In der Emschergasse trafen Täter und Opfer aufeinander. © Jörg Bauerfeld
Brutaler Überfall

Täter treten auf wehrloses Opfer ein: Wiederholt sich der Krawall-Sommer 2020?

Jagdszenen spielten sich im Ortskern von Aplerbeck am Mittwoch (28.4.) ab. Mitten am helllichten Tag stürzten sich mehrere Angreifer auf einen 17-Jährigen und traten auf ihn ein.

Es sind Berichte, die sich gleichen. Obwohl viele schon dachten, es sei überstanden, scheint die Gewalt im Dortmunder Süden wieder angekommen zu sein. Im Jahr 2020 gab es hier eine Serie von Schlägereien und Überfällen.

Vor allem der Aplerbecker Ortskern war Schauplatz von Straftaten, die von jungen Leuten begangen wurden. Die Polizei meldetet einige Festnahmen und auch in der Polizeistatistik der Stadt Dortmund nahm Aplerbeck eine Sonderrolle ein.

Es scheinen immer die gleichen Tatorte zu sein

Dank der Polizeieinsätze gelang es sogar, einige der Randalierer in Jugendhaft zu bringen. Doch kaum steigen draußen die Temperaturen scheint es schon wieder loszugehen. Und es sind immer dieselben Bereiche im Zentrum von Aplerbeck, wo die jugendlichen Täter zuschlagen.

Von der Emschergasse geht es in Richtung Egbertstraße. Auch hier ist das Gelände ziemlich unübersichtlich.
Von der Emschergasse geht es in Richtung Egbertstraße. Auch hier ist das Gelände ziemlich unübersichtlich. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Eines der Epizentren der Gewalt ist die Emschergasse mit seinen Nebengässchen. Hier, auf einer irgendwann angelegten Mauer, sind immer wieder Jugendliche anzutreffen. Das war wohl auch am Mittwochnachmittag (28.4.) gegen 15.30 Uhr so.

Laut Polizei gingen ein 17-jähriger und ein 18-jähriger Dortmunder durch die Emschergasse und wurden zum Ziel einer Gruppe von fünf jungen Männern. Diese folgten den beiden, die sich auf dem Weg zu einem Geldautomaten befanden. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich hierbei um die Sparkassen-Filiale am Marsbruchplatz handelte.

Der 17-Jährige kam kurze Zeit später zurück vom Geldautomaten und wurde von einem der Verfolger unvermittelt ins Gesicht geschlagen. Das Opfer stürzte eine kleine Treppe hinunter und wurde am Boden liegend weiter mit Tritten malträtiert.

Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel (SPD) fordert Achtsamkeit, damit es „nicht wieder aus dem Ruder läuft“.
Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel (SPD) fordert Achtsamkeit, damit es „nicht wieder aus dem Ruder läuft“. © Archiv © Archiv

Die Täter forderten die Herausgabe des Geldes und traten weiter auf den Wehrlosen ein. Zum Glück bemerkte ein 49-jähriger Dortmunder das Geschehen und schritt ein. Die Täter ließen von ihrem Opfer ab und flohen ohne Beute.

Polizei sucht jetzt Zeugen der brutalen Tat

Jetzt sucht die Polizei nach Hinweisen. Die Täter sehen wie folgt aus: etwa 15-17 Jahre alt, hatten einen dunkleren Hauttyp, kurze Haare und zwei von den fünf jungen Männern waren größer als 180 Zentimeter. Der Haupttäter, der zuerst geschlagen hat, trug eine schwarze Jogginghose, eine schwarze Trainingsjacke und schwarze Sportschuhe.

Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. (0231) 132 74 41 entgegen.

Droht Aplerbeck also wieder ein ähnlicher „Krawall-Sommer“ wie im letzten Jahr? Der Bezirksbürgermeister hofft es nicht. „Wir müssen jetzt von Anfang an die Situation im Ortskern im Blick haben. Hier ist auch die Polizei und die aufsuchende Jugendarbeit gefordert“, sagt Jürgen Schädel.

Vermutlich wird dieser Angriff auch in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am Dienstag (5.5.) ein Thema sein.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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Jörg Bauerfeld

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