Oliver Krauß in seinem Büro: Die farbenfrohen Bilder an seiner Wand hat er selbst gestaltet. © Britta Linnhoff
Lennhofe ist Thema

Trotz Corona: Bezirksvertreter tagen und begrüßen einen „Neuen“

Sie haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht: Soll die Hombrucher Bezirksvertretung am 26. Januar angesichts hoher Corona-Zahlen überhaupt tagen? Jetzt ist die Entscheidung gefallen.

Man darf, wenn es sein muss: Sitzungen von Bezirksvertretungen und Ausschüssen sind nach Paragraph 13 der Corona-Schutzverordnung zulässig und durchführbar, „soweit sie aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht auf einen Zeitraum nach dem 31. Januar verlegt werden können“. Also getagt werden darf nur, wenn das zwingend nötig ist.

Entscheidung im Einzelfall

Darüber entschieden haben die Verantwortlichen in den letzten Tagen jeweils im Einzelfall. Für Hombruch hatten diese schwierige Entscheidung zwei zu treffen, die noch neu, oder erst voraussichtlich Ende des Monats im Amt sein werden: Nils Berning, seit der letzten Kommunalwahl Bezirksbürgermeister und Oliver Krauß, designierter Nachfolger von Sylvia Hollmann-Schiek als Bezirksverwaltungsstellenleiter.

„Wir haben lange gerungen, Nils Berning und ich“, sagt Oliver Krauß. Schließlich fiel die Entscheidung: „Wir tagen“. Es gebe, so der designierte Verwaltungsstellenleiter, „mindestens zwei Punkte auf der Tagesordnung“, die diese Entscheidung begründen.

Die Naturschutzverbände lehnen die Bebauung der Fläche “Am Lennhofe” ab. © BUND Dortmund © BUND Dortmund

Einer davon: die Aufstellung des Bebauungsplans „Am Lennhofe“. Naturschutzbeirat und Naturschutzverbände lehnen die Wohnbebauung auf der Fläche in Menglinghausen ab. Auch politisch ist das Vorhaben umstritten. Und weil der zuständige Ratsausschuss am 3. Februar entscheiden soll, entschlossen sich Berning und Krauß, die Sitzung schon wegen dieses einen Tagesordnungspunktes einzuberufen.

Rückkehr in den heimischen Stadtbezirk

Für Oliver Krauß ist es noch aus einem ganz persönlichen Grund eine ganz besondere Sitzung der Hombrucher Bezirksvertretung am 26. Januar: Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung soll seine Bestellung zum Nachfolger von Sylvia Hollmann-Schiek erfolgen.

Kommissarisch arbeitet er schon jetzt in der Verwaltungsstelle an der Harkortstraße, weil seine Vorgängerin zwar erst am 1. März in den Ruhestand geht, aber bis dahin Urlaub genießt. Sollten die Bezirksvertreter ihm am 26. Januar ihren „Segen“ geben, ist er ab dem 27. Januar offiziell im Amt.

Auch dieses Mal wieder kommen die Bezirksvertreter wiederr im Helene-Lange-Gymnasium zusammen – Abstand halten ist die Desive. © Bauerfeld (A) © Bauerfeld (A)

Krauß war bisher Geschäftsführer der Bezirksvertretung Innenstadt-West. Nun kehrt der Mann „seinen“ Stadtbezirk zurück: Der 54-Jährige ist in Hombruch zur Schule gegangen (Harkort-Grundschule, Helene Lange Gymnasium) und wohnt in Lücklemberg.

Oliver Krauß wird wie schon jetzt in seinem Büro in der Hombrucher Bezirksverwaltungsstelle sitzen – nicht im Homeoffice, sagt er. Er findet, dass gehöre sich irgendwie so, schließlich könnten auch nicht alle seine Mitarbeiter in der Bezirksverwaltungsstelle ins Homeoffice, müssten stattdessen Präsenz zeigen in diesen Zeiten.

Sitzungsteilnehmer sollen FFP2-Masken tragen

Krauß hat bei den letzten Sitzungen der Bezirksvertretungen schon mal reingeschaut – auf den Zuschauerplätzen. Seine erste „richtige“ findet nun am Dienstag (26.1.) im Helene Lange-Gymnasium (wegen Corona nicht in dem kleineren Sitzungssaal in der Bezirksverwaltungsstelle) statt. So kehrt der heute 54-jährige an den Ort zurück, an dem er einst die Schulbank drückte.

Beginn der Sitzung ist um 15.30 Uhr. Es wird wie immer auch eine Einwohnerfragestunde geben – allerdings, um die Sitzung kurz zu halten und so das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten, dauert die dieses Mal nur eine halbe Stunde, statt wie sonst üblich, eine Stunde.

Angesetzt ist die Einwohnerfragestunde um 16.30 Uhr. Oliver Krauß hat gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Nils Berning eine Bitte an alle, die vorhaben zu kommen: „Wer immer hat, sollte eine FFP2-Maske mitbringen“, sagt er. Für den Fall, dass jemand keine hat, will er welche bereit halten.

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