienst kontrolliert den You Point jede Nacht innerhalb seiner Bestreifungsrunde und nimmt, soweit nötig und möglich, Einfluss auf das Nutzungsverhalten.“ Verunreinigungen würden in der Regel kurzfristig beseitigt.

Hinterlassenschaften nach dem Wochenende: Weinkartons, Flaschen, Kippen und Kronkorken.
Hinterlassenschaften nach dem Wochenende: Weinkartons, Flaschen, Kippen und Kronkorken. © privat © privat

Es gebe „aktuell in der gesamten Naherholungsanlage kein Problem mit Vandalismus oder übermäßiger Vermüllung“, stellt der Betrieb Phoenix-See fest. „Der von Jugendlichen gut besuchte You Point mag zeitweise eine Ausnahme darstellen. Die Verhältnisse sind in der Regel dann aber keinesfalls als katastrophal zu bezeichnen.“

Die Stadt kommt daher zu dem Schluss, dass weitere Maßnahmen, wie die vorgeschlagenen QR-Codes, zurzeit nicht erforderlich sind.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
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Susanne Riese

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