Knut Reinhardt (links) ist jetzt als Lehrer an der Robert-Koch-Realschule. Rechts steht Schulleiter Wolfgang Siebeck. © Jörg Bauerfeld
Borussia Dortmund

Weltpokalsieger, BVB-Legende und Lehrer – eine ungewöhnliche Karriere

Die Robert-Koch-Realschule liegt in Sichtweite des Signal-Iduna-Parks. Hier hat Knut Reinhardt seine größten Erfolge gefeiert – als BVB Profi. Als Lehrer ist er nun ganz in der Nähe tätig.

Auf die Frage, ob das jetzt sein letzter großer Vertrag sei, musste Knut Reinhardt doch kräftig lachen. „Ich fühle mich hier sehr wohl, bin toll aufgenommen worden und könnte mir schon vorstellen hier zu bleiben“, sagt der, der von der Südtribüne nur „Knuuuuuut“ gerufen wurde.

Das scheint schon gefühlt eine Ewigkeit her, als Reinhardt von 1991 bis 1998 mit seiner linken Klebe das runde Leder durch das Westfalenstadion drosch. Seit 12 Jahren ist der heute 52-Jährige jetzt schon Lehrer. Eine Karriere nach der Karriere sozusagen.

12 Jahre als Grundschullehrer im Dortmunder Norden

Als Grundschullehrer war er an der Grundschule an der Kleinen Kielstraße im Dortmunder Norden tätig. „Ich hatte einfach das Gefühl, ich müsste noch einmal etwas anderes machen“, sagt Knut Reinhardt. Schon im Sommer 2020 wechselte Reinhardt dann an die Robert-Koch-Realschule in Hombruch.

Knut Reinhardt nach dem Aus in der Champions-League gegen Ajax Amsterdam 1996. © picture-alliance / dpa © picture-alliance / dpa

„Die Möglichkeit, auch einmal in eine andere Altersgruppe, in die Sekundarstufe 1 zu gehen, war da schon reizvoll“, sagt der ehemalige Fußballprofi. „Mich hier zu beweisen, da bin ich schon dankbar für.“ Mathematik und Sport unterrichtet er an der Hombrucher Realschule und arbeitet so gerade an seiner Zusatzqualifikation für die Sek 1.

Die „Neuverpflichtung“ hat Schulleiter Wolfgang Siebeck, selbst großer BVB-Fan, eingefädelt. „Als ehemaliger Fußballprofi ist er natürlich ein besonderer Lehrer. Das kommt ja selten vor, dass Fußballer nach der Karriere so einen Beruf ergreifen. Das ist, glaube ich, einzigartig.“

Sport ist eines der beiden Fächer, die Reinhardt unterrichtet

Da passte es wie die Faust aufs Auge, dass es an der Robert-Koch-Realschule eine Sport-Profil-Klasse gibt – so konnte der Wechsel vollzogen werden. Und Siebeck hat den noch nicht bereut.

Beruflich und auch menschlich sei Knut Reinhardt ein echter Gewinn für die Schule. „Er ist ein toller Mensch“, so Wolfgang Siebeck. Zusammen mit einer Kollegin ist er Klassenlehrer einer fünften Klasse, um den Umstieg von Grundschule auf Realschule ein wenig zu erleichtern.

„Auch die Kinder können davon profitieren, dass Knut Reinhardt ausgebildeter Grundschullehrer ist“, so der Schulleiter. Im Moment muss sich Reinhard aber, wie alle anderen Lehrer auch, durch den Corona-bedingten „Abstandsunterricht“ kämpfen. Mit all seinen technischen Tücken.

20 Jahre nach Karriereende wird er nicht mehr überall erkannt

Aber wie sieht es mit dem Bekanntheitsgrad aus, wissen die Kinder noch, wer Knut Reinhardt ist? „Die Kinder natürlich nicht, die haben mich ja nicht mehr spielen sehen. Einige Eltern kennen mich noch aus meiner Zeit beim BVB“, sagt Reinhardt. Auch im Kollegium sind nicht mehr alle auf dem Laufenden beim Namen Knut Reinhardt.

„Das macht aber nichts“, so der Ex-BVB-Profi. Und auch, was die anderen Fan-Lager innerhalb des Kollegiums angeht, hat Reinhardt keine Berührungsängste. So gibt es einen innigen FC Bayern München Fan.

Keine Berührungsängste vor Bayern-Fans

Mit ihm zusammen macht Knut Reinhardt Mathe-Unterricht in der Klasse zehn. Der hat im Moment natürlich gut lachen. „Als ich gespielt habe, da haben wir die Bayern immer geschlagen. Ich hole dann ein paar alte Zeitungsartikel raus und dann ist wieder Ruhe“, sagt Knut Reinhardt.

Der hofft, wie seine Kolleginnen und Kollegen, dass spätestens in drei Wochen zumindest ein Teil der Schülerinnen und Schüler wieder in die Schule kommen darf. Denn ein Unterricht von Angesicht zu Angesicht ist doch schon besser, als über das Internet.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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