So leer ist es nur selten auf dem Hacheneyer Kirchweg. Das Straßenverkehrsschild im Vordergrund ist nur provisorisch aufgestellt. © Britta Linnhoff
Hacheneyer Kirchweg

Tempo 30-Schild kommt als Provisorium daher – Anlieger sind skeptisch

Christine Kleeschulte, weiß nicht, ob sie sich freuen oder ärgern soll: Tempo 30 steht auf dem Schild vor ihrem Haus. Sie wollte das – aber nach einer richtigen Lösung sieht das nicht aus.

Der Name „Hacheneyer Kirchweg“ klingt eher nach beschaulichem Spaziergang als nach Hauptverkehrsstraße. Der Hacheneyer Kirchweg ist eigentlich auch keine breite oder große Straße, dennoch gilt er als „ortsverbindende Straße“ und ist in der Realität zu den Stoßzeiten vollgestopft mit Autos, Bussen und Lkw: Seit Jahren schon ist das ein Thema, weil bisher ein Gesamtkonzept für den Stadtteil fehlt.

Christine Kleeschulte ist die Vorsitzende der im Herbst 2020 gegründeten „Anliegerinitiative Verkehrskonzept Hacheney“. Die hat nun vor allem den Hacheneyer Kirchweg und das obere Stück der Massenezstraße im Blick.

Nicht nur Christine Kleeschulte hat seit einigen Tagen ein neues Straßenschild in diesem Bereich entdeckt. „Tempo 30“ steht da drauf – zumindest für die nächsten 200 Meter auf dem Hacheneyer Kirchweg. Das Schild, sozusagen vor ihrer Haustür, freut Christine Kleeschulte natürlich. Tempo 30 ist das, was sie und die Initiative wollte.

Tempo 30 löst nicht alle Probleme

Natürlich ist die Maßnahme nicht die Lösung aller Verkehrsprobleme des Stadtteils, aber es schaffe mehr Sicherheit draußen und mehr Ruhe in den Häusern. „Wir merken das deutlich“, sagt Christine Kleeschulte, „es vibriert deutlich weniger.“

Soweit so gut, aber: Das Schild mit der Geschwindigkeitsbegrenzung ist ein provisorisches. Und Christine Kleeschulte sagt, sie müsse annehmen, dass „wenn die Straße repariert ist, auch das Schild wieder verschwindet. Denn die Straßenschäden waren auch das Argument bei der Durchsetzung des Antrags auf Tempo 30, das für eine solche „ortsverbindende Straße“ eigentlich nicht vorgesehen ist.

Initiative will an das städtische Tiefbauamt schreiben

Deshalb will die vor wenigen Monaten gegründete Bürgerinitiative auch „am Ball“ bleiben: „Uns würde zum Beispiel interessieren, für welche Traglast der Hacheneyer Kirchweg überhaupt ausgelegt ist“, erklärt Christine Kleeschulte. Sie wollen an das städtische Tiefbauamt schreiben, um das zu klären.

Lkw und Busse weichen wie hier oft auf den Bürgersteig aus. Für Fußgänger bleibt dann kaum noch Platz.
Lkw und Busse weichen wie hier oft auf den Bürgersteig aus. Für Fußgänger bleibt dann kaum noch Platz. © Kleeschulte © Kleeschulte

Insgesamt sei es einfach so, dass die Infrastruktur für den starken Verkehr einfach nicht mitgewachsen, die Straße viel zu schmal, zu kaputt und unzureichend ausgebaut sei. „Wer zahlt das später?“, fragt man sich in der Bürgerinitiative.

Aktuelles Thema ist auch die Bushaltestelle „Am Rundbogen“ an dieser Stelle: Zugewuchert und kaum zu sehen, so die Kritik. Es gibt keinen Bürgersteig und keinen Zebrastreifen: „Man kommt doch hier gar nicht über die Straße“, so Christine Kleeschulte. Doch zunächst heißt es Abwarten bis die Antwort des Tiefbauamtes kommt.

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