Auch an dieser Grundschule im Dortmunder Süden war der Präsenzunterricht freigestellt. © Jörg Bauerfeld
Schule ohne Präsenzunterricht

Volle Schulen trotz Lockdown? Ein Schulleiter sagt „Nein“

Der Präsenzunterricht an den Schulen ist ausgesetzt. Eine gute Entscheidung, wie ein Dortmunder Schulleiter findet. Trotzdem kommen manche seiner Schüler auch noch in der Weihnachtswoche.

Gebe ich mein Kind weiterhin in die Schule oder behalte ich es ab heute lieber zu Hause? Diese Frage haben sich seit Montag (14.12.) zahlreiche Eltern in NRW gestellt. Denn ab dann durften die Eltern selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken oder nicht.

Auch im Dortmunder Süden. Eine der Schulen, die sich kurzfristig auf das neue Geschehen einrichten musste, ist die Aplerbeckermark Grundschule. Knapp 300 Schülerinnen und Schüler sind hier an normalen Tagen im Unterricht.

Aber wie war es in der vergangenen Woche? Wie viele Familien haben ihr Kind in die Schule geschickt, wie viele haben es lieber zu Hause gelassen?

„Wir mussten ja als Schule ziemlich kurzfristig überlegen, wie wir die Sache angehen“, sagt Schulleiter Thomas Baumeister. Als Schule sei man auf Online-Unterricht eingestellt. „Wir haben das im Grunde schon seit den Herbstferien mit den Kindern geübt“, erklärt der Schulleiter.

Zu Beginn gab es noch Unsicherheiten bei den Eltern

Aber wie wurde die „Freiwilligkeit“ genutzt? Denn Ziel war es ja, so viele Kinder wie möglich nicht zur Schule gehen zu lassen. „Zu Beginn gab es noch große Unsicherheiten bei den Eltern“, sagt Thomas Baumeister. Die Angst, dass das Kind etwas verpasst war groß. „Wir haben dann noch einmal in einem Brief darauf hingewiesen, dass in der Schule auch kein andere Stoff behandelt wird als im Online-Unterricht“, so der Schulleiter.

Sicher ein Grund, dass zu Beginn der Woche die Klassen noch relativ voll waren. Im Extremen war noch eine der Klassen fast vollzählig. Gegen Ende der Woche nahm dann auch die Schülerzahl an der Grundschule an der Schwerter Straße ab. Am Freitag (18.12.) waren dann nur noch 70 oder 80 Kinder da.

In diesem Jahr noch zwei Tage Notbetreuung

Aber waren das nicht noch zu viele Schüler? „Viele Familien können es sich auch aus beruflichen Gründen nicht leisten, zu Hause zu bleiben“, erklärt Thomas Baumeister. Für diese Fälle wird es auch noch am Montag (21.12.) und am Dienstag (22.12.) eine Notbetreuung an der Aplerbeckermark Grundschule geben.

Denn die eigentlichen Ferien hätten erst am 23. Dezember begonnen – doch Corona hat alles durcheinander geworfen. Nutzen werden dies aber nicht mehr viele Familien. Zehn Kinder sind hierfür erst angemeldet. Für Baumeister war die Aufhebung des Präsenzunterrichtes eine gute Idee.

Auch für die Umsetzung der Hygienemaßnahmen. Weiter soll es mit dem Unterricht am 11. Januar 2021 gehen. In der Woche davor werden noch einmal an zwei Tagen Notbetreuung angeboten. Und wie es dann weitergeht? „Das wissen wir einfach noch nicht“, sagt der Schulleiter.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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