Der Weg aus Blickrichtung Norden: Ein Zaun versperrt den Durchgang. Im Hintergrund ist noch das Schild „Reiten verboten“ zu sehen. © Jörg Bauerfeld
Wege in Dortmund

Wichtiger Verbindungsweg verschwindet so langsam: Stadt macht keine Hoffnungen

Man hat fast den Eindruck, dass die Stadt Dortmund froh ist, ein unbeliebtes Anhängsel loszuwerden. Es geht um einen Wanderweg im Dortmunder Süden, der wohl nie wieder geöffnet wird.

Es sind gut 500 Meter, vielleicht auch ein paar mehr. Für einen Wanderweg eigentlich nicht der Rede wert. Wenn er nicht einer derjenigen Wege wäre, die hochfrequentiert sind. Schafft er doch eine Verbindung zwischen den Goerdelerstraße und der Straße Kobbendelle.

Für viele eine wichtige Abkürzung, die fußläufig durch einen kleinen Wald führt und eben nicht über asphaltierte Straßen. Das Dumme ist nur, dass der Weg geschlossen ist. Und das nicht nur durch Flatterband oder Hinweisschilder – nein, gleich mit einem festen Metallzaun.

Seit April 2019 ist der Weg aus Richtung Norden geschlossen

Seit April 2019 ist das der Fall. Ganz plötzlich, von einem Tag auf den anderen hatte die Stadt Dortmund beschlossen, dass es zu gefährlich sei, Teile des Weges zu nutzen. Der liegt an einem Hang und wies an den Seiten einige Stellen auf, die abzurutschen drohten.

Aber, statt sich an die Sanierung des beliebten Weges zu machen, wurde er geschlossen. Und es sieht nicht so aus, als ob er jemals wieder geöffnet wird. Das machte das Tiefbauamt mit einem Schreiben an die Bezirksvertretung in Hombruch noch einmal deutlich.

Die Erklärung des Tiefbauamtes war kurz und schmerzlos

Kurz und schmerzlos war da zu lesen: „Mit einer zeitnahen Herrichtung und Wiederfreigabe des Wanderweges ist nicht zu rechnen. Es sind Bodenuntersuchungen zur Beurteilung der Standfestigkeit des Weges, Planungsarbeiten auf Grundlage des Bodengutachtens, die Erstellung einer Kostenschätzung, die Bereitstellung von Haushaltsmitteln, eine Ausschreibung und die Bauausführung in einem naturnahen Bereich durchzuführen.“

Wille, den Weg wieder herzurichten, ist nicht erkennbar

Der Wille, etwas wieder Instand zu setzen, liest sich anders. Auch bei einem Blick auf Google-Maps zeigt sich, dass der abgesperrte Teil des Weges schon gar nicht mehr als solcher gekennzeichnet ist.

Dabei kämpfen zahlreiche Bürger für den Erhalt des kompletten Weges, der mittlerweile auch schon ziemlich zugewuchert ist. Vor allem die Senioren. Denn die müssen nun über eine steile Treppe, die vom Ende der Goerdelerstraße auf den übriggebliebenen frei zugänglichen Teil des Weges führt.

Und diese Treppe hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Die Treppe sei wegen unregelmäßiger und grob angelegter Stufen insbesondere für Rollatoren-Benutzer oder gar Rollstuhlfahrer keine Alternative und nicht zu bewältigen, so die Meinung des Seniorenbeirates in Hombruch.

Wie geht es weiter? Die Zukunft des Weges bleibt ungewiss, zumal die Mitglieder der Bezirksvertretung Hombruch die Erklärung des Tiefbauamtes ohne Kommentar zur Kenntnis nahmen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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