Ein Wildschwein (Symbolbild) hat am Sonntag für Aufregung in Lünen gesorgt. Das verletzte Tier wurde schließlich von einem Jäger getötet. © picture alliance/dpa
Niederhofener Wald

Schock beim Waldspaziergang: Hund wird von Wildschwein schwer verletzt

Wildschweine haben den Niederhofener Wald und das Wannebachtal erobert. Jetzt soll ein Wildschwein einen Hund schwer verletzt haben. Der Revierförster spricht von einer absoluten Ausnahme.

Ein Wildschwein soll im Niederhofener Wald einen Hund angegriffen und schwer verletzt haben. In den sozialen Medien wird der dramatische Vorfall geschildert. Er soll nicht die erste Attacke von Wildschweinen auf Hunde gewesen sein. Das berichtet eine Augenzeugin bei Radio 91.2.

Sie hatte nach dem jüngsten Vorfall dem schwer verletzten Tier und seiner unter Schock stehenden Besitzerin erste Hilfe geleistet. Der Golden Retriever sei angeleint gewesen und habe das Wildschwein, nach ihrer Aussage ein Keiler, etwa einen Meter neben dem Waldweg im Gebüsch aufgespürt.

Das Wildschwein habe das Tier sofort „aufs Korn“ genommen und stark blutend zurückgelassen. Die Beobachterin hatte einen Erste-Hilfe-Koffer dabei und versorgte die Hündin, während die Besitzerin das Auto holte, um sie schnellstmöglich zum Tierarzt zu bringen.

Vier Hunde wurden schon angegriffen

„Das ist der vierte Hund, der durch Wildschweine schwer verletzt wurde“, sagt die Helferin Radio 91.2. Sie ist selbst regelmäßig im Niederhofener Wald unterwegs.

Wie groß ist die Gefahr also für Spaziergänger und Hunde? Revierförster Torsten Wack hat auch von dem jüngsten Wildschweinangriff gehört. Er spricht aber von einer Ausnahme und sieht keinen Grund für Panik.

Wildschweine hatten das gepflegte Grün des Golfplatzes in einen Kartoffelacker verwandelt.
Wildschweine hatten das gepflegte Grün des Golfplatzes in einen Kartoffelacker verwandelt. © Golfplatz © Golfplatz

„Vom Grundsatz her sind die Tiere eher scheu“, sagt Torsten Wack, der den Forstbereich im November letzten Jahres übernommen hat. In der Zeit habe er von keiner weiteren Wildschweinattacke gehört, weder auf Menschen, noch auf Tiere.

Bei dem Vorfall im Niederhofener Holz vermutet er, dass es sich um eine Bache, also um ein weibliches Muttertier, gehandelt hat, nicht um einen Keiler. „Wenn sich eine Bache mit Frischlingen gestört oder angegriffen fühlt, dann kann sie schon mal aggressiv werden. Sie verteidigt dann ihren Nachwuchs.“

Besitzer müssen sich raushalten

In dem Waldbereich sei die Wegedichte sehr hoch, deshalb sei es denkbar, dass sich ein Wildschwein in die Nähe der Wege aufhalte und theoretisch auch von einem angeleinten Hund erreichbar ist. „Das ist aber extrem selten und der Schutz der Frischlinge ist die einzige Situation, in der sie aggressiv werden.“

Spaziergängern und Hundehalter müssen also jetzt nicht hinter jedem Gebüsch ein angriffslustiges Wildschwein befürchten. Wichtig sei, die Hunde im Wald angeleint zu lassen. Sollte tatsächlich ein Wildschwein auf den Hund losgehen, hat Torsten Wack eine klaren aber harten Rat für die Hundebesitzer: „Raushalten und in sichere Entfernung begeben, auch auf die Gefahr hin, dass der Hund verletzt wird.“

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
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Susanne Riese

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