Neu gestaltet, aber scheinbar noch nicht ganz so Radfahrer tauglich. Oder doch? © Jörg Bauerfeld
Mobilitätswende

Verrückteste Kreuzung Dortmunds: Plattgefahren, umgebaut, weiter in der Kritik

Sie könnte eine Art Pilot-Einmündung für Dortmund sein: gleichermaßen gut nutzbar für Autofahrer und Radfahrer. Doch sie ist gerade frisch umgebaut, da gibt es schon wieder Kritik.

Es gibt Geschichten über die Einmündung der Leni-Rommel-Straße in die Aplerbecker Straße, da könnte man ein Buch drüber schreiben. Über eine Wette, die ein Bürger der Bezirksvertretung anbot, weil es mit dem Umbau immer wieder haperte. Die Politiker verloren prompt.

Über eine Verkehrsinsel, die immer wieder von schweren Lkw platt gefahren, aber in geradezu akribischer Art und Weise nach jedem „Überrollen“ von der Stadt Dortmund wieder aufgebaut wurde. Und das über mehr als zehn Jahre.

Schon vor vielen Jahren ging es an die Planung

2017 rang man sich bei den Verantwortlichen der Stadt endlich zum Umbau durch. 100.000 Euro sollte es kosten, die Einmündung baulich in die heutige Zeit zu versetzen. Es klemmte aber. 2019 ging es dann endlich los, doch die Kosten explodierten – auf knapp unter 400.000 Euro.

Mitglieder der Grünen und der SPD schauten sich den umgebauten Einmündungsbereich an.
Mitglieder der Grünen und der SPD schauten sich den umgebauten Einmündungsbereich an. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Im Mai 2021 wurde sie nun fertiggestellt, die neue Einmündung an der Leni-Rommel-Straße – für rund 500.000 Euro. Mit allem Zipp und Zapp und einer Verkehrsregelung, die für Autofahrer und Radfahrer gleich gut sein soll – ist sie aber nicht. Zu dem Schluss kamen die Grünen und die SPD in der Bezirksvertretung Aplerbeck. Bei einem Ortstermin wurde klar, dass nachgebessert werden muss. So sehen es zumindest die Aplerbecker Politiker.

„Warum an einigen Stellen so markiert wurde, erschließt sich uns nicht so ganz“, sagt Jan Gravert, Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bezirksvertretung Aplerbeck.

Ein Blick auf den Einmündungsbereich zeigt auch, was den Politikern missfällt. Zwar gibt es ordentlich eingezeichnete Abbiegespuren, auch für die Verkehrsteilnehmer auf dem Rad, doch die sind weiterhin schlecht zu erkennen.

Radwege sind nicht rot markiert

Die rote Signalfarbe, die zum Beispiel schon an einem kurzen Stück Fahrradweg an der Wittbräucker Straße aufgebracht wurde, sucht man an der Leni-Rommel-Straße vergebens. „Das hatten wir schon erwartet“, sagt Lothar Buddiger (SPD).

Ein großer Kritikpunkt: Trotz Umbaus sind die Radwege immer noch nicht in dem leuchtenden Rot markiert.
Ein großer Kritikpunkt: Trotz Umbaus sind die Radwege immer noch nicht in dem leuchtenden Rot markiert. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Zumal die Stadt Dortmund als Begründung für die rote Markierung an der Wittbräucker Straße vermeldet habe, dass man dies nun auch bei aktuellen Umbauten auch in den Stadtteilen verwenden würde. „Ich habe ja in meiner Naivität fest damit gerechnet“, sagt Ulrich Riese (Grüne).

Natürlich habe sich die Situation für alle Verkehrsteilnehmer nach dem Umbau erheblich verbessert. Doch an den Zufahrten auf die Einmündung zu scheint noch einiges im Argen zu liegen. So führt der Radweg an der westlichen Straßenseite an einem Haus des LWL-Wohnverbundes vorbei. In diesem Bereich wird der Radweg immer wieder zum Parken von Besuchern missbraucht.

„Ein Problem ist aber auch die Ampelschaltung“, sagt Ulrich Riese. „Aus Fahrtrichtung Osten wird die Ampel für die Radfahrer lediglich eine Sekunde früher grün, als für die Autofahrer.“ Beim Abbiegen könne es hier zu sehr gefährlichen Situationen kommen.

„Wir müssen die Verbesserungen jetzt mal mit der Stadt Dortmund besprechen. Die Dinge, die uns vorschweben sind mit wenig Aufwand nachzubessern“, sagt Lothar Buddinger. Und dann könne man sagen, es sei richtig gut geworden.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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