Jetzt geht es der ehemaligen Gaststätte an den Kragen - nachdem schon Lost-Places-Videos von der Immobilie aufgetaucht waren. © Jörg Bauerfeld
„Lost Place“ verschwindet

Traditionsreiche Gaststätte wird abgerissen – was kommt danach?

Erst Gaststätte, dann nur noch ein „Lost Place“: Mit schwerem Gerät geht es der Dortmunder Immobilie jetzt an den Kragen. Der Besitzer sagt: Es sind immer mehr Leute hier eingedrungen.

Immer wieder sind Videos von Unbekannten aufgetaucht, die sich unerlaubt Zutritt zu dem leerstehenden Gebäude verschafft haben. Die ehemalige Gaststätte Wiethaus-Stuben im Dortmunder Süden ist seit längerer Zeit ein interessantes Objekt für Menschen geworden, die sich in verlassenen Gebäuden herumtreiben – und die Öffentlichkeit mit Bildern aus dem Inneren beliefern.

Unbekannte verschaffen sich immer wieder Zugang

Dem Besitzer der Immobilie wurde es jetzt zu bunt. „Es sind immer mehr Leute hier eingedrungen und haben auch einiges verwüstet. Das ist kein Spaß mehr, also werde ich das Gebäude jetzt abreißen lassen“, sagt Unternehmer Wolfgang Froese. Also geht es dem Traditionshaus jetzt mit schwerem Gerät an den Kragen.

Im Untergeschoss befanden sich Sanitärräume und Kegelbahnen. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Gefeiert und am Tresen gestanden wurde hier ohnehin schon lange nicht mehr. 2010 schloss die Gaststätte von heute auf morgen. Seitdem stand das Gebäude leer – und wurde langsam zum Anziehungspunkt lichtscheuer Gestalten. Schon 2015 kamen erste Gerüchte um eine großangelegte Bebauung in diesem Bereich auf. Denn das Gelände, auf dem die ehemalige Gaststätte steht, ist riesig.

Ein großes Grundstück in Richtung Norden

Von der Herrenstraße aus in Richtung Norden wäre noch eine Menge Platz für Bau-Ideen. Die hat Besitzer Wolfgang Froese zwar auch, was auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte einmal stehen wird, kann er noch nicht genau sagen.

Und vor allem auch nicht, wann es dort losgehen soll. „Ich habe jetzt vorsorglich erst mal einen Bauantrag mit zwei Mehrfamilienhäusern eingereicht“, sagt Froese. „Ob ich das dann tatsächlich verwirkliche, kann ich noch nicht sagen.“

So sieht es hinter den Wiethaus-Stuben aus. Der Blick in Richtung Dortmunder City ist gigantisch. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Dabei ist die Sorge einiger Anwohner eine ganz andere: die Hinterlandbebauung zwischen Herrenstraße und der Lunestraße. An der wäre sogar schon eine Zuwegung für den Bereich vorhanden. „Dieser Plan wird von Anwohnern und auch von Teilen der Politik nicht gewünscht“, so Froese. Ob er selbst an der Herrenstraße überhaupt noch bauen wird, könne er noch nicht sagen.

Jetzt soll die alte Immobilie erst einmal verschwinden. Die Wiethaus-Stuben werden bald Geschichte sein. Erhalten vielleicht noch durch die Videos, die im Internet kursieren. Die Stunden eines „Lost Place“ sind hiermit gezählt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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