Unbekannte haben in der Nacht auf Montag das Freibad Wellinghofen verwüstet. Unter anderem wurde ein Feuer an den Schließfächern gemacht. © Sportwelt Dortmund
Schwerer Vandalismus

Unbekannte randalieren im Freibad Wellinghofen: „Mir blutet das Herz“

Nach Corona-Pause und Hochwasser muss das Freibad Wellinghofen nun noch länger geschlossen bleiben. Kurz vor der Wiedereröffnung verwüsteten Unbekannte das Bad. Ist die Saison nun geplatzt?

Was in der Nacht von Sonntag auf Montag (25. auf 26.7.) im Freibad Wellinghofen geschehen ist, das habe er so noch nicht gesehen, sagt Georg Röder. Nicht in seinen 15 Jahren, in denen der Betriebswirt bereits als Fachangestellter der Sportwelt Dortmund in der Verwaltung arbeitet. „Mir blutet das Herz.“

Denn in der Nacht haben sich Unbekannte dazu entschieden, dem Freibad einen verheerenden Besuch abzustatten. Und es so stark zu verwüsten, dass es die kommenden Tage nicht eröffnen kann. „Es ist genau das unserer Bäder, das von den Überschwemmungen betroffen war“, sagt Georg Röder. „Und dass so etwas jetzt passiert, wo man doch alle Energie und Mühe reingesetzt hat, um das Bad nach der Flut wiederherzustellen.“

Auch elektrische Geräte haben die Täter im Wasser versenkt - wie dieses Schleifgerät.
Auch elektrische Geräte haben die Täter im Wasser versenkt – wie dieses Schleifgerät. © Sportwelt Dortmund © Sportwelt Dortmund

Das Arbeitsmaterial sei zerstört und sabotiert worden. Auch das Material, das nach dem Hochwasser extra neu angeschafft wurde. „Die Beckenumrandung wurde kaputtgetreten. Diese Metallstangen sind Sonderanfertigungen, die wurden komplett verbogen und sind unbrauchbar.“ Das Megafon und elektrische Werkzeuge seien ins Becken geschmissen worden.

Täter haben Feuer gelegt

Auch Feuer haben die Täter gelegt. Eine Bank wurde angefackelt, ebenso wie Schläuche, die extra so angezündet wurden, dass sie nun komplett unbrauchbar sind. Unter dem Dach, wo die Spinde stehen, haben die Täter ebenfalls ein Feuer entzündet. „Da sind riesige Brandflecken zu sehen. Es hätte das Dach noch schlimmer erwischen können“, sagt Georg Röder.

Die Schläuche wurden extra für die Schadensbeseitigung nach dem Hochwasser angeschafft - nun sind sie so verbrannt, dass sie nicht mehr nutzbar sind. Und auch andere Gegenstände wurden schwer beschädigt.
Die Schläuche wurden extra für die Schadensbeseitigung nach dem Hochwasser angeschafft – nun sind sie so verbrannt, dass sie nicht mehr nutzbar sind. Und auch andere Gegenstände wurden schwer beschädigt. © Polizei Dortmund © Polizei Dortmund

Es sieht schlimm aus vor Ort und zum aktuellen Zeitpunkt sei man sich nicht sicher, ob überhaupt wieder aufgemacht werden kann. „Auch unsere Technik wurde beschädigt. Die hat sogar die Flut überstanden, wir waren darüber froh. Und jetzt das.“ Die Saison geht noch sechs Wochen – mit etwas Glück könne man noch den September nutzen. Doch die kommende Zeit sei verwirkt, die Saison geplatzt – „wir wissen auch nicht mehr weiter“.

Nach dem Hochwasser habe man alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das Freibad schnell wieder auf Vordermann zu bringen. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben durchgearbeitet bis spät in die Nacht. Jetzt ist die Moral natürlich völlig am Boden.“

Alles sei für die Eröffnung vorbereitet gewesen: Der Pumpenhersteller sei einmal vor Ort gewesen, das Chlor schon bestellt – „und dann kommt sowas. Das ist ein derber Rückschlag, der erst einmal verarbeitet werden muss“.

Ein Rußfleck am hölzernen Dach lässt vermuten, wie groß das Feuer war, das die Täter entzündet haben.
Ein Rußfleck am hölzernen Dach lässt vermuten, wie groß das Feuer war, das die Täter entzündet haben. © Sportwelt Dortmund © Sportwelt Dortmund

Vorfälle habe es in den Bädern der Sportwelt Dortmund schon häufiger gegeben. Jüngst habe es eine Einbruchserie im Freibad Hardenberg gegeben, im Kiosk. Die Täter haben dort absichtlich die Kühlschränke offen gelassen, sodass die gesamte Füllung entsorgt werden musste. Doch der Fall in Wellinghofen, „das ist kein dummer Jugendstreich mehr, das ist ein ganz anderes Kaliber“.

Denkbar schlechte Saison

Was Georg Röder an dem Vorfall besonders bewegt, ist eine Tatsache: „Das müssen ja Dortmunder Bürger sein, die das getan haben. Jeder wusste, dass das Bad wegen des Hochwassers geschlossen ist. Es war für uns ohnehin schon eine denkbar schlechte Saison mit sehr wenigen Einnahmen.“ Und zu den fehlenden Einnahmen kommt nun noch die Wiederherstellung des Bades.

Auch für die Badegäste sei es ein herber Schlag, so Röder. „Wir hatten hier viele nette Helfer, die uns nach dem Hochwasser unterstützt und fleißig mitgeholfen haben. Das war wirklich große Klasse und tut uns jetzt natürlich in Anbetracht der Umstände umso mehr weh für alle Helfer und Gäste.“

Hinweise

Wer hat etwas gesehen?

  • Laut Angaben der Polizei Dortmund hat sich die Tat in den frühen Morgenstunden zwischen 5 und 6 Uhr ereignet. Ein Zeuge beobachtete daraufhin die Rauchentwicklung.
  • Jeder Hinweis auf die Täter, die das Freibad Wellinghofen (Hopmanns Mühlenweg) verwüstet haben, wird dankbar entgegen genommen. Zeugen können sich bei der Kriminalwache Dortmund melden unter Tel. (0231) 132 74 41.
Über die Autorin
Volontärin
Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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